LG Oberklasse

LG G7 ThinQ im Test: Schlank und schnell

Beim LG G7 ThinQ fällt sofort das schlanke und handliche Design auf. Trotz großem 6,1-Zoll-Display hat es eine angenehme Größe. Reicht das, um im Test überzeugen zu können?

Das neue Smartphone-Modell von LG trägt die Bezeichnung G7 ThinQ. Damit ist es nicht nur der direkte Nachfolger des LG G6, sondern damit spielt der Hersteller auf seine hauseigene smarte Home-Umgebung an, in die das Smartphone integriert ist. So lassen sich beispielsweise Haushaltsgeräte wie eine Waschmaschine per App steuern.

Das LG G7 ThinQ soll aber nicht nur Smart-Home-Fähigkeiten besitzen, sondern ist laut Hersteller ein perfekter Begleiter im Alltag. So baut LG in seine Werbekampagne den StarWars-Helden Han Solo ein. Der ist schließlich allein, was würde ihm da wohl besser auf seinen Abenteuern helfen, als ein Kompagnon, der ihn unter anderem mit künstlicher Intelligenz, extra hellem Display und Spracherkennung per Google Assistant nie im Stich lässt. Kann das LG G7 ThinQ im Test überzeugen? Die unverbindliche Preisempfehlung von 849 Euro schraubt die Erwartungen an ein High-End-Gerät jedenfalls hoch. Im aktuellen Preisvergleich ist das Gerät teilweise schon für 699 Euro in den Farben Platinum Grey und New Aurora Black zu haben. Unser Testgerät hat die Farbe New Aurora Black.

Wie sich das LG G7 ThinQ unboxen lässt, lesen Sie in einer weiteren Meldung.

Design, Haptik, Material, Verarbeitung

Ausgepackt: Das LG G7 ThinQ neben seiner Schachtel. Ausgepackt: Das LG G7 ThinQ neben seiner Schachtel.
Bild: teltarif.de
Wie bei den meisten aktuellen Smartphones, die trendy sein wollen, hat auch das LG G7 ThinQ ein Display mit einer Notch (Displayeinkerbung) am oberen Gehäuserand. Innovativ ist das angesichts der Notch-Überschwemmungen 2018 auf dem Markt nicht mehr. Ist das beim LG G7 ThinQ störend? Grundsätzlich nicht. Nutzer gewöhnen sich in der Regel schnell an das Display-Design. Beim LG G7 ThinQ fällt die Displayeinkerbung auch angenehm klein aus. Wer gar nichts damit anfangen kann, kann die Notch per Software deaktivieren. Bei ausgeschalteter Einkerbung erinnert die Form der Abrundungen der Display-Ränder oben und unten an das Samsung Galaxy S9 und das Galaxy S9 Plus oder auch an die Modelle Galaxy S8 und Galaxy S8 Plus aus dem Vorjahr.

Angenehmes Handling

Mit der Größe eines 6,1-Zoll-Displays liegt das LG G7 ThinQ sehr angenehm in der Hand, es ist leicht und wirkt beinahe klein. Die Displayfläche eignet sich durchaus zum einhändigen Surfen und Scrollen. Und das auch bei kleineren Händen. Wir haben es gerne in die Hand genommen und können es uns gut vorstellen, dass uns das Smartphone über längere Zeit im Alltag zur Seite steht. Im Vergleich zum sehr groß wirkenden Galaxy S9 Plus, das sich mit seinem 6,2-Zoll-Display in der Größe kaum vom LG G7 ThinQ unterscheidet, ist das ein klarer Vorteil. Das macht das LG G7 ThinQ alltagstauglicher. Der Gewichtsunterschied von 27 Gramm weniger als beim Galaxy S9 Plus macht sich auch gut bemerkbar.

LG G7 ThinQ

Gerade wenn das Display per Gestensteuerung geneigt wird, beispielsweise beim Spielen im Querformat, wirkt es federleicht. Im Test konnten wir es leicht zwischen vier Fingern balancieren.

