DAB+

Großes Interesse an DAB+ in Nordrhein-Westfalen

47 Veranstalter von Hörfunk- und Audio­pro­grammen sowie Platt­form­be­treiber haben Interesse an DAB+-Kapazitäten in Nordrhein-Westfalen angemeldet. Das ist das Ergebnis der Bedarfsabfrage (Call for Interest) der Landesanstalt für Medien NRW.
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Jetzt ist es offiziell: 47 Veranstalter von Hörfunk- und Audioprogrammen sowie Plattformbetreiber haben Interesse an DAB+-Kapazitäten in Nordrhein-Westfalen angemeldet. Das ist das Ergebnis der Bedarfsabfrage (Call for Interest) der Landesanstalt für Medien NRW (LfM). Unter den Interessenten sind nationale Anbieter, lokal und regional ausgerichtete private Sender und bundesweit tätige Plattformbetreiber.

Regiocast und Co. bei den Interessenten

Fast 50 Interessenten für DAB+ in NRWFast 50 Interessenten für DAB+ in NRW Beim letzten Call-for-Interest 2015/16 gab es nur etwas mehr als ein Dutzend Interessenten. Da der Großteil der Unternehmen nicht solvent genug erschien, verzichtete die LfM seinerzeit auf eine Ausschreibung. Jetzt sieht es anders aus: Interessiert zeigen sich laut Informationen von teltarif.de auch namhafte, große Radiounternehmen wie Antenne Bayern oder Regiocast. Einige der Interessenten planen mehr als ein Programm. So will das schwul-lesbische Radioprogramm lulu.fm zusammen mit dem Unternehmen Nano-Comp electronic GmbH einen Small Scale-Mux mit elf Programmen in Köln veranstalten. Auch Mehr! Radio aus Düsseldorf plant einen kompletten Mux.

Die UKW-Lokalradios sind dagegen gespalten, was eine Beteiligung an DAB+ angeht: Während die Stationen in Ostwestfalen-Lippe auf UKW und 5G setzen, wollen Stationen aus dem Ruhrgebiet und Rheinland bei DAB+ mitmachen. Die SPD NRW fordert eine Unterstützung des Lokalfunks durch Fördermittel beim Einstieg ins Digitalradio. Die LfM will laut eigenen Angaben die eingegangenen Interessensbekundungen nun auswerten und schnellstmöglich an die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen weiterleiten.

RTL Radio prüft Beteiligung an DAB+ in weiteren Bundesländern

Zu den Interessenten könnte auch RTL Radio gehören: Nach dem Start in Berlin und Brandenburg prüft das Hörfunkunternehmen die Beteiligung am digital-terrestrischen Radio DAB+ in weiteren Hörfunkmärkten. "Wir stehen in weiteren Ländern mit den Landesmedienanstalten im Gespräch, um sinnvolle Möglichkeiten auszuloten", sagt Stephan Schmitter, Chef von RTL Radio und dem RTL Radiocenter Berlin, im Gespräch mit dem Magazin "Infodigital".

Überzeugt von DAB+ ist das Unternehmen aber dennoch nicht, wie Schmitter verrät. "Vor allem auch, wenn man sieht, welche Dynamik im Moment in der programmatischen, datengetriebenen Vermarktung liegt. Und diese überlebenswichtigen Daten kann uns DAB+ einfach nicht liefern."

Daher werde die Verbreitung über DAB+ immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Im Moment gehe es aber darum, dort zu sein, wo sich auch der Hörer aufhält: "Ansonsten würde ich ja – wie im Beispiel von DAB+ in Berlin – freiwillig auf circa zehn Prozent meiner Kontaktchancen verzichten und mögliche vermarktbare Reichweite verschenken", so Schmitter.

Einer nationalen Ausstrahlung etwa des bundesweiten RTL Radio-Programms erteilt er dagegen eine klare Absage. Das sei momentan nicht refinanzierbar.

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