Ausprobiert

Kamera-Modul LG Cam Plus im Test: Das ging daneben, LG!

Mit dem LG Cam Plus soll das Fotografieren mit dem LG G5 noch einfacher werden. Doch das Kamera-Modul zeigte im Test deutliche Schwachstellen. Ob wir dennoch eine Kaufempfehlung geben, lesen Sie im Testbericht.
Von Rita Deutschbein
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Mit dem LG G5 hat LG sein aktuelles Flaggschiff auf den Markt gebracht. Das Besondere an dem Smartphone ist die Erweiterungsmöglichkeit mittels Modulen. Zum Start bietet LG das Kamera-Modul Cam Plus an, das entweder im Bundle mit dem LG G5 verkauft wird oder separat für 99 Euro erworben werden kann. Doch was bietet das LG Cam Plus eigentlich und lohnt der Kauf? Wir haben uns das Kamera-Modul in einem kurzen Test näher angesehen.

Cam Plus: Fester Halt ist anders

LG G5

Kamera-Modul LG Cam Plus im Test: Das ging daneben, LG!LG Cam Plus im Test
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Das Cam Plus kommt in einer kleinen Verpackung zum Kunden, die neben dem eigentlichen Modul lediglich noch ein dickes Nutzerhandbuch beinhaltet. Anders als das LG G5, das in den Farbvarianten Silber, Gold, Pink und Titan in Metalloptik angeboten wird, gibt es das Kamera-Modul nur in der Farbe Silber. Gefertigt ist es aus Kunststoff, was einerseits für ein geringes Gewicht sorgt, sich anderseits aber nicht besonders hochwertig anfühlt.

Die strukturierte Oberfläche soll an Leder erinnern und der Hand beim Halten zusätzlich Sicherheit geben. Allerdings ist diese Oberflächenstruktur nur an der Rückseite zu finden - die Seitenelemente sind aus glattem Kunststoff. Durch die Form des Moduls, der nicht idealen Gewichtsverlagerung mit angestecktem Modul sowie der glatten Seiten rutscht das Smartphone sehr leicht weg. Als Haltegriff beim Fotografieren eignet sich das Cam Plus daher nur bedingt.

Kamera-Modul LG Cam Plus im Test: Das ging daneben, LG!
Angesteckt zeigen sich deutliche Lücken zwischen dem G5 und dem Cam Plus.
Und ein weiterer Punkt fiel im Test negativ auf: Während das Cam Plus gut verarbeitet ist und sich am Modul selbst keine Lücken zwischen den Bauteilen zeigen, ist die Verbindung mit dem Smartphone nicht ideal. In den Modulslot des LG G5 eingesteckt ist eine deutliche Spalte zwischen dem Cam Plus und dem Handy sichtbar. Hier lagern sich leicht Schmutzpartikel ab. Die Tasten des Kamera-Moduls haben einen guten Druckpunkt, speziell der Auslösebutton für die Videokamera fällt unserer Meinung nach aber etwas zu klein aus. Das Zoom-Rädchen ist LG hingegen schlecht gelungen - das Rad wackelt im Slot und bietet keinerlei Widerstand beim Drehen.

Funktionen des Kamera-Moduls

Für echten Halt sorgt das Cam Plus nicht. Doch wozu dient das Kamera-Modul dann? Eines vorweg: Die Qualität der Fotos wird durch das Modul nicht beeinflusst, da das Cam Plus keine zusätzlichen Kamera-Funktionen bietet. Allerdings besitzt das Modul einen zusätzlichen Akku mit 1200 mAh. Dieser erhöht die Laufzeit des Smartphones, da er den Akku des Handys aufladen kann. Allerdings nur bei aktivierter Kamera. Zudem macht das Cam Plus die Bedienung der Kamera einfacher, da es ein Rädchen zum Zoomen sowie spezielle Auslösebuttons für die Foto- und Videoaufnahme gibt. Auch eine Schnellstarttaste ist vorhanden, mit dem die Kamera aus dem Standby des LG G5 gestartet werden kann.

Kamera-Modul LG Cam Plus im Test: Das ging daneben, LG!
So wird das Modul mit dem LG G5 verbunden
Um das im LG G5 befindliche Akku-Modul gegen das Cam Plus zu tauschen, muss das Akku-Modul über den seitlichen am Smartphone zu findenden Knopf gelöst werden. Blöd nur, dass sich das Smartphone aufgrund des Stromverlustes dann ausstellt. Anschließend wird der gelbe Akku vom Akku-Modul abgezogen und auf das Cam Plus gesteckt. Kleine Pfeile auf dem Modul sowie dem Akku helfen dabei, den richtigen Steckplatz zu finden. Sind Akku und Kamera-Modul verbunden, kann das Cam Plus in das LG G5 geschoben werden. Es folgt ein Neustart des Handys.

