Band 20

So wichtig ist LTE 800 im neuen Handy

Wer sich ein neues Smartphone kaufen will, bekommt als Geheimtipp derzeit oft Handys aus China genannt. Doch diesen fehlt häufig ein wichtiges Feature: Die LTE-Nutzung um 800 MHz. Wir zeigen Ihnen, wie wichtig diese ist.
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Das Telekom-Netz um 800 MHz (oben) und das LTE-Netz ohne LTE 800Das Telekom-Netz um 800 MHz (oben) und das LTE-Netz ohne LTE 800 Smartphones aus China entwickeln sich als Geheimtipp auf dem Smartphone-Markt. Xiaomi oder Meizu sind nur einige der Gerätehersteller, die hierzulande entweder offiziell oder aber durch Import-Shops zu haben will. Viele von ihnen unterstützen LTE, doch den meisten fehlt ein Frequenzband: das Band 20. Beim LTE Band 20 handelt es sich um eines der wichtigsten LTE-Frequenzen in Deutschland - es sind die Frequenzen um 800 MHz. Wir zeigen Ihnen, wie wichtig die Frequenzen sind und in welchen Regionen und bei welchen Anbietern Sie unter Umständen darauf verzichten können.

Alle drei Netzbetreiber in Deutschland setzen die Frequenzen um 800 MHz ein. Sie sind so etwas wie das Rückgrat der LTE-Netze. Denn sie haben einen großen Vorteil gegenüber anderen LTE-Frequenzen: Sie verfügen über gute Ausbreitungseigenschaften. Dadurch sind die Netzbetreiber beim Aufbau ihrer Netze in der Lage gewesen, mit vergleichsweise wenigen Sendemasten eine große Fläche zu versorgen. Gleichzeitig können die Frequenzen auch besser als andere LTE-Frequenzen Mauern durchdringen. So ist das LTE-Netz auch innerhalb von Wohnungen verfügbar.

Telekom

Die Telekom setzt LTE 800 vor allem in der Fläche ein.In stärker besiedelten Gebieten hingegen hatte die Telekom zum Start des Netzaufbaus vor allem auf Frequenzen um 1800 MHz gesetzt. Grundsätzlich ist das auch heute noch so: In größeren Städten kommen neben LTE 800 auch andere Frequenzen um 1800 oder 2600 MHz zum Einsatz. 800 MHz kommt jedoch bis heute selbst in der Berliner Innenstadt in einigen Gegenden nicht zum Einsatz. Deswegen ist teilweise der Indoor-Empfang mit LTE auch nicht gegeben. In Kleinstädten hingegen unterstützt die Telekom die oftmals schon überlasteten 800er-Frequenzen, indem weitere Frequenzen aufgeschaltet werden. Nur in wirklich ländlichen Regionen kommt ausschließlich LTE 800 zum Einsatz.

Vodafone

Das Vodafone-Netz um 800 Mhz (oben) und was ohne LTE 800 übrig bleibt.Das Vodafone-Netz um 800 Mhz (oben) und was ohne LTE 800 übrig bleibt. Vodafone hatte bis vor kurzem das Problem, Frequenzen um 1800 MHz nicht für LTE nutzen zu können. Deswegen ist das 1800-MHz-Netz mit LTE bis heute sehr übersichtlich. Nach Vodafone-Angaben gibt es vor allem in Hamburg, Hannover und kleinen Teilen von Schleswig-Holstein und Niedersachsen schon LTE-1800-Sender. Vodafone setzt darüber hinaus LTE 2600 ein. Diese Frequenzen verfügen jedoch über schlechte Eigenschaften in der Ausbreitung, weswegen sie vor allem innerstädtisch und an Hotspots eingesetzt werden.

Wird das Vodafone-LTE-Netz mit einem LTE-Handy ohne 800-MHz-Frequenzen genutzt, so ist das Netz ein einziger Flickenteppich. Erst nach und nach wird sich das mit dem Ausbau von LTE 1800 ändern. Entsprechende Ausbaupläne sind bei Vodafone an vielen Orten vorhanden. Bis dahin ist der Einsatz eines solchen Handys ohne 800er-Frequenzen nur bedingt sinnvoll.

Telefónica

Wie wichtig die 800er-Frequenzen für den deutschen Markt sind, zeigt sich auch bei Telefónica. Lange Zeit waren die 800-MHz-Frequenzen die einzigen Frequenzen im Netz. Lediglich E-Plus - inzwischen von Telefónica übernommen - setzte LTE 1800 ein. Die Sender sind jedoch abgeschaltet worden, da die Frequenzen inzwischen von Vodafone genutzt werden. Eine Ausnahme bildet lediglich die Berliner U-Bahn. Hier kommen 1800er-Frequenzen zum Einsatz, die Telefónica zuvor für GSM genutzt hatte.

Telefónica setzt zudem Frequenzen um 2600 MHz ein. Hier gilt jedoch das gleiche wie bei Vodafone: Zum Einsatz kommen sie vor allem an Hotspots in Großstädten, um zusätzliche Kapazität zu schaffen. Ein Einsatz von China-Handys ohne LTE 800 ist kaum sinnvoll.

Worauf achten, damit alle Frequenzen unterstützt werden?

Es gibt nur wenige Szenarien, in denen sich auf LTE um 800 Megahertz aus Sicht des Handys verzichten lässt. Nur, wenn man sich dauerhaft bei bestimmten Anbietern in LTE-Zellen mit anderen Frequenzen aufhält, kann unter Umständen auf LTE um 800 MHz verzichtet werden. Dann allerdings stehen dem Kunden auch die Kapazitäten der Frequenzen nicht zur Verfügung und die maximalen Übertragungs­geschwindig­keiten fallen niedriger aus.

Ob ein Handy alle notwendigen Frequenzen unterstützt, lässt sich nur durch eine Vorab-Recherche klären. In den technischen Daten eines mobilen Endgerätes sollten die unterstützten Frequenzen oder Frequenzbänder aufgelistet sein. Bei den in Deutschland genutzten LTE-800-Frequenzen handelt es sich um das Band 20. Taucht dieses in der Beschreibung auf, so kann das Handy die deutschen Netze nutzen. Weitere in Deutschland genutzte LTE-Bänder sind Band 3 (um 1800 MHz) und Band 7 (um 2600 MHz). In anderen Ländern Europas kommen auch das Band 1 und Band 8 zum Einsatz, also Frequenzen um 2100 oder 900 MHz. In Deutschland funken hier derzeit noch die UMTS- bzw. GSM-Netze. In einigen Jahren wird auch das Band 28 in Deutschland wichtig: Das sind die neuen Frequenzen um 700 MHz.

Welche Frequenzen von einem Smartphone unterstützt werden, wird von teltarif.de auch in der Handy-Datenbank erfasst. Wenn Sie also ein neues Smartphone über unsere Suche gefunden haben, können Sie im detaillierten Datenblatt auch die unterstützten Frequenzen nachlesen.

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