Komprimierung

Multiview-Video-Coding MVC bringt 3D-Filme aufs Handy

Verringerung der Bitrate des 3D-Films ohne Qualitätsverlust
Von Björn Brodersen
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Forscher des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut (HHI) haben ein spezielles Kompressionsverfahren für die Übertragung von 3D-Fimen auf Handy-Displays entwickelt. Das Multiview-Video-Coding MVC verkleinert 3D-Filme um bis zu 40 Prozent, indem es die für den stereoskopischen 3D-Effekt notwendigen zwei Bilder ohne Qualitätsverlust so zusammengepackt, dass die Bitrate des Films deutlich verringert wird. Stockender Seitenaufbau und ruckelnde Videos sollen somit auch beim dreidiemensionalen Internet vermieden werden. Somit sei das Multiview-Video-Coding MVC für 3D-Filme, was das Videoformat H.246/AVC für Filme in High-Definition (HD) ist, so die Fraunhofer-Forscher. Multiview-Video-Coding MVC bringt 3D-Filme aufs Handy3D-Filme auf dem Handy

Eine weitere Voraussetzung für das ruckelfreie Abspielen der 3D-Filme ist trotz des Komprimierungsverfahrens eine schnellen Internetverbindung. In Verbindung mit dem neuen Mobilfunkstandard LTE lassen sich laut der Technikexperten 3D-Filme schnell und in bester Qualität empfangen. Das im LTE-Funksystem integrierte Radio Ressource Management ermögliche eine flexible Datenübertragung und berücksichtige dabei unterschiedliche Qualitätsanforderungen (Quality of Service). "Die mittels MVC aufgeteilten 2D- und 3D-Ströme können an der Luftschnittstelle für jeden Nutzer individuell priorisiert werden, um unterschiedliche Dienste zu unterstützen und neuen Geschäftsmodellen den Weg zu eröffnen", erklärt Thomas Wirth, Wissenschaftler am HHI. Das seien zum Beispiel Premium-Dienste, bei denen nur der zahlende Nutzer Filme in 3D empfängt. Auch eine 3D-Qualitätsgarantie bei ungünstigen Empfangsbedingungen, etwa während einer Autofahrt, sei möglich. Die Kinder könnten dann auch auf dem Rücksitz ohne Unterbrechung Filme wie beispielsweise "Ice Age" in 3D gucken.

Das Franhofer-Institut demonstriert das mobile 3D aktuell auf dem Mobile World Congress in Barcelona (Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 2, Stand E41).

LTE-Handys lassen noch auf sich warten

Inzwischen testen zwar zumindest deutsche Mobilfunkbetreiber Datenübertragungen per LTE (Long Term Evolution). Bislang sind die mobilen Highspeed-Anschlüsse jedoch als DSL-Alternative für die stationäre Internetnutzung zu Hause gedacht. Dazu vertreiben Telekom und Vodafone Router und Surf-Sticks als LTE-fähige Hardware. Bis Smartphones mit LTE-Unterstützung, die zugleich auch für die Nutzung in GSM- und UMTS-Netzen geeignet sind, zu erschwinglichen Preisen auf den Markt kommen, wird es hierzulande noch dauern.

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