Ausbau

NDR: Telekom untergräbt Glasfaserausbau durch VDSL-Pläne

In Lüneburg will der Landkreis eigene Glasfaser-Netze ausbauen. Nachdem die Telekom lange kein Interesse gezeigt hat, hat sie nun doch plötzlich eigene Ausbaupläne. Der Landrat des Kreises spricht von einer Torpedierung der Ausbaupläne des Landkreises.
Von Thorsten Neuhetzki
AAA
Teilen (46)

Derartige Klagen sind aus der Branche seit Jahren landauf, landab zu hören: Der NDR hat auf seiner Hörfunkwelle NDR1 Radio Niedersachsen jetzt über einen geplanten Glasfaserausbau des Landkreises Lüchow-Dannenberg berichtet, der von der Telekom durch einen Kurswechsel im Ausbauplan torpediert werde, wie der NDR unter Berufung auf den dortigen Landrat Jürgen Schulz berichtet.

Zur Geschichte: Nach Angaben des Norddeutschen Rundfunks gibt es in der extrem ländlichen Region, die an der ehemaligen innerdeutschen Grenze und somit auch an der Elbe liegt, teilweise nicht einmal DSL in einigen Dörfern, weil diese zu abgelegen und somit zu weit entfernt von der nächsten Vermittlungsstelle sind. Jetzt will der Landkreis selbst investieren: Etwa 10 500 Haushalte sollen nach NDR-Angaben mit Glasfaser-Anschlüssen versorgt werden. Dabei geht es im ein Investment von 32 Millionen Euro, Bund und Land sollen 20 Millionen Euro übernehmen, wie der NDR berichtet.

Bedarfsermittlung der Telekom zuvor ohne Ausbaupläne

Glasfaser-Ausbau bei der Telekom: VDSLGlasfaser-Ausbau bei der Telekom: VDSL Die Telekom habe nach Angaben der Kreisbaurätin Maria Schaaf bei Bedarfsermittlungen 2014 und auch noch Anfang des Jahres keine Ausbaupläne angemeldet. Jetzt aber, nur wenige Monate später und nach Bekanntwerden der Pläne des Landkreises, sieht man das in der Konzernzentrale in Bonn offenbar anders. Die Telekom habe angekündigt, das bestehende Netz in Teilbereichen auszubauen. Eine Sprecherin des Konzerns wird damit zitiert, dass sich die Marktsituation geändert habe und der Ausbau sich nun rechne. Weiter begründet wird das nicht. Somit wäre zum einen die aufkommende Konkurrenz ein möglicher Grund für den Sinneswandel der Telekom. Andererseits kann aber auch die Genehmigung zum Vectoring-Nahbereichsausbau ein Grund für die geänderten Marktbedingungen sein.

Für den geplanten Glasfaserausbau haben sie die benachbarten Landkreise Lüchow-Dannenberg und Uelzen zusammengetan. Sie planen jeweils die Errichtung eines kreiseigenen Netzes, das anschließend an einen oder mehrere Netzbetreiber langfristig verpachtet wird. Die Kooperation gilt auch für die technische Umsetzung der Vernetzung wie die Realisierung gemeinsamer Netzkoppelpunkte sowie die Abstimmung und Realisierung zusätzlicher Strecken zur Ankoppelung an überregionale Datennetze.

Auch mit dem Zweckverband Breitband Altmark gibt es eine Kooperationsvereinbarung über die Zusammenarbeit beim Ausbau der Breitbandinfrastruktur. Die Ländergrenzen sollen nicht als Schranken, sondern als Chance für eine nachhaltige Breitbandinfrastruktur begriffen werden. Um ein effizientes Glasfasernetz zu schaffen, sollen die entstehenden Synergieeffekte von den beteiligten Landkreisen sinnvoll genutzt werden und beispielsweise die Ankopplung an die überregionalen Datennetze und der daraus resultierenden Schaffung gemeinsamer Netzkoppelpunkte ermöglicht werden. In der Altmark ist der Berliner Provider DNS:net maßgeblicher Provider-Partner des Glasfasernetzes.

Teilen (46)

Mehr zum Thema Glasfaser