Das LG G7 ThinQ liegt auch nicht rutschig in der Hand. Die Rückseite ist allerdings sehr anfällig für Fingerabdrücke. Auch nach mehrmaligem Wischen an der Kleidung sind immer noch Rückstände zu sehen. Abhilfe leistet das mitgelieferte Putztuch. Doch das haben Nutzer in der Regel nicht immer dabei und die Fingerabdrücke sind schnell wieder drauf. Um das zu vermeiden, bietet sich eine Schutzhülle an. Die ist ohnehin zu empfehlen, um das Smartphone vor Stürzen und Kratzern zu schützen. Der Display-Rahmen besteht aus Metall, der Übergang zu Vorder- und Rückseite ist nahtlos. Vom Gefühl her könnte es auch aus einem Guss sein. Etwas negativ fällt aber auf, dass die Glasrückseite eher wie Plastik wirkt, obwohl sie laut Hersteller ebenfalls aus Gorilla Glass 5 gefertigt sein soll.

Auf der linken Seite des Gehäuses befinden sich die Lautstärke-Tasten und direkt darunter ein dritter Button für den Google Assistant. Der ist leider so positioniert, dass wir ihn beim Test aus Versehen immer wieder klickten, statt die Lautstärke-Taste für die Reduzierung des Tons zu erwischen. Auf der rechten Seite befindet sich der Ein- und Ausschalter. Oben befindet sich der SIM-Karten-Slot für Nano SIM. Zusätzlich ist Platz für eine MicroSD-Karte vorhanden. Auf der Unterseite befindet sich der Lautsprecher, ein USB-Typ-C-2.0- und ein 3,5-mm-Klinkenanschluss für Kopfhörer. Das ist positiv, dass LG auf den nicht verzichtet hat.

Auf der Oberseite befindet sich der Slot für SIM- und MicroSD-Karte. Auf der Oberseite befindet sich der Slot für SIM- und MicroSD-Karte.
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Nach der IP68-Zertifizierung ist das LG G7 ThinQ staub- und wassergeschützt. Bedeutet: Wassertiefen bis 1,5 Meter sind möglich. Hinzu kommt eine Zertifizierung, die das Smartphone nach dem Militärstandard 14 MIL-STD 810G des US-Verteidigungsministeriums für den Einsatz in extremen Umgebungen bescheinigt. Es ist stoßsicher.

Display

Das LCD-Display löst in QHD+ (3120 x 1440 Pixel) auf. Die Diagonale misst 15,47 cm. Die Screen-to-Body-Ratio ist mit 81,9 Prozent angegeben. Zum Vergleich: Das Galaxy S9 Plus schafft es auf 84,24 Prozent. Die genauen Werte für das Display liegen laut Herstellerangaben bei 6,09 Zoll über das gesamte Rechteck gesehen. Ohne eingeschaltete Notch liegt die Display-Größe laut Hersteller bei 5,94 Zoll. Das Seitenverhältnis ist mit 19,5:9 angegeben. Der untere Rand wirkt für unseren Geschmack etwas zu breit. LG wirbt damit, dass es das Display auf einen Helligkeitswert von bis zu 1000 Nit schafft. Das Samsung Galaxy S9 schafft es beispielsweise auf bis zu über 1100 Nit. Mal abgesehen von der Statistik fällt die Wahrnehmung der Helligkeit aber positiv aus:

Das 6,1-Zoll-Display ist hell und kontrastreich. Das 6,1-Zoll-Display ist hell und kontrastreich.
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Wird der Regler für die Helligkeit bis auf die maximale Stufe geschoben, macht das Display schon mal einen guten Eindruck und wirkt angenehm hell. Es gibt jedoch die Möglichkeit, per Boost die Helligkeit sichtbarer zu erhöhen, was sich besonders in sonnenlichtstarken Umgebungen vorteilhaft auswirkt. Per Touch auf die 100-Prozent-Angabe der Helligkeit erscheint die Angabe "verstärkt". Der sichtbare Helligkeitszuwachs ist deutlich. Das macht Surfen und Lesen auch bei starker Sonneneinstrahlung angenehm. Der Boost schaltet sich aber grundsätzlich nach drei Minuten wieder aus. Das dient offensichtlich dazu, den Stromverbrauch gering zu halten. Das klingt angesichts einer Akkukapazität von 3000 mAh zunächst auch logisch. Der Boost lässt sich aber auch manuell einstellen. Das müssen Nutzer aber alle drei Minuten wiederholen. Eine dauerhafte Einstellungsmöglichkeit haben wir nicht gefunden. Ein anderer Vergleich: Während des Tests lag zufällig ein iPhone 8 in der Nähe. Das iPhone 8 kommt auf eine Display-Helligkeit von 625 Nit. Der Unterschied ist bei der Darstellung im Browser schon sichtbar, dennoch hätten wir nach dem direkten Vergleich mehr erwartet.

