Europa

Große Ziele: Lenovo drängt ins Smartphone-Geschäft

Dank Geschäft in China steht Lenovo bereits auf Rang vier
Von Hans-Georg Kluge mit Material von dpa
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Im Rahmen der Präsentation seiner Geschäfts­zahlen zeigt sich Lenovo zu­ver­sichtlich, den Wachstums­kurs fort­setzen zu können. Lenovo hat im vergangenen Quartal einen Gewinn­sprung geschafft. Das chinesische Unter­nehmen verdiente mit 173,9 Millionen Dollar (131,1 Millionen Euro) knapp ein Viertel mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg in dem Ende Juni abgeschlossenen ersten Geschäfts­quartal um 9,7 Prozent auf 8,79 Milliarden Dollar, wie Lenovo mitteilte. Genügend Geld für eine weitere Expansion ist also vorhanden.

Lenovo drängt in den Smartphone-Markt - ist dort aber schon längst etabliert

Lenovo verkauft seine Smartphones derzeit nur in China (Archivbild)Lenovo verkauft seine Smartphones derzeit nur in China (Archivbild) Wie das Handelsblatt in seiner heutigen Ausgabe berichtet, drängt Lenovo nun auch in den Smartphone-Markt. Allerdings ist der Hersteller laut Marktforschern hier schon die Nummer vier in der Liste der größten Smartphone-Bauer. Das liegt laut Handelsblatt daran, dass Lenovo seine Smartphones derzeit vor allem in China verkauft. Jedes vierte weltweit verkaufte Smartphone gehe in China über die Ladentheke, so die Wirtschaftszeitung. Beobachter erwarten, dass Lenovo im nächsten Jahr versuchen wird, auch in anderen Ländern - unter anderem Amerika und Westeuropa - Fuß zu fassen.

Erfahrung haben die Chinesen darin, einen Markt zu erobern. Im Jahr 2005 übernahmen sie das PC-Geschäft von IBM und stießen so in die Spitzenliga der Branche vor. Von besonderem Interesse waren dabei sowohl das Vertriebsnetz als auch die langjährigen Kunden IBMs. Vor kurzem überholten sie im PC-Markt den langjährigen Marktführer HP. In Deutschland gehört zum Konzern auch der Aldi-Lieferant Medion.

Blackberry ein geeigneter Übernahme-Kandidat für Lenovo?

Das Handelsblatt spekuliert, Lenovo könnte eine ähnliche Strategie auf dem Smartphone-Markt verfolgen: Die Übernahme eines Konkurrenten, der über ein weitverzweigtes Vertriebsnetz verfügt, könnte als Einstieg in die Märkte Amerikas und Westeuropas dienen.

Ein Kandidat könnte der kanadische Smartphone-Pionier Blackberry sein - der hatte sich unlängst selbst ins Gespräch gebracht. Allerdings erscheint fraglich, ob sich Lenovo mit Blackberry nicht eher ein Klotz ans Bein binden würde, denn die Kanadier kämpfen mit sinkenden Marktanteilen und selbst im angestammten Geschäftskunden-Segment laufen die Kunden zur Konkurrenz über. Allerdings hat Blackberry nach wie vor ein funktionierendes Vertriebsnetz und einen guten Draht zu den Netzbetreibern.

Der Weg an die Spitze wird jedoch steinig: Mit Samsung und Apple stehen zwei schlagkräftige Konzerne ganz oben, die rund 45 Prozent des Marktes unter sich aufteilen.

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