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LG G6 im Test: Flottes System & Dual-Cam mit Abstrichen

Nachdem das Modul-Konzept des LG G5 nicht fruchtete, versucht sich das LG G6 wieder an bewährten Konzepten. Trotzdem ist manches neu wie das 18:9-FullVision-Display. Ein Flaggschiff-Smartphone mit Eigenheiten im Test.
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Letztes Jahr versuchte sich LG mit dem LG G5 an einem neuen Konzept, welches zu seiner Vorstellung noch gefeiert wurde. Hauptmerkmal ist die Verwendung von Modulen, um diverse Funktionen nachrüsten zu können. Sei es nun ein Kameragriff mit Zusatzakku und Kamera-Tasten oder ein externer Audiochip für noch bessere Musik in den Ohren. Das Konzept der Module selbst war vielversprechend, die Umsetzung und Rahmenbedingungen für Drittentwickler weniger gut als erhofft, wie unser Test zeigt. Daher hat LG mit der Vorstellung des LG G6 besagtes Modul-Konzept wieder verworfen und das neue Flaggschiff 2017 im klassischen Design vorgestellt.

Preise und Verfügbarkeit

LG G6 TestLG G6 im Test von teltarif.de Offiziell wird das LG G6 seit dem 24. April in Deutschland verkauft. Die unverbindliche Preisempfehlung seitens LG liegt bei 749 Euro ohne Vertrag, wobei es bereits erste Händler gibt, die den Preis um mehr als 70 Euro nach unten drücken. Angeboten wird das Android-Smartphone in Deutschland in den Farben Astro Black, Mystic White und Ice Platinum.

Erster Eindruck, Verarbeitung, Handling

Ausgeliefert wird das LG G6 in einem schwarzen Karton, dessen Oberseite in der Mitte nur das Wort 'G6' in matt-silbernen Lettern ziert. Technische Eckdaten sind auf dem Karton nicht zu finden, weder auf der Seite noch auf dem Boden. Lediglich der Slogan "Life's Good When You Play More" ist auf der linken Seite zu lesen. Vermutlich ein dezenter Hinweis auf das kompatible LG-Friends-Zubehör wie eine 360-Grad-Kamera, ein Bluetooth-Headset und die 360-Grad-VR-Brille. Im Karton liegt das Smartphone selbst unverhüllt in einer kleinen Pappschale. Darunter befinden sich ein zu Quick Charge 3.0 kompatibles Netzteil, ein USB-Typ-C-Kabel und ein Kabel-Headset. Mehr Zubehör wie zum Beispiel USB-Adapter für Micro-USB-Sticks liegen dem LG G6 ab Werk nicht bei.

LG G6 Test
Viel Display und wenig Rand sind das Markenzeichen
Auf den ersten Blick ist das LG G6 mit Maßen von 148,9 mal 71,9 mal 7,9 Millimeter lang und enorm schlank. War das LG G5 noch in einem Metallkorpus gehüllt, so glänzt das LG G6 sprichwörtlich in einer Hülle aus Glas. Die Rückseite besteht dabei aus einem Fingerabdrücke nur so anziehenden Corning Gorilla Glass 5, fühlt sich aber dafür auch angenehm an. Corning verspricht für die aktuelle Generation seines speziellen Smartphone-Glases eine erhöhte Robustheit bei Stürzen. Leider ist das Glas im Gegenzug anfälliger für feinste Kratzer, die man bei spitzem Winkel und Licht auch sehen kann. Unser Testgerät ist bisher davon verschont geblieben.

Handschmeichler mit harter Linie

Ein weiterer Punkt ist die leichte Wölbung des Glases in den Rahmen hinein. Etwas zu deutlich fühlbar ist der Übergang in den Metallrahmen auf der Rückseite. Das bekommt die Konkurrenz aus dem Heimatland Südkorea besser hin. Beziehungsweise kann es LG auch besser und den Beweis liefert die Front des LG G6 selbst. Hier ist der Übergang zwischen Glas - im Gegensatz zur Rückseite handelt es sich um Corning Gorilla Glass 3 - und Metallrahmen deutlich fliesender.

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Die Rückseite aus Glas ist leicht gewölbt
Dafür kann das LG G6 im Bezug auf die Verarbeitung vollends überzeugen: Keine unregelmäßigen Spaltmaße oder sonstigen Dinge, die man bemängeln könnte. Höchstens die aus Metall gefertigten Lautstärke-Tasten in der linken Rahmenseite, die etwas wackeln, sind kritikwürdig. Für ein Smartphone mit 749 Euro UVP (Stand: April 2017) darf man schon mehr erwarten. Neu ist, dass LG das Gehäuse wasserdicht gemacht hat. Konkret nach den IP68-Spezifikationen und sogar den Standard MLT-STD 810G des US-Verteidigungsministeriums erfüllt das LG G6. Bei einer Glasrückseite kommen jedoch berechtigte Zweifel an der tatsächlichen Widerstandsfähigkeit auf. Bisher hat das Smartphone zwei Stürze ganz gut weggesteckt ohne sichtbare Dellen.
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Soll einiges Aushalten können: Corning Gorilla Glass 5
Positiv zu nennen ist, dass die Dual-Kamera und der Fingerabdrucksensor mit integrierter Power-Taste nahtlos in der Rückseite eingearbeitet sind. Im Fall des Fingerabdrucksensors ist allerdings ein Punkt nachteilig: Die Abgrenzung zur Rückseite ist nicht stark genug ausgeprägt. Heißt nichts anderes, als dass der Sensor nicht sofort blind zu finden ist, wie bei anderen Smartphones. Ein weiterer Nachteil der Kombination beider Funktionen kommt zum Tragen, wenn man kurz auf das Display schaut, es wieder ausschalten will und den Fingerabdruck zum Entsperren eingestellt hat. Es kam oft genug vor, dass anstelle des Ausschaltens das LG G6 entsperrt wird. Das nochmalige Ausschalten ist ein unnötiger Zusatzschritt und treibt einen zur Weißglut. Für alle Tasten gilt aber gleichermaßen: Sie haben einen deutlichen und direkten Druckpunkt. Von schwammigen Tasten ist bei weitem keine Rede.
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Beide Tasten Haben einen guten Druckpunkt
Auf der nächsten Seite lesen Sie, was das LG G6 dem Samsung Galaxy S8 voraus hat.
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