Farbdarstellungen manuell einstellen

Das Display lässt sich über verschiedene Farbdarstellungen nachjustieren: Automatisch, Ökologisch, Kino, Sport, Spiel und Experte. Bei der Experten-Einstellung können Sättigung, Farbton und Schärfe manuell eingestellt und ein Farbfilter aktiviert werden. Die Farbtemperatur und die Regelung der RGB-Stufen Rot, Grün und Blau lassen sich auch nur im Expertenmodus korrigieren. Wir testeten Spielmodus und Automatik-Modus anhand des Grafikknallers Asphalt 8 Airborne des Entwicklers Gameloft. In der Darstellung waren keine großen, sichtbaren Unterschiede zu erkennen. Erst bei manuellen Einstellungen im Experten-Modus konnten wir sichtbare Unterschiede ausmachen. Im Einstellungs-Menü unter "Spiele" lässt sich die Grafik (für alle Titel auch unterschiedlich) anpassen: Auflösung und Bildrate sind jeweils in niedrig, mittel und hoch möglich. Videos anschauen macht auf dem großen Display Spaß. Die Darstellung ist scharf und kontrastreich. Gut ist auch, dass die Notch beim Videoschauen sowohl im Hoch- als auch im Querformat, ausgeblendet wird.

Die Blickwinkel beim LG G7 ThinQ sind stabil. Die Blickwinkel beim LG G7 ThinQ sind stabil.
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Im Einstellungs-Menü gibt es die Funktion "New Second Screen". Dort lässt sich die Notch entweder ein- oder ausschalten. Außerdem lassen sich die oberen Displayränder weniger stark abrunden, sodass die Darstellung größer wirkt. Das geht aber nur, wenn die Notch ausgeschaltet ist. Besonderheit: Ist die Notch aktiviert, lässt sie sich mit verschiedenen farblichen Hintergründen darstellen. Beim voreingestellten Hintergrund von LG und einem beispielsweise grauen oder bunten Rand oben sieht das wirklich nicht schön aus. Alles außer Schwarz macht unserer Meinung nach keinen Sinn.

Prozessor, Schnittstellen und Akku

Verbaut ist Qualcomms aktueller Snapdragon 845 mit acht Kernen und einer Taktrate von 2,8 GHz. Der interne Arbeitsspeicher fasst 4 GB. Über die Geschwindigkeit können wir nicht meckern. Apps und Webseiten öffnen sehr schnell, beim Scrollen gibt es auch keine Mikroruckler. Auch aufwendigere Anwendungen, wie das bereits erwähnte Spiel von Gameloft, laufen flüssig und machen Spaß. Die Grafikeinheit ist vom Typ Adreno 630, fast schon Standard in High-End-Android-Smartphones 2018. In Kombination mit dem Snapdragon 845 leistet sie auch im LG G7 ThinQ gute Arbeit.

Eine Gesichtserkennung gibt es ebenfalls. Der Fingerabdrucksensor befindet sich auf der Rückseite. Er ist unterhalb der Kamera gut platziert. LTE (4G) sowie Wi-Fi 802.11 a, b, g, n, ac, NFC und Bluetooth 5.0 BLE werden unterstützt. Der USB-Typ-C-Anschluss soll neben dem 2.0-Format auch kompatibel mit dem Typ 3.1 sein.

Angesichts des leistungsstarken Chipsatzes und dem Boost-Feature für die Helligkeit, wirkt ein 3000-mAh-Akku auf dem Papier etwas klein. Zugunsten des schlanken Designs wurde sicherlich auf ein größeres Modell mit mehr Kapazität verzichtet. Wer das LG G7 ThinQ lange in lichtstarken Umgebungen benutzen und den Boost-Modus einschalten will, sollte sicherheitshalber Ladekabel und Adapter beziehungsweise eine Powerbank dabei haben. Auf das Always-on-Display lässt sich zur Not ja auch noch verzichten.

Neben einem USB-Typ-C-Anschluss verfügt das LG G7 ThinQ auch über einen 3,5-mm-Klinkenanschluss. Neben einem USB-Typ-C-Anschluss verfügt das LG G7 ThinQ auch über einen 3,5-mm-Klinkenanschluss.
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Laut Hersteller soll der Stromverbrauch im Vergleich zum Vorgängermodell LG G6 aber um bis zu 30 Prozent reduziert sein. In unserem simulierten Standard-Test hielt der Akku 6 Stunden und 30 Minuten durch. Im Vergleich zum LG G6, das einen 3300-mAh-Stunden-Akku verbaut hat, ist das knapp eine Stunde mehr. Beim Vorgänger kamen wir auf eine Akkulaufzeit von 5 Stunden und 33 Minuten. Weniger Akku macht mehr Leistung - hat der Hersteller zwar nicht explizit gesagt, stimmt in diesem Fall aber.

