Ausprobiert

Moto G4 Plus im Handy-Test: Gelungenes Gesamtpaket

Mit dem Moto G4 Plus hat Lenovo das erste Modell seiner Mittelklasse-Reihe auf den Markt gebracht, das ein Full-HD-Display sowie einen Fingerabdrucksensor mitbringt und darüber hinaus auch Fast Charging unterstützt. Wir haben das Moto G4 Plus getestet.
Von Rita Deutschbein

Android 6.0 in Reinform

Lenovo liefert das Moto G4 Plus mit Android 6.0.1 Marshmallow aus. Die Moto-Smartphones garantieren den Nutzern schnelle Updates und so verwundert es nicht, dass Lenovo auch für das aktuelle G4 Plus eine Aktualisierung auf das kommende Android N versprochen hat. Überflüssige Apps suchen Nutzer beim Moto G4 Plus vergebens. Allerdings hat der Hersteller unserer Meinung nach in einigen Bereichen etwas zu sehr den Rotstift angesetzt. So wurde beispielsweise auf eine Galerie-App verzichtet. Bilder lassen sich nur noch über Google Fotos ansehen. Das macht sich beispielsweise in der Kamera-App bemerkbar, die keinen direkten Weg in die Galerie-Ansicht bietet. Moto G4 Plus mit Android 6 Unnötige Apps und Funktionen hat Lenovo eingespart
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein, Marleen Frontzeck
Wer darüber hinweg sehen kann, erhält mit dem G4 Plus ein Smartphone, das ein sehr sauberes, nahezu unangepasstes Android bietet. Das System belegt genau 5,18 GB des 16 GB großen internen Speichers. Doch lässt sich mittels microSD-Karte nachrüsten: Bis zu 128 GB große Speicherkarten lassen sich im Smartphone verwenden, wobei der SD-Speicher als Gerätespeicher eingebunden werden kann (Adoptable Storage). Dazu muss die Speicherkarte allerdings ausreichend schnell sein, wie Lenovo betont.

Das Moto G4 Plus wurde mit einigen speziellen Funktionen ausgestattet. So reagiert das Smartphone beispielsweise auf bestimmte Bewegungen. Wird es zweimal schnell im Handgelenk gedreht, startet die Kamera-App. zweimaliges "Hacken" (schnelle Bewegung des Gerätes nach unten) startet die Taschenlampe. Wird das Moto G4 Plus hingegen angehoben während es klingelt, wird das Gerät stumm geschaltet.

Fingerabdrucksensor und Infos auf dem Sperrbildschirm

Das Moto G4 Plus ist das erste Modell der Reihe, das über einen Fingerabdrucksensor verfügt. Dieser sitzt in einem Button direkt unter dem Display, der nur den Sensor beherbergt. Zwölfmal mussten wir den Finger auf den Sensor legen, bis der Abdruck gespeichert war. Praktisch ist, dass das Smartphone über den Fingerabdrucksensor direkt aus dem Standby-Modus geholt werden kann. Damit funktioniert der Sensor ähnlich wie die Sensoren von Huawei und Honor und bietet einen klaren Vorteil gegenüber den Sensoren von Samsung und Apple, bei denen zunächst das Gerät gestartet werden muss bevor der Sensor den Fingerabdruck scannt. Der Fingerabdrucksensor des Moto G4 Plus Taste unterm Display: Fingerabdrucksensor, aber kein Home-Button
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein
Im Standby-Modus lassen sich verschiedene Informationen wie beispielsweise der Eingang einer E-Mail, eines Anrufes oder einer WhatsApp-Nachricht auf dem Sperrbildschirm anzeigen. Dabei kann der Nutzer bestimmen, ob nur die Information über den Eingang angezeigt oder auch Teile oder gar die ganze Mitteilung dargestellt werden sollen. Bei der Speicherung eines Fingerabdruckes kann dies festgelegt werden, um möglicherweise vertrauliche Mitteilungen auf dem Standby-Screen zu verbergen.

Aktives Dual-SIM? Scheinbar nicht!

Das Moto G4 Plus soll laut Lenovo aktives Dual-SIM unterstützen. Allerdings war es uns im Test nicht möglich, auf der zweiten SIM anzurufen, während auf der ersten telefoniert wurde. Nicht einmal ein Durchwahlton war zu hören. Nach etwa einer Minute Stille in der Leitung bekamen wir die automatische Ansage, dass die gewählte Rufnummer nicht erreichbar sei. Das Moto G4 Plus scheint also entgegen der Aussage nur mit einer statt mit zwei Sende- und Empfangseinheiten ausgestattet zu sein, unterstützt also Dual-SIM Standby.

Beide SIM-Karten-Schächte sind LTE-fähig. Zwar muss eine SIM-Karte als primäre Daten-Karte in den Einstellungen ausgewählt werden, doch lässt sich die für die Datenverbindung bestimmte Karte jederzeit im Menü wechseln, ohne die SIM-Karte tauschen zu müssen. Ebenfalls über das Menü lässt sich eine Karte ganz ausstellen - das ist praktisch, wenn die zweite SIM-Karte beispielsweise die Dienstnummer ist, die nach Feierabend nicht mehr klingeln soll. Anrufer werden bei ausgeschalteter SIM auf die Mailbox umgeleitet. Lenovo Moto G4 Plus: Platz für zwei SIM-Karten und eine microSD-Karte Platz für zwei SIM-Karten und eine microSD-Karte
Bild: teltarif.de / Rita Deutschbein, Marleen Frontzeck
Ein weiterer Vorteil ist, dass das Moto G4 Plus für zwei SIM-Karten-Formate geeignet ist. In den Schächten befindet sich jeweils ein Adapter für eine Nano-SIM. Wird dieser entfernt, lässt sich hingegen eine Micro-SIM einlegen.

Das Telefonieren mit dem Moto G4 Plus funktioniert gut. Die Filter arbeiten Störgeräusche zuverlässig heraus, ohne aber zu unschönen Abbrüchen am Satzende zu sorgen. Auch im Freisprechmodus lässt sich telefonieren, wobei sich der nach vorne gerichtete Lautsprecher dabei allerdings nicht als Klangwunder entpuppt. Neben mehr Tiefen könnte der Ton auch etwas lauter sein.

Beim Internet zeigt sich das Smartphone recht gut gerüstet. Es unterstützt WLAN a/b/g/n und funkt somit im 2,4-GHz und im 5-GHz-Band. Auf den ac-Standard müssen Nutzer allerdings ebenso verzichten wie auf NFC. Dafür steht neben UMTS/HSPA+ mit bis zu 42 MBit/s auch LTE Cat.4 für bis zu 150 MBit/s schnelle Downstreams auf beiden SIM-Plätzen bereit. Vorinstalliert ist der Chrome-Browser von Google, alternative Browser lassen sich auf Wunsch aber installieren.

Auf letzten Seite lesen Sie mehr zur Fast-Charging-Funktion des Akkus sowie zur Leistung der Kamera. Außerdem finden Sie dort unser Testfazit.

Inhalt:
Seite 1: Verarbeitung, Display und Leistung
System, Fingerprint und Dual-SIM
Seite 3: Akku, Kamera und Fazit

1 2 3
nächste Seite:

Weitere Handytests bei teltarif.de