Nachgehakt

LG V30: Musik-Origami für die Hosentasche

Neben den Qualitäten der Videokamera auf Profi-Niveau legt LG bei seinem neuen Android-Smartphone LG V30 den Fokus einmal mehr auf Musik. Doch was macht der Quad-DAC eigentlich und was versteckt sich hinter Musik-Origami von MQA?
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In einem ersten Hintergrundartikel zu den großen Neuerungen des LG V30 haben wir das Thema Videografie näher beleuchtet. Aber das ist nicht die einzige Stärke, auf die sich LG besonnen hat. Auch im Bereich Audio und mobile Musik will der Konzern neue Maßstäbe im Smartphone-Markt setzen. Dazu setzt der Hersteller auf einen Quad-DAC (Digital-to-Analog Converter), der auch schon im Vorgänger-Modell und im LG G6 verbaut war, letzteres jedoch nur in ausgewählten Regionen der Welt.

In unserem Gespräch mit Christoph Marschall, Chief Technology Officer for Research & Development Europa, waren auch die besonderen Fähigkeiten der Audio-Hardware des LG V30 ein großes Thema. Immerhin stellt das V30 eine signifikante Verbesserung dar, einschließlich der ersten Zertifizierung für den Audio-Codec MQA.

Evolution der Audio-Hardware

LG V30
Der Lautsprecher des V30 liefert ein durchaus gutes Klangbild
Für das Marketing des LG V30 wird unter anderem der Quad-DAC mit hervorgehoben, was für ein vergleichsweise tolles Musikerlebnis sorgen soll. Der verbaute Chip stammt von ESS Technologies, einem der führenden Hersteller in diesem Bereich. Konkret handelt es sich um das Modell Sabre ES9218P und damit die verbesserte Variante des Sabre ES9218, welcher im LG V20 verbaut ist. Nennenswerte Unterschiede in Sachen Technik selbst gibt es nicht, vielmehr hat LG die Optionen zur Anpassung der Musikwiedergabe ausgebaut. Nutzer können ihr Musikerlebnis noch feiner dem persönlichen Geschmack anpassen als es noch im V20 möglich war.
LG V30
Der Sabre ES9218P sorgt im LG V30 für höchstes mobiles Klangvergnügen
Der Vorteil eines vierfachen DAC liegt darin begründet, dass Audiodaten mit allen vier Wandlern parallel verarbeitet werden, was Störgeräusche wie Hintergrund­rauschen erheblich reduziert. Grund dafür ist die parallele Verarbeitung mit unterschiedlichem Fokus auf Fehlerkorrekturen. Das wiederum resultiert vereinfacht gesagt in einer vierfach so großen Amplitude, verglichen mit einem einfachen DAC. Christoph Marschall vergleicht die vierfache Fehler­korrektur mit der Aussage, dass Abweichungen mit -1 und +1 logischerweise insgesamt eine Abweichung von 0 ergibt. Unterm Strich gibt es mit einem ordentlichen Quad-DAC bis zu 50 Prozent weniger Störgeräusche.

Ein nachgeschalteter AVC (Analog Volume Control) sorgt dafür, dass auch bei niedriger Lautstärke wenig Störgeräusche durchkommen, da diese in Abhängigkeit der Lautstärke mit gesenkt werden. Oder um es anders auszudrücken: Auch bei niedrigster Lautstärke ist die Audioausgabe klarer verglichen zu anderen Smartphones. Ein Verstärker mit 2Vrms-Standard sorgt schließlich für das Endergebnis am Kopfhörer, wobei auch Modelle mit einer hohen Impedanz unterstützt werden. Für wirklich hochwertigen Sound sind allerdings Kopfhörer mit einer möglichst niedrigen Impedanz besser geeignet. Dazu legt LG Käufern in Europa In-Ear-kopfhörer von Bang&Olufsen dazu, bei denen es sich vermutlich um das Modell B&O Play H3 handeln dürfte.

LG V30
Wie schon beim V20, liegen auch dem V30 Kopfhörer von Bang&Olufsen bei
Wie es sich bei Bluetooth-Kopfhörern verhält, bleibt abzuwarten. Jedoch ist das LG V30 mit Bluetooth 5.0 inklusive Unterstützung für den aptX-HD-Audiocodec ausgestattet, was Musik mit 24 Bit bei 48 kHz Samplingrate ermöglicht. Mit dem Update auf Android 8.0 Oreo wird zudem der von Sony entwickelte LDAC-Codec für Bluetooth hinzukommen, was den Frequenzbereich von 48 kHz auf 96 kHz erhöht, was wiederum echtes HiRes-Audio ermöglicht. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass das Bluetooth-Headset diesen Standard auch unterstützt.

Auf der nächsten Seite lesen Sie, warum das Origami-Prinzip ideal für hochauflösendes Musikstreaming ist.

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