Das LG G7 ThinQ unterstützt eine Schnellladefunktion und Wireless Charging. Im Test bekam der Akku in knapp 30 Minuten rund 30 Prozent Kapazität dazu.

Software

Vorinstalliert ist das Betriebssystem Android 8 Oreo, der Sicherheitspatch ist aktuell auf den 1. Mai datiert. Neben den üblichen, vorinstallierten Google-Diensten, gibt es noch eine Reihe weiterer Programme, die sich nur deaktivieren und nicht deinstallieren lassen. Dazu gehören zahlreiche Management-Apps, wie Smart Doctor, LG Mobile Switch und Dienste wie LG SmartWorld, RemoteCall Service und CB-Nachrichten. So kommen immerhin 18 Apps zusammen, die Nutzer nicht mehr loswerden.

Ein praktisches Feature zur Anpassung des Smartphones an unterschiedliche Umgebungen ist "Context Awareness". Sechs verschiedene Einstellungen sind möglich: So lässt sich festlegen, wie sich Tonprofil, Bluetooth- und WiFi-Einstellungen ändern sollen, wenn sich Nutzer zu Hause befinden, das Haus verlassen, auf der Arbeit befinden und die Arbeit verlassen. Zudem lässt sich festlegen, ob eine bestimmte App geöffnet werden soll, wenn entweder Kopfhörer angeschlossen werden oder ein Bluetooth-Gerät verbunden wird.

Sound und Telefonie

Der Hersteller wirbt damit, dass das LG G7 ThinQ das erste Smartphone mit DTS:X 3D-Surround Sound ist. Mit bis zu 7.1 Kanälen soll es ein beeindruckendes Klangerlebnis liefern und ein DTS-verifizierter Boombox-Lautsprecher soll für einen kraftvollen, klaren Klang auch in größeren Räumen sorgen. Im Test zeigte sich, ja, der Sound ist beeindruckend. Dreht man den Lautstärke-Regler ganz auf, ist der Sound sehr laut, eine Vibration an der Smartphone-Rückseite deutlich spürbar. Das macht ein Resonanzraum im Inneren des Handys möglich. Der Klang wirkt noch voller, wenn das Smartphone auf eine ebene Fläche, wie beispielsweise eine Tischplatte, gelegt wird. In größeren Räumen lässt sich das LG G7 ThinQ durchaus zur Musikwiedergabe verwenden. Der Klang wirkt durch die hohe Lautstärke auch nicht verzerrt. Es knarzt nichts, der Klang ist klar und deutlich. Musik hören macht Spaß. Möchten Nutzer nur ab und zu mal einen Song auf der Couch hören, kann das LG G7 ThinQ durchaus ein externes Gerät, wie eine Bluetooth-Box ersetzen. Der Unterschied zu anderen Smartphones ist deutlich erkennbar.

Unterhalb der Lautstärketasten befindet sich ein Button für den Google Assistant. Unterhalb der Lautstärketasten befindet sich ein Button für den Google Assistant.
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Bei Telefongesprächen war der Klang des Gesprächspartners gut, auch bei eingeschaltetem Lautsprecher gab es im Test nichts zu bemängeln und es ließ sich nichts Auffälliges feststellen.

Was die Konnektivität angeht, können wir ebenfalls nichts negatives feststellen. Sowohl die Verbindung per WLAN als auch über Mobilfunk funktionierte stabil und es gab im Test keine langen Wartezeiten.

Kamera

Die Dual-Hauptkamera auf der Rückseite besteht aus einer Weitwinkelkamera und einer Standardwinkelkamera. Die Weitwinkelkamera verfügt über 16 Megapixel, einem Weitwinkel-Radius von 107 Grad und einer f1,9-Linse. Die Standardwinkelkamera hat ebenfalls 16 Megapixel, einen Radius von 71 Grad und eine Blende von f1,6. Videos können in UHD aufgenommen werden. Die Frontkamera hat 8 Megapixel, einen Radius von 80 Grad und arbeitet mit einer f/19-Blende. Der Hersteller beschreibt die Kamera als verbesserte Weitwinkelkamera. Damit ist vermutlich der Vergleich zum Vorgängermodell LG G6 gemeint. Die Weitwinkelfunktion der Dual-Kamera macht bei den ersten Tests einen guten Eindruck. Bei Gruppenfotos ist das Feature von Vorteil, damit nicht am Rand stehende Personen ausgeblendet werden.