Über den Schiebeknopf an der unteren Kante des Smartphones lässt sich die Kamera aus dem Standby-Modus heraus starten. Ist das LG G5 aber bereits angestellt, startet die Kamera einen Sekundenbruchteil schneller. Der Schiebeknopf bietet einen angenehmen Widerstand, der ihn zwar leicht bedienbar macht, das versehentliche Anstellen der Kamera in der Tasche aber verhindern dürfte.

Kamera-Bedienung mit dem Cam Plus

Gesteuert wird die Kamera über zwei Knöpfe sowie das Zoom-Rädchen. Der von oben gesehene linke Knopf ist rund und vergleichsweise klein. Er startet und beendet eine Videoaufnahme. Der längliche Knopf rechts daneben ist der Auslösebutton für die Kamera. Ein leichtes Drücken fokussiert die Aufnahme, wird der Knopf durchgedrückt (über den kleinen Widerstand hinaus), löst die Kamera aus.

Kamera-Modul LG Cam Plus im Test: Das ging daneben, LG!
Die Tasten von links nach recht: Video-Button, Foto-Button, Zoom-Rädchen und Schnellstart-Taste
Mit dem Zoom-Rädchen kann der Nutzer sowohl während der Videoaufnahme als auch beim Fotografieren in das Motiv hinein und hinaus zoomen. Vor allem bei Videoaufnahmen stockt der Zoom allerdings, was am Ende zu einer hakeligen Aufnahme führt. Bei Fotos ist das Stottern beim Zoomen zwar auch bemerkbar, doch hat dies nicht die Auswirkung wie beim Video.

Mithilfe des Rädchens kann der Nutzer zwischen der 8-Megapixel-Weitwinkel-Kamera und der regulären Optik der 16-Megapixel-Hauptkamera wechseln. Dazu zeigt die Kamera-App auf dem Display ein Symbol mit einem bzw. zwei Bäumen an. Jeweils grün unterlegt ist die Optik, die gerade genutzt wird. Auch die grüne Zoomleiste an der rechten Seite des Screens zeigt an, welche Optik der Nutzer gerade verwendet. Der Übergang von Weitwinkel zur normalen Optik geschieht beim Zoomen sehr sprunghaft. Auch hier zeigt sich, das LG am flüssigeren Zoomen hätte arbeiten sollen.

Prinzipiell ist aber von einem zu nahen Heranzoomen mit dem Smartphone abzuraten, da die meisten Smartphones keinen optischen Zoom besitzen. Bildinformationen werden beim Vergrößern mit digitalem Zoom nicht herangeholt, sondern schlicht mit einem Algorithmus berechnet, was meist zu schwammigen und pixeligen Bildern führt. Besser ist es da, das Motiv im Nachhinein am PC zu vergrößern - durch das Zoom-Rädchen wird der Nutzer aber nahezu zum Drehen am Rädchen verführt.

Kamera-Modul LG Cam Plus im Test: Das ging daneben, LG!
LG Cam Plus am Smartphone. Modul soll als Kameragriff dienen.

Testfazit: Cam Plus mit Verbesserungspotenzial

Eigentlich hatte LG mit dem Cam Plus eine gute Idee. Kamera-Module können die Fotografie mit dem Smartphone sehr vereinfachen. Konkurrenten wie Nokia mit seinem Lumia 1020 haben es vorgemacht - es gibt Module, die für einen besseren Halt und eine bequeme Bedienung sorgen. LG kommt mit seinem Cam Plus aber nicht ganz an das gewünschte Ergebnis heran. Der Haltegriff ist zu schmal und rutschig und das angesteckte LG G5 zu schwer, um die Handhabe bequem und sicher zu machen. Außerdem nervt es, wenn beim Umstecken der Module das Smartphone jedes Mal neu gestartet werden muss.

Die Bedienung der Kamera wird durch das Cam Plus vereinfacht. Besonders das Fokussieren mit dem Auslösebutton der Kamera gefällt. Der Videobutton tut ebenfalls zuverlässig seinen Dienst, ist aber etwas klein geraten. Den Zoom sollte LG dringend überarbeiten. Das Rädchen ist zu wackelig und beim Zoomen stottert die Aufnahme, was vor allem bei Videoaufnahmen stört. Am Ende reicht auch die Tatsache, dass das Cam Plus einen zusätzlichen 1200-mAh-Akku mitbringt nicht aus, um uns das Cam Plus schmackhaft zu machen. Zumal das Modul mit einem Preis von 99 Euro nicht gerade günstig ist.

Den ausführlichen Test des LG G5 inklusive einer genauen Beschreibung und Bewertung der Kamera, finden Sie in einer weiteren News.

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