LTE-Ausbau

LTE-Technologie wird für komplexere Mobilfunk-Tarife sorgen

Booz & Company erwartet bis 2014 Durchbruch für den Massenmarkt
Von Marie-Anne Winter
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Die deutsche Mobilfunkbetreiber starten derzeit mit ersten Diensten und Angeboten auf Grundlage der neuen LTE-Technik. Damit beginnt ein neuer Abschnitt im Zeitalter der Telekommunikation: Das Mobilfunknetz der vierten Generation soll bereits 2015 ca. 80 Prozent der Bevölkerung mobilen Internetzugang mit Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s zur Verfügung stellen. Das ermöglicht eine Vielzahl neuer Anwendungen. Experten sprechen auch von einer Digitalisierung verschiedenster Lebensbereiche: Von Telearbeit und Cloud Computing über eHealth-Anwendungen bis zu hochauflösendem Mobile-TV und Mobile Gaming. Insgesamt 4,38 Milliarden Euro haben die Mobilfunknetzbetreiber bereits in die Ersteigerung der dafür nötigen Frequenzen investiert. Weitere Investitionen in Höhe von 3 bis 4 Milliarden Euro werden in den nächsten vier Jahren für den flächendeckenden Basisaufbau der LTE-Netze nötig sein.

Die LTE-Netze befinden sich im Aufbau. Fritzbox mit LTE-Empfang als Ersatz für schnelles Internet per Festnetz.Die LTE-Netze befinden sich im Aufbau. Fritzbox mit LTE-Empfang als Ersatz für schnelles Internet per Festnetz. Es ist zu erwarten, dass bei den neuen Datendiensten die Tarifmodelle komplexer werden und stärker nach unterschiedlichen Geschwindigkeiten, Bandbreiten und vermutlich auch nach Inhalten differenzieren. Mit den neuen LTE-Tarifen, die die heute vorherrschenden Flatrate-Tarife langfristig ablösen werden, können die Netzbetreiber bereits 2015 ein Umsatzvolumen von 5 bis 6 Milliarden Euro im deutschen Raum erlösen. Das zumindest ergibt eine aktuellen Untersuchung der internationalen Strategieberatung Booz & Company [Link entfernt] .

LTE erfordert neue Tarifmodelle

Bereits heute sind in Deutschland einige hundert LTE-Sendestationen in Betrieb, im Laufe des kommenden Jahres werden es mehrere Tausend Stationen sein. Allerdings sind diese Sendestationen bislang nur für ausgewählte Test-User nutzbar. Die Mobilfunknetzbetreiber beschleunigen vor allem den LTE-Aufbau in den ländlichen Regionen, um bis Ende 2011 die letzten weißen Flecken der Breitbandversorgung in Deutschland zu schließen. Die Versorgung der ländlichen Regionen ist laut regulierungsvorgabe eine Voraussetzung für den weiteren LTE Netzausbau in Ballungszentren unter Verwendung des Spektrums aus der digitalen Dividende.

Nach dem aktuellen Breitband Monitor der Bundesregierung kommt das deutsche Breitbandnetz im internationalen Vergleich allerdings nur auf Platz 7. "Die staatlichen Auflagen zur digitalen Dividende werden jedoch dazu führen, dass mobiles Breitband bis Ende 2011 auch in ländliche Regionen vordringen wird", erklärt Dr. Roman Friedrich, Partner und Telekommunikationsexperte bei Booz & Company. Erst danach werde das Gros der Bevölkerung in den dichter besiedelten Gebieten angebunden. Die Mobilfunknetzbetreiber hatten bei der Einführung von UMTS die Bedeutung der Verfügbarkeit geeigneter kostengünstiger Endgeräte unterschätzt. Heute arbeiten sie sehr eng mit den Herstellern von Endgeräten und zugehörigen Chipsets zusammen. "LTE wird nach unserer Analyse deutlich schneller Traktion im Markt erhalten als dies bei UMTS der Fall war", sagt Friedrich. Wie die Netzbetreiber das erreichen wollen, lesen sie auf der nächsten Seite.

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