Forschung

Zum Falten: Lenovo zeigt Smartphone, das zum Tablet wird

Nicht nur Samsung forscht mit Hochdruck an Geräten, die mehrere Gerätearten in sich vereinen. Auch der chinesische Konzern Lenovo versucht sich an faltbaren Geräten. Ein solcher Prototyp ist nun in einem Video aufgetaucht.
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Während der CES 2013 zeigte Samsung erstmals seine Forschungs­ergebnisse im Bereich von biegbaren Displays vor größerem Publikum. Seitdem wird immer wieder über ein Smartphone von Samsung spekuliert, dass sich durch einfaches Aufklappen zum Tablet verändert. Genau solch ein Gerät hat Lenovo vergangene Woche auf seiner Hausmesse Lenovo Tech World ausgestellt.

Noch handelt es sich dabei allerdings nur um einen Proto­typen, der eine mögliche Zukunft der Tablet-Branche zeigen soll. Denn das unter der Bezeichnung Lenovo Folio laufende Projekt war voll funktions­fähig und konnte von interessierten Besuchern ausprobiert werden.

Es gab sogar einige technische Details in Erfahrung zu bringen, mit denen der Prototyp ausgestattet ist.

Prototyp zum Anfassen

Lenovo Folio PrototypLenovos Prototyp in neuster Generation, der sich knicken lässt Von Interesse ist bei solch einem Prototypen wie dem Folio-Experiment in erster Linie natürlich das Display selbst. Laut Lenovo ist dieses je nach Betriebsart zwischen 5,5 und 7,8 Zoll groß, kann also vom Smartphone zum einiger­maßen handlichen Tablet aufgeklappt werden. Die Auflösung liegt den Angaben nach bei 1440 mal 1920 Pixel, was für eine ausreichend scharfe Darstellung sorgt.

Angetrieben wird der Tablet-Prototyp von einem Snapdragon 800 Prozessor und genau hier wird es aus einem gänzlich anderen Blick­winkel spannend: Als Betriebs­system ist auf dem Prototyp Android 7.0 Nougat installiert. Interessant ist dieses Detail dadurch, das eigentlich die Vulkan-API für Nougat vorausgesetzt wird - die Qualcomm für den Snapdragon 800 nicht unterstützt. Aber das nur am Rande.

Vorgeführt werden in dem Video auch ein paar Tricks der Software, was sich zum Beispiel bei der Kamera zeigt. Oder den speziellen Funktionen und Schnell­zugriffen, die automatisch im Smartphone-Modus an der Knick­stelle des Displays erscheinen. Man sieht, dass das Display auch im zugeklappten Zustand seine Touch­funktionalität weitest­gehend behält.

Wann kommt es denn

Die große Frage, die sich spätestens an dieser Stelle stellt, ist die Frage nach der Veröffentlichung. Schon im vergangenen Jahr zeigte Lenovo auf der Lenovo Tech World einen Prototypen mit genau denselben Merkmalen. Auch jetzt handelt es sich noch immer um einen Prototypen - der zeigt, wohin die Reise für Smartphones und Tablets bei Lenovo gehen könnte. Leider als sehr teure Produkte, aber eben als technisch machbare Visionen.

Erste Beobachter spekulieren bereits, dass nach zwei Jahren der kontinuierlichen Entwicklung und Ausstellung von Prototypen im kommenden Jahr ein erstes finales Produkt präsentiert werden könnte. Sollte dem so sein, dann wird es ein ziemlich teurer Spaß werden. Die Herstellung des speziellen Displays ist teuer, da mit einer vergleichs­weise hohen Ausfall­rate bei der Produktion gerechnet wird.

Auch Samsung bleibt nicht untätig mit seiner Forschung im Bereich Displays. Zuletzt sorgte ein dehnbarer Prototyp für Aufsehen, der eventuell ein guter Schutz vor Sturzschäden sein könnte.

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