E-Mail-Dienst

Lavabit öffnet kurzzeitig: Bisherige Nutzer können Daten sichern

Mail-Provider von Snowden verweigerte sich der NSA-Schnüffelei
Von dpa / Marleen Frontzeck-Hornke

Lavabit öffnet seine Pforten für bisherige Nutzer Lavabit öffnet seine Pforten für bisherige Nutzer
Screenshot: teltarif.de
Der Anbieter von verschlüsselten E-Mail-Diensten Lavabit lässt seine Nutzer für kurze Zeit wieder an ihre Daten. Lavabit hatte Anfang August unter dem Druck amerikanischer Behörden dichtgemacht. Nun sollen bisherige Nutzer ihre Daten retten können, wie das Unternehmen in Alexandria im US-Staat Virginia ankündigte. Ein Kunde von Lavabit soll auch der Informant Edward Snowden gewesen sein - was die Aufmerksamkeit der Behörden angezogen haben soll.

Nutzer hätten bis Donnerstag Zeit, um ihr Passwort zu ändern, erklