Erfahrungsbericht

LG X Screen im Test: LTE-Smartphone mit dualem Display

Das LG X Screen möchte mit einem zweiten Bildschirm bei den Nutzer punkten. Doch wie schneidet das LTE-Smartphone im Test ab?
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LG hat mit dem X Screen ein Android-Smartphone der unteren Mittelklasse in den Handel gebracht und reiht sich damit in ein heiß umkämpftes Markt­umfeld ein. Im Vergleich zu seinen Mitbewerbern hebt sich das Gerät allerdings durch ein zweites Display an der Oberseite ab, welches den Nutzer den schnellen Zugriff auf Informationen ermöglicht. Doch reicht diese Funktion aus, um dem LG X Screen eine gute Testnote einzu­bringen?

LG X screen liegt gut in der HandLG X Screen liegt gut in der Hand Das LG X Screen verfügt über den Quad-Core-Prozessor Snapdragon 410, der mit 1,2 GHz pro Kern getaktet ist. Weiterhin sind 2 GB RAM verbaut. Das 5 Zoll große Haupt­display löst mit 1280 mal 720 Pixel auf. Der kleinere Second-Screen mit 1,8 Zoll an der Oberseite löst 520 mal 80 Pixel auf. LG hat beim X Screen 16 GB internen Speicher verbaut, der sich auf Wunsch per microSD-Karte um bis zu 2 TB erweitern lässt. LTE mit bis zu 150 MBit/s ist ebenfalls an Bord. Auf dem Smartphone ist Android Marshmallow vorinstalliert. Unseren ersten Eindruck von der Verkaufsfassung des Geräts hatten wir bereits im Mai in einem ersten Bericht zusammengestellt.

Verarbeitung und Display

Mit nur 120 Gramm fällt das LG X Screen leicht aus. Das Gerät liegt angenehm in der Hand und auch die Verarbeitung stimmt für die Preisklasse bis 250 Euro. Durch den kompakten Formfaktor können Nutzer mit einer Hand auf die wichtigsten Funktionen zugreifen. Allerdings ist die Bedienung der Lauter-Leise-Wippe eher gewöhnungsbedürftig und der Druckpunkt könnte für unseren Geschmack etwas direkter ausfallen. Ansonsten verfügt das Handy abseits der Standby-Taste über keine weiteren Hardware-Buttons.

Das Display des LG X screen lässt sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln gut ablesen
Das Display des LG X Screen lässt sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln gut ablesen
Für den Zugriff auf die Zurück-, Home- und den Taskmanager-Funktion müssen sich Nutzer mit Soft-Keys begnügen. Diese nehmen natürlich entsprechend einen Teil des unteren Bildschirms ein. Apropos Bildschirm: Dieser hinterlässt einen guten Eindruck und stellt Animationen ohne die Bildung von Schlieren dar. Auch beim seitlichen Blick auf das Display sind alle Details erkennbar und App-Logos werden scharf dargestellt.

Beim X Screen setzt LG zudem auf ein zusätzliches Display, welches mit dem Zweit-Screen bei den Edge-Modellen von Samsung vergleichbar ist. Allerdings befindet sich die der "X Screen" bei dem LG-Smartphone an der Oberseite und informiert den Nutzer hier etwa über die aktuelle Uhrzeit. Welche weiteren Features der Zusatz-Bildschirm bietet und ob er wirklich sinnvoll ist, bewerten wir im Abschnitt "X-Screen-Funktion: So gut ist der Zweit-Bildischirm".

Kamera mit 13 Megapixel im Check

Beim LG X Screen hat der Hersteller eine Hauptkamera mit 13 Megapixel verbaut. Positiv fällt auf, dass der Auslöser sehr schnell arbeitet und Nutzer bereits wenige Sekunden nach dem Touch auf den Aufnahme-Button das Bild betrachten können. Auch der Auto-Fokus überzeugt und stellt das Bild relativ zügig scharf, so dass der Nutzer nicht auf den manuellen Fokus ausweichen muss. Allerdings steht die Kamera-Funktion des Geräts nicht im Vordergrund, wie ein Blick in die Einstellungen zeigt. Hier können Anwender kaum Änderungen vornehmen, stattdessen steht vor allem das Teilen der Fotos über die sozialen Netzwerke im Blickpunkt. Doch wie ist es um die Qualität der Fotos bestellt?

Grundsätzlich werden Details scharf abgebildet und die Darstellung von Farben geht für die Preisklasse in Ordnung, wie unser erstes Testfoto zeigt. Die Schwächen der Kamera machen sich bei schlechten Licht­verhältnissen bemerkbar. Ohne Blitz wirken die Farben verwaschen und es tritt ein leichtes Bildrauschen auf. Beim Einsatz von Blitzlicht erhält das Foto einen leichten Gelbstich, allerdings wird der Raum relativ gleichmäßig aufgehellt.

