LTE-Feldtest

E-Plus: LTE-Feldtest auf drei Frequenzen gestartet

Aufrüstung auf HSPA+-Technologie behält jedoch weiterhin Priorität vor LTE
Von Rita Deutschbein
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Nachdem bereits die Provider Telekom, Vodafone und o2 erste LTE-Netze ausgebaut und sogar schon entsprechende Tarife zur Nutzung anbieten, reiht sich nun auch E-Plus in den Ausbau des neuen Mobilfunk-Standards ein. Wie im vergangenen Jahr bereits angekündigt, hat der Anbieter jetzt erste Feldtests in Angriff genommen, die insgesamt auf drei Frequenzen erfolgen werden. Parallel zum LTE-Ausbau will E-Plus auch den Ausbau des HSPA+-Netzes weiter fortsetzen.

E-Plus: LTE-Feldtest auf drei Frequenzen gestartetE-Plus startet LTE-Feldtest Im Zuge der Feldtests möchte E-Plus Daten über die Leistungsfähigkeit der neuen LTE-Technologie sowie über die bestmögliche Nutzung der Frequenzen sammeln. Getestet wird auf den drei Bereichen 1,8 GHz, 2,1 GHz und 2,6 GHz. Als erster westlicher Netzbetreiber wird E-Plus bei den Untersuchungen im 2,6-Gigahertz-Bereich die chinesische Variante des künftigen Mobilfunk-Standards, TD-LTE, testen. Möglich ist dies durch eine Kooperation mit TD-Pionier China Mobile und dem chinesischen Netzausrüster ZTE. Bei TD-LTE werden für Up- und Downlink die gleichen Frequenzen verwendet. Im Gegensatz zur herkömmlichen LTE-Technik, bei der getrennte Frequenzen benutzt werden, findet bei TD-LTE nur eine zeitliche Trennung statt ("Time Division"). Die Methode ist technisch zwar aufwändiger und auch störanfälliger, jedoch wird das Frequenzspektrum effektiver ausgenutzt.

Aufrüstung auf HSPA+ behält Priorität

Der Ausbau des HSPA+-Standards hat laut Aussagen von E-Plus jedoch auch weiterhin Vorrang vor LTE. Die HSPA+-Technologie basiert auf der dritten Mobilfunkgeneration UMTS, erreicht aber mit maximal 21,6 MBit/s im Downstream ähnlich hohe Geschwindigkeiten wie LTE. Bei dem Ausbau des UMTS-Datennetzes haben Ballungszentren, wie beispielsweise der Raum Garmisch-Partenkirchen, Priorität. Pünktlich zum Start der Ski-WM im Februar nahm der Düsseldorfer Mobilfunkanbieter dort das Netz der vierten Generation in Betrieb.

Bei seinem Ausbau setzt E-Plus auf flexible Netzelemente, die beide Technologien, also HSPA+ und LTE unterstützen. Die neuen Basisstationen sollen sich daher möglichst schnell auf den Standard LTE umstellen lassen. Dies ist aus Sicht des Düsseldorfer Netzbetreibers jedoch erst dann sinnvoll, wenn ausreichend Endgeräte zu verbraucherfreundlichen Preisen verfügbar sind und auch der Massenmarkt von diesem Standard profitiert. "Dies wird aber auf absehbare Zeit nicht der Fall sein", so Rafal Markiewicz, CTO der E-Plus Gruppe. Ausreichend Endgeräte zu vernünftigen Preisen werde es nach Ansicht von E-Plus für LTE kaum vor 2013 geben. "HSPA+ hingegen ist komplett marktreif und bleibt daher für uns das Arbeitspferd im Netz."

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