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M-net: Start für DAB+ im Kabel mit 16 Programmen

Der Netz­betrreiber M-net hat erst­mals ein DAB+-Bouquet im Kabel gestartet. Zum Beginn werden 16 Programme einge­speist, das Angebot soll aber noch erheb­lich erwei­tert werden, auch mit Programmen, die "aus der Luft" nicht empfangbar sind.
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Der baye­rische Glas­faser-Anbieter M-net hat als erster deut­scher Netz­betreiber die Einspei­sung von Hörfunk­programmen im digi­talen DAB+-Stan­dard in seine Kabel­netze gestartet: Für mehr als 60 000 ange­schlos­sene Kabel­haus­halte in München stehen ab sofort 16 private und öffent­lich-recht­liche Radio­programme zur Verfü­gung.

Die DAB+-Programme sind für Kabel­kunden im Netz von M-net zusätz­lich zum bestehenden Angebot ohne Zusatz­kosten zu empfangen – es ist ledig­lich ein DAB+-Empfangs­gerät mit Anten­nenein­gang erfor­derlich, das an die Kabel­dose ange­schlossen wird. Der offi­zielle Beginn des Regel­betriebs wurde auf den Medi­entagen München gemeinsam mit der Baye­rischen Landes­zentrale für neue Medien (BLM), Bayern Digital Radio (BDR) und dem Baye­rischen Rund­funk (BR) gefeiert. M-net bringt DAB+ ins KabelM-net bringt DAB+ ins Kabel Im Münchner Kabel­netz von M-net wird ab sofort ein Multi­plex mit einem Programm-Mix von 16 landes­weiten und regio­nalen DAB+-Kanälen ausge­spielt: In diesem Bouquet sind zum Start die elf öffent­lich-recht­lichen Programme Bayern 1 (Ober­bayern), Bayern 2 (Nord und Süd), Bayern 3, B5 aktuell, B5 plus, Bayern plus, BR Heimat, BR-Klassik, BR Verkehr und PULS sowie die fünf privaten Programme Antenne Bayern, Absolut HOT, egoFM, Radio TEDDY und Rock Antenne enthalten. Für die ange­schlos­senen Kabel­kunden von M-net ist ledig­lich ein Sender­such­lauf an ihrem DAB+-Empfänger notwendig, um die Programme kostenlos zu empfangen. Dazu muss das Gerät ledig­lich über einen externen Eingang mit dem Kabel­anschluss verbunden sein.

Ausbau geplant

Eine erheb­liche Erwei­terung des DAB+-Ange­bots um viele zusätz­liche Programme sowie in weitere Regionen ist in Planung. Dabei soll es dann auch Programme geben, die digital-terres­trisch nicht "aus der Luft" empfangbar sind. Im Gespräch ist beispiels­weise ein "Alpen-Mux" mit Sendern aus Öster­reich und der Schweiz.

Darüber hinaus steht den Kunden in den Kabel­netzen von M-net unver­ändert auch das volle Angebot der orts­übli­chen sowie weiterer Hörfunk­programme im digi­talen Kabel­stan­dard DVB-C zur Verfü­gung.

Um die Verbrei­tung der DAB+ Programme im Kabel­netz von M-net zu ermög­lichen, wurde in Koope­ration mit dem Nürn­berger Hersteller AVT Audio Video Tech­nolo­gies eine neue tech­nische Lösung entwi­ckelt, die unter anderem die Daten in das geeig­nete Contai­nerformat ETI over IP trans­codiert. Die Signal­zufüh­rung der Programme erfolgt vom Baye­rischen Rund­funk über eine direkte 100-MBit-Leitung in das Münchner Rechen­zentrum von M-net. Dort werden die Signale über die bestehende System­technik in das Glas­faser-Back­bone von M-net einge­speist, in der örtli­chen Kabel-Kopf­stelle aufbe­reitet und schließ­lich auf Kanal 13B im Frequenz­bereich von 232,5 Mega­hertz an die Münchner Haus­halte über­tragen.

Mehr­wert für Wohnungs­wirt­schaft

"Mit der ersten Einspei­sung von DAB+ im deut­schen Kabel­markt unter­streicht M-net seinen Anspruch auf Tech­nolo­giefüh­rerschaft – nicht nur in der opti­schen Glas­faser­technik, sondern auch im Bereich der Medi­enver­sorgung", so Dr. Hermann Rodler, tech­nischer Geschäfts­führer von M-net. "Für M-net dient tech­nolo­gische Inno­vation aber nicht dem Selbst­zweck, sondern dem Kunden­nutzen: Die Einspei­sung von DAB+-Programmen zusätz­lich zum bestehenden Angebot bietet unseren Part­nern in der Wohnungs­wirt­schaft sowie den Kunden in unseren Kabel­netzen nun echten Mehr­wert ohne Mehr­kosten."

"DAB+ bedeutet Radio ohne Rauschen, mit kris­tall­klarem Sound und vielen digi­talen Multi­media-Zusatz­funk­tione"“, erklärt Helwin Lesch, Leiter der Haupt­abtei­lung Verbrei­tung und Control­ling des Baye­rischen Rund­funks. "Für die künf­tige Hörfunk­verbrei­tung des Baye­rischen Rund­funks nimmt der DAB+-Stan­dard eine wesent­liche Rolle ein. Deswegen ist es uns wichtig, dass zum Start von DAB+ im Kabel von M-net bereits die gesamte Programm­familie des BR vertreten ist."

"DAB+ ist der digi­tale Nach­folge­stan­dard für den analogen terres­trischen Radio-Stan­dard UKW und bietet viele Vorteile", ergänzt Sieg­fried Schneider, Präsi­dent der Baye­rischen Landes­zentrale für neue Medien (BLM). „Nachdem die Über­tragung von UKW im Rahmen der Analog-Abschal­tung in den baye­rischen Kabel­netzen einge­stellt wurde, hat M-net nun im regu­lären Betrieb gezeigt, dass die Nach­folge durch den digi­talen Stan­dard DAB+ auch im Breit­band­kabel tech­nisch möglich ist. Diese Initia­tive, die wir sehr begrüßen, unter­streicht die Zukunfts­sicher­heit von DAB+ als digi­taler terres­trischer Verbrei­tungs­stan­dard für die öffent­lich-recht­lichen und privaten Rund­funk­veran­stalter."

Leis­tungs­vorsprung durch Glas­faser­kabel

Tech­nische Grund­lage für die Einspei­sung der DAB+-Programme ins Münchner Kabel­netz von M-net sind die leis­tungs­starken Glas­faser­netze des Unter­nehmens: Gemeinsam mit den Stadt­werken München wurden die von M-net versorgten Gebäude in München direkt per Glas­faser ange­bunden. Vom Keller der Gebäude erfolgt die Versor­gung der einzelnen Wohnungen im Unter­schied zu herkömm­lichen Kabel­netz­betrei­bern oder Tele­kommu­nika­tions-anbie­tern über zwei getrennte Infra­struk­turen: Internet und Telefon über die Telefon- oder Glas­faser­leitung, Fern­sehen und Hörfunk über das Koaxi­alkabel.

So steht bei einem Kabel­anschluss von M-net insge­samt deut­lich mehr Kapa­zität für die Versor­gung der Haus­halte mit Medien- und Tele­kommu­nika­tions­diensten zur Verfü­gung als bei anderen Anbie­tern.

Der Bundestag hat in der vergan­genen Woche der Digi­talradio-Pflicht für Radio­geräte zuge­stimmt. Was das für den Handel und den Endver­brau­cher bedeutet, fassen wir in einem FAQ zusammen.

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