TV statt Smartphone

Am Anfang war Palm Pre: webOS jetzt für Fernseher

LG hat auf der CES erste Smart-TV-Geräte mit webOS vorgestellt. Wir zeigen Ihnen die Funktionen und auch das, was von der Palm-Software übriggeblieben ist.
Von der CES aus Las Vegas berichtet
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LG Smart-TV mit WebOS: Übersicht über das aktuelle Film-Angebot.LG Smart-TV mit WebOS: Übersicht über das aktuelle Film-Angebot. Vor fünf Jahren hat Palm auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas sein erstes Smartphone mit dem webOS-Betriebssystem vorgestellt. Mit dieser Software wollte Palm an alte Erfolge anknüpfen. Das Vorhaben ist grandios gescheitert. Die Geräte haben kaum Abnehmer gefunden, obwohl vor allem das Betriebssystem in der Fachwelt hochgelobt wurde.

Palm wurde schließlich von HP übernommen, das webOS aber wieder aufgegeben hatte, noch bevor die Plattform überhaupt eine echte Chance hatte, sich auf dem Markt zu etablieren. Der Hersteller verkaufte webOS schließlich an LG weiter. Dabei wurde zuerst darüber spekuliert, die Koreaner wollten mit der Palm-Software unter anderem Haushaltsgeräte steuern.

Nur der Kernel von webOS hat überlebt

Auf der diesjährigen CES zeigt LG nun, was man mit webOS vor hat: Die Firmware soll in Zukunft für Smart-TV-Geräte genutzt werden. Dabei soll künftig ein Großteil - wenn nicht alle - neuen Smart-TVs von LG mit webOS ausgestattet sein. Wie ein Besuch am Messestand von LG zeigt, ist von der einst von Palm und HP für Smartphones und Tablets genutzten Software nicht mehr viel übrig geblieben.

Smart-TV mit  webOS: Auch mobile Apps gehören dazu.Smart-TV mit webOS: Auch mobile Apps gehören dazu. Verwendet wird nur der Kernel von webOS, räumten Vertreter von LG im Rahmen der Präsentation ihrer Benutzeroberfläche für internetfähige Fernsehgeräte ein. Mit der alten Menüführung, die die Besitzer eines Palm Pre oder HP TouchPad kennen, hat das, was LG aus dem Kernel gemacht hat, nicht mehr viel zu tun.

Intuitive Benutzerführung auf dem Smart-TV

Eines haben Palms webOS und die Neuauflage von LG aber gemeinsam: die intuitive Benutzerführung. So teilte der Hersteller schon auf seiner CES-Pressekonferenz mit, webOS solle vor allem dafür sorgen, dass künftige Smart-TV-Modelle einfacher zu bedienen seien. Gerade an der zu komplizierten Bedienung seien die internetfähigen Fernseher bislang gescheitert.

In der Tat ist das Menü logisch aufgebaut. Sogar die alten Karten der Smartphone-Oberfläche von webOS gibt es noch. Sie stehen nun für einzelne Anwendungen auf dem Smart-TV. Das kann der normale Fernsehempfang genauso sein wie die Online-Videothek Netflix, Amazon oder der LG Store, der es ermöglicht, zusätzliche Anwendungen auf das Fernsehgerät zu laden.

Steuerung mit Magic Remote

Interaktive Werbung auf dem smarten webOS-Fernseher von LG.Interaktive Werbung auf dem smarten webOS-Fernseher von LG. Gesteuert werden die Smart-TVs mit einer Magic Remote genannten Fernbedienung, mit der man ähnlich wie bei einer PC-Maus frei auf dem Bildschirm navigieren kann. Die Ersteinrichtung soll eine Comic-Figur erleichtern, die auf den Namen Bean Bird hört. Inhalte hat LG bislang vor allem für den amerikanischen Markt bekanntgegeben. Dabei sollen noch in diesem Jahr auch Filme in 4K-Auflösung abrufbar sein. Noch während der Messe in Las Vegas soll es auch Verhandlungen mit potenziellen Content-Lieferanten in anderen Regionen wie Europa geben.

Neue Smartphones oder Tablets mit webOS sind indes nicht in Sicht. Für seine mobilen Endgeräte setzt LG auch künftig vor allem auf Googles Android-Betriebssystem. Smart-TV-Geräte soll es jedoch künftig in verschiedensten Größen und Preisklassen mit webOS als Betriebssystem geben.

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