Ausprobiert

So funktioniert der Iris-Scanner beim Lumia 950

Mit Windows Hello gibt es auf den Flaggschiffen mit Windows 10 Mobile eine unkomplizierten Login-Mechanismus. Doch ist dieser wirklich alltagstauglich?
Von Daniel Rottinger
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Bei Windows 10 hat Microsoft seinen neuen Anmeldedienst Windows Hello eingeführt. Damit können sich Nutzer ohne die Eingabe eines Passworts per Fingerabdruck oder -Gesichtsscan einloggen. Mit den neuen Flaggschiffgeräten Lumia 950 und 950 XL bringt der IT-Konzern den Hello-Service in Form eines Iris-Scanners auch aufs Handy. So richten Sie die Scan-Funktion auf dem Lumia 950 (XL) ein.

Lumia 950 hält nach Nutzer AusschauLumia 950 hält nach Nutzer Ausschau

Zunächst begibt sich der Nutzer in die Einstellungen. Dazu genügt es vom Startbildschirm in die App-Übersicht zu wechseln und hier zur Einstellungs-App zu navigieren. In den Einstellungen wählt der Anwender den Punkt Konten aus und entscheidet sich hier für den Unterpunkt Anmeldeoptionen. In dem neu geöffneten Menü wird auch ein Eintrag für Windows Hello angezeigt.

Vorbereitung: PIN einrichten

Doch bevor der Anwender mit der Einrichtung des Iris-Scanners beginnen kann, muss er zunächst eine PIN einrichten. Sofern der Nutzer sein Windows-Login beim Lumia 950 hinterlegt hat, muss er dazu sein aktuelles Microsoft-Passwort eingeben. Anschließend kann er eine nummerische PIN einrichten. Wir haben uns zu Testzwecken für 0000 entschieden. Jetzt kann festlegt werden, wann eine Anmeldung per PIN erforderlich sein soll (Nie, jedes Mal, 1, 3, 5, 15 Minuten). Hierbei unter­scheidet sich das Vorgehen zwischen Desktop- und Mobile-Variante nur unwesentlich.

So läuft der Iris-Scan ab

Scanvorgang der IrisScanvorgang der Iris Nun kann auch damit begonnen werden Windows Hello einzurichten. Zum Setup erfordert Windows Hello die Eingabe der zuvor angelegte PIN. Anschließend wird in einem Comic-Filmchen erklärt wie der Scan-Prozess abläuft. Nutzer mit Brille werden gebeten ihre Sehhilfe abzunehmen. Beim Scan wird die Kamera in die Nähe der Augen gehalten und über kurze Text-Infos erklärt das Gerät, ob der Abstand in Ordnung ist. Ist der Scanprozess erfolgreich abgeschlossen, kann das neue System direkt genutzt werden oder wahlweise die Erkennung durch einen erneuten Scanvorgang verbessert werden. Dabei gibt der Assistent an, dass man beispielsweise den Scan nochmals mit bzw. ohne Brille durchführen sollte.

So loggen Sie sich per Iris-Scan ein

Um sich per Iris-Scan ins System einzuloggen, drückt der Nutzer den Standby-Button und bewegt die Front-Cam in Höhe seiner Augen. Nach einem kurzen Scanvorgang ist der Anwender innerhalb weniger Sekunden eingeloggt. Falls das System den Nutzer nicht auf Anhieb erkennt, wir dieser mit dem Hinweis "Näher heranrücken" gebeten, die Frontcam in Scan-Reichweite seiner Augen zu positionieren. Falls der Login-Vorgang einmal nicht funktionieren solle, kann der Anwender das Handy alternativ per PIN entsperren. Dazu wischt er einfach den Sperrbildschirm nach oben und tippt wie gewohnt den PIN-Code ein. Um einem Missbrauch vorzubeugen, wird der Nutzer nach einigen fehlgeschlagenen Scans darauf hingewiesen, dass nun die Eingabe des PIN-Codes erforderlich ist, um Zugriff aus das Handy zu erhalten.

Wo lässt sich Windows Hello überall nutzen?

Instruktionen werden in Comic-Form gezeigtInstruktionen werden in Comic-Form gezeigt Aktuell lässt sich das Handy per Windows Hello nur in eingeschränktem Umfang nutzen: Während sich das Handy aus dem Sperrbildschirm per Iris-Scanner entriegeln lässt, muss der Nutzer nach einem Neustarts des Handys stets die PIN eingeben und kann nicht direkt auf Windows Hello zurückgreifen. Aktuell hat Microsoft das Login-Feature noch mit einem Beta-Hinweis versehen. Wir haben bei der Microsoft-Pressestelle nachgefragt, wann Windows Hello für Smartphones aus der Beta entlassen wird und welche Funktionen noch Einzug erhalten sollen. Eine Antwort steht bislang noch aus.

Personen-Erkennung ist für Microsoft nicht neu

Während die Erkennung von Personen bei Desktop-PCs, Tablets und Handys mit Windows 10 (Mobile) erst seit Ende 2015 möglich ist, arbeitet Microsoft bereits seit einigen Jahren an Scan-Techniken, um Nutzer zu erkennen. So hat der Konzern etwa bei der Kinect-Sensorbar für seine Spielekonsole Xbox One eine Scan-Funktion integriert, die Nutzer einem bestimmten Profil zuordnen und mit diesem einloggen kann. Seit Ende 2013 ist der neue Kinect-Sensor verfügbar und lässt sich über ein Entwicklerkit auch am PC betreiben. Eine Windows-Hello-Unterstützung für die Kinect-Kamera ist allerdings derzeit nicht vorgesehen. Stattdessen setzen die meisten Hardware-Hersteller bei ihren 2in1-Devices mit Windows Hello auf die 3D-Kamera Intel RealSense.

In einem Unboxing-Artikel sind wir darauf eingegangen, mit welchem Zubehör das Lumia 950 ausgestattet ist und wie es in dem Gehäuse aussieht.

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