Unterhalb der Dual-Kamera ist der Fingerabdrucksensor verbaut. Unterhalb der Dual-Kamera ist der Fingerabdrucksensor verbaut.
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Neben dem integrierten Google-Lens-Feature gibt es einen Portrait-Modus, mit dem sich der Hintergrund unscharf darstellen lässt und eine extra-helle-Kamera-Funktion. Die Kamera soll Bilder bis zu vierfach aufhellen, das Feature erscheint automatisch auf dem Display, wenn die Helligkeit des Bildes weniger als 3 Lux beträgt. Liegt der Wert zwischen 3 und 10, lässt sich die Funktion manuell aktivieren. Bei UHD und 60 FPS funktioniert der Aufhellungs-Modus allerdings nicht.

Daneben sind in der Kamera auch AI-Funktionen implementiert. Diese hat eine Vielzahl an Aufnahme-Modi integriert, beispielsweise Landschaft, Essen, Schnee, Strand, Himmel, Frucht, Haustier oder Text. Das soll je nach Objekt automatisch erkannt werden. Im Test wurde jedoch nicht jedes Objekt explizit erkannt. Eine Kaffeetasse und ein Apfel erkannte das Feature eindeutig und in wenigen Sekunden. Bei einer Computermaus und einem iPhone wurden nach längerer Suche entweder nichts oder eine "Person" angezeigt. Hier ist definitiv noch Spiel nach oben. Auf einem Presse-Event gab der Hersteller aber selbst an, dass sich die AI-Funktionen der Kamera in ständiger Weiterentwicklung befinden. Grundsätzlich ist das Feature als positiv zu bewerten, wenn es irgendwann vernünftig funktioniert.

Testbilder

Die Testbilder in unserem Standard-Testverfahren konnten überzeugen. Bei guten Lichtverhältnissen lieferte die Hauptkamera ein gutes Ergebnis mit natürlichen Farben. Die Blütenfarbe der Testblume ist natürlich und die einzelnen Farbquadrate sind klar voneinander zu erkennen. Beim Ranzoomen bemerkt man schwarze Ränder um die Quadrate, das ist etwas unschön. Ein schwarzer Rand ist ebenfalls um die Blütenblätter herum zu erkennen. Auch bei schlechtem Licht sind die Ergebnisse der Kamera akzeptabel. Nur die Blüte ist etwas zu knallig, die Quadrate sind aber gut zu erkennen.

Das Selfie von unserer Testpuppe bei schlechtem Licht wirkt etwas blass, der Hintergrund ist zu dunkel. Die Haare scheinen sich in den Seitenbereichen mit dem dunklen Hintergrund zu vereinen. Bei guten Lichtverhältnissen können sich die Selfies aber sehen lassen.

Wir haben ein weiteres Original-Bild zur Anschauung in den Test integriert, welches aber nicht in unser Ergebnis einfließt, weil wir uns nach wie vor auf die automatischen Standardeinstellungen der Kamera beschränken. Die Kamera des LG G7 ThinQ verfügt über den bereits angesprochenen Helligkeits-Booster, der bei schlechten Lichtverhältnissen aktiviert werden kann. Wir haben ein Foto von unserer Selfiepuppe mit der Hauptkamera und aktivierten Helligkeits-Boost gemacht und ein weiteres ohne Booster und ohne Blitz. Beide Fotos haben wir gegenübergestellt. Die Ergebnisse sind deutlich sichtbar. Das Objekt wird sichtbar aufgehellt, sodass es auch bei schlechtem Licht gut zu erkennen ist. Es muss sich jedoch eine Lichtquelle im Hintergrund oder seitlich befinden. Ganz ohne Licht schafft es auch das eingeschaltete Booster-Feature nicht, brauchbare Ergebnisse zu liefern.

In einem weiteren Test fokussierten wir in einer dunklen Umgebung einen weißen Stuhl, der vor einer weißen Wand stand. Mit Benutzung des Boost-Features waren Stuhl und Wand weiß, im Gegensatz zum Foto ohne Aufhellung. Da war der Stuhl grau und nur die links daneben befindliche Heizung schön weiß. Unschön ist allerdings, dass der Aufhellungs-Modus eine rechteckige Erhebung in der Wand gänzlich glättete. Die Wand wirkte damit vollkommen eben.