Die Frontcam mit 8 Megapixel ist passabel. Echte Selfiefans dürfte die mittelprächtige Qualität allerdings nicht vollends überzeugen. Schließlich werden Details auf den Fotos bereits bei minimaler Vergrößerung unscharf dargestellt. Anhand unserer Testaufnahmen können Sie sich selbst ein Bild von der Qualität machen:

Mobilfunk und Akku

Die SIM-Karte befindet sich auf einem SchlittenDie SIM-Karte befindet sich auf einem Schlitten Um die LTE-Funktion und die weiteren Mobilfunkfeatures des Geräts zu nutzen, legt der Nutzer eine Nano-SIM in den herausziehbaren SIM-Kartenschlitten auf der Seite ein. Dort findet übrigens auch die microSD-Karte ihren Platz. Nutzer surfen mit LTE (700/800/850/900/1700/1800/1900/2100/2300/2600 MHz) mit bis zu 150 MBit/s. Die Sprachqualität ist zufriedenstellend und es gibt kein großes Rauschen. Für die Nutzung vom heimischen Internet ist beim LG X Screen auch WLAN an Bord (802.11 b/g/n). Der fest verbaute Akku mit 2300 mAh hält bei intensiver Nutzung rund einen Tag durch.

Android 6 mit LG UX 5.0 & Performance

Auf dem Smartphone ist Android 6.0.1 vorinstalliert, weiterhin hat LG seine eigene Oberfläche UX 5.0 darübergelegt. Diese ist optisch modern und etwas verspielt gehalten. Während dieser Faktor für Smartphone-Experten eine gewisse Umgewöhnung erfordern dürfte, werden Neueinsteiger mit dem einfachen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen gut bedient. Beiden Nutzertypen dürfte allerdings die vergleichsweise umfangreiche Einrichtung des Systems samt der X-Screen-Funktion sauer aufstoßen. So kann es durchaus einige Minuten dauern, bis der Nutzer die Ersteinrichtung vollständig abge­schlossen hat.

Nutzer können sich auf ein leuchtstarkes Display einstellen
Nutzer können sich auf ein leuchtstarkes Display einstellen
Doch wie sieht es bei der Nutzung des Smartphones im Alltag aus? Die Performance geht grundsätzlich in Ordnung, allerdings ist uns beim Surfen mit dem Chrome-Browser aufgefallen, dass die virtuelle Tastatur zur Eingabe von URLs erst mit Verzögerung erscheint. Der Wechsel zwischen den Standard-Apps funktioniert hingegen ohne Wartezeit und auch bei mehreren geöffneten Anwendungen geht das Smartphone nicht in die Knie. Für die Wiedergabe von anspruchsvollen Spiele-Apps kann das Gerät allerdings nicht verwendet werden. Hier gerät das Bild schnell ins Stocken und CPU und GPU stoßen an ihre Grenzen.

X-Screen-Funktion: So gut ist der Zweit-Bildschirm

Nutzer können über den X-Screen auf die wichtigsten Features zugreifenNutzer können über den X-Screen auf die wichtigsten Features zugreifen An der Oberseite hat LG beim X Screen ein Zweit-Display mit einer Auflösung von 520 mal 80 Pixel platziert. Darüber können Anwender schnell auf wichtige Funktionen zugreifen, ohne zunächst auf dem Hauptbildschirm danach suchen zu müssen. So lässt sich etwa die Taschenlampen-App starten, das Tonprofil ändern oder die zuletzt gestarteten Apps aufrufen. Besonders interessant ist, dass die Anwender auf die X-Screen-Funktion auch zugreifen können, wenn das Display aus ist. Eine ausführliche Bewertung der X-Screen-Funktion samt Einrichtung haben wir in einem weiteren Artikel vorgenommen.

Fazit

PRO
  • nützlicher Second-Screen
  • gute Verarbeitung
  • schicke Benutzeroberfläche
CONTRA
  • kaum Kamera-Einstellungen
  • Lauter/Leise-Wippe nicht optimal
Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 2,2
  • Bedienung, Handling, Software: 2,2
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 2,3
  • Basis-Feature des Handys: 2,5
  • Einschätzung des Redakteurs: 2,3
  • Gesamtnote: 2,3
Das LG X screen ist ein solides Mittelklasse-Smartphone mit einem Clou: dem zweiten Bildschirm. Die Verarbeitung macht einen guten Eindruck und auch das Display kann überzeugen. Das Gerät bietet eine solide Performance und lässt sich auch von unerfahrenen Nutzern aufgrund der einfach gehaltenen LG-UX-5.0-Oberfläche leicht bedienen. Die Kamera ist für Schnapp­schüsse aus­reichend, stößt aber bei Aufnahmen mit schlechten Licht­verhältnissen an ihre Grenzen. Abgerundet wird das X Screen durch die Zweit-Display, welches sich im Alltagseinsatz tatsächlich als nützlich erweist und mehr als nur eine nette Dreingabe ist.
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