FTC

Lenovo darf nie wieder Werbe­soft­ware vorinstallieren

Lenovo wollte 2015 mit einer vorinstallierten Werbesoftware ein kleines Nebengeschäft machen. Doch die Adware geriet zum Debakel, weil das Programm große Sicherheitslücken aufriss. Nun verpflichtete sich Lenovo auf Konsequenzen.
Von dpa /
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Der weltgrößte PC-Hersteller Lenovo hat sich gegenüber der US-Auf­sichts­be­hörde FTC verpflichtet, künftig bei seinen PCs auf die Installation von Programmpaketen zu verzichten, die die Sicherheit der Anwender gefährden könnten. Die FTC hatte eine Untersuchung gegen den chinesischen Konzern an­ge­strengt, weil auf etlichen Lenovo-Laptops die gefährliche Werbe­soft­ware "Superfish Visual Discovery" vorinstalliert war.

Bei "Superfish Visual Discovery" handelt es sich um ein Programm, das sich beim Internetsurfen in eine Verbindung einklinkt, um zusätzliche Werbung auf Webseiten einzublenden. Allerdings kann es sich auch in per SSL-Verschlüsselung geschützte Verbindungen einschalten, ohne dass die Nutzer etwas davon mitbekommen. Das ist beispielsweise beim Onlinebanking gefährlich, weil die verschlüsselten Kanäle nicht mehr sicher waren.

Lenovo darf keine Werbesoftware mehr vorinstallieren

Lenovo musste wegen des Superfish-Skandals bei der US-Behörde FTC erscheinenLenovo musste wegen des Superfish-Skandals bei der US-Behörde FTC erscheinen Lenovo habe nicht nur die Privatsphäre der Verbraucher, sondern auch den Online-Sicherheitsschutz gefährdet, auf den die Verbraucher vertrauten, erklärte Maureen K. Ohlhausen, die amtierende FTC-Chefin, am gestern in Washington.

Im Rahmen des Vergleichs mit der FTC wurde es Lenovo untersagt, auf Laptops ungefragt Software vorab zu installieren, die Werbung beim Websurfen einschleust. Weiterhin verpflichtete sich Lenovo auf ein 20-jähriges Software-Sicherheitsprogramm für alle vorinstallierten Programme.

Lenovo hatte bereits im Februar 2015 ein Säuberungsprogramm gegen die vorinstallierte Werbesoftware angeboten, nachdem die Sicherheitslücke bekannt geworden war. Neben Lenovo haben auch andere Hersteller wie Dell PCs mit der gefährlichen Superfish-Software ausgeliefert.

Für Lenovo hatte sich die Vereinbarung mit Superfisch nicht einmal gerechnet: Der Vertrag habe dem Konzern maximal 250 000 US-Dollar Einnahmen beschert, berichtete im März 2015 das Wirtschaftsmagazin "Forbes".

Zwischenzeitlich war Lenovo auch durch Lücken bei der Support-Software Lenovo Solution Center und bei ThinkVantage System Update sowie Lenovo Service Engine aufgefallen.

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