Fazit

Ist das LG G7 ThinQ nun ein perfekter Begleiter? Perfekt ist es nicht, aber es ist zuverlässig, und leicht, gut für den Einsatz im Alltag. Viele Konkurrenten mit ähnlich großem 6,1-Zoll-Display wirken gegen das LG G7 ThinQ beinahe unhandlich. Im Test haben wir unsere Freude damit gehabt. Das Smartphone hat einen schnellen Prozessor, ein tolles Display und die Kamera macht sowohl bei gutem als auch bei weniger guten Licht gute Fotos. Auch der Sound ist nicht zu verachten. So ist das LG G7 ThinQ verpackt. So ist das LG G7 ThinQ verpackt.
Bild: teltarif.de
Je nach Situation wird die Kopplung eines Bluetooth-Speakers überflüssig, das Smartphone ist laut genug, Klang und Bass überzeugten im Test. Die Akkulaufzeit könnte etwas länger sein, das ist aber sicherlich dem vergleichsweise kleinen Akku mit 3000 mAh Stunden geschuldet. Wäre er größer, würde das LG G7 ThinQ aber vermutlich etwas von seiner schönen, schlanken Haptik einbüßen. Die würden wir aber zugunsten eines größeren Akkus nicht hergeben wollen.


Logo teltarif.de LG G7 ThinQ

Gesamtwertung von teltarif.de
LG G7 ThinQ

PRO
  • Schlankes, leichtes Design
  • Schnelle Performance
  • Sehr guter Sound
  • Helligkeits-Boost
  • Anzeige-Anpassungen für das Display
CONTRA
  • Kamera-KI noch lernfähig
  • Glas-Rückseite wirkt wie Plastik
Testzeitpunkt:
06/2018
LG G7 ThinQ
Testurteil
gut (1,7)
Preis/Leistung: 1,5
Bewertung aktuell: 2,4
Einzelwertung
Datenblatt
Erklärung Testverfahren
Testsiegel downloaden

Einzelwertung LG G7 ThinQ

LG G7 ThinQ
Gesamtwertung
gut (1,7)
86 %
Preis/Leistung
1,5
  • Gehäuse / Verarbeitung 10/10
    • Material 9/10
    • Haptik 10/10
    • Verarbeitung Gehäuse 10/10
  • Display 9/10
    • Touchscreen 10/10
    • Helligkeit 8/10
    • Pixeldichte 10/10
    • Blickwinkelstabilität 9/10
    • Farbechtheit (DeltaE) 8/10
    • Kontrast 6/10
  • Leistung 9/10
    • RAM 8/10
    • Benchmark 3DMark 10/10
    • Benchmark Geekbench 9/10
    • Benchmark Geekbench Single -
    • Benchmark Geekbench Multi -
    • Benchmark Browsertest 10/10
    • Benchmark Antutu -
  • Software 9/10
    • Aktualität 10/10
    • Vorinstallierte Apps 5/10
  • Internet 10/10
    • WLAN 10/10
    • LTE 10/10
    • LTE Geschwindigkeit 10/10
    • 3G 10/10
    • Empfangsqualität 10/10
    • Dual-SIM -
  • Telefonie 9/10
    • Sprachqualität 8/10
    • Lautstärke 10/10
    • Lautsprecher (Freisprechen) 10/10
  • Schnittstellen / Sensoren 9/10
    • USB-Standard 10/10
    • NFC 10/10
    • Navigation 6/10
    • Bluetooth 10/10
    • Kopfhörerbuchse 10/10
    • Video-Out 10/10
    • Fingerabdruckscanner 10/10
    • Iris-Scanner 0/10
    • Gesichtserkennung -
  • Speicher 9/10
    • Größe 8/10
    • SD-Slot vorhanden 10/10
  • Akku 7/10
    • Laufzeit (Benchmark) 7/10
    • Wechselbar 0/10
    • Induktion 10/10
    • Schnellladen 10/10
  • Kamera 6/10
    • Hauptkamera
    • Bildqualität hell 9/10
    • Bildqualität dunkel 6/10
    • Bildstabilisator 0/10
    • Blende 0/10
    • Frontkamera
    • Bildqualität hell 6/10
    • Bildqualität dunkel 5/10
    • Kameraanzahl -
    • Video 7/10
    • Handling 9/10
  • Bonus 1
    • IP68
alles ausklappen
Gesamtwertung 86 %
gut (1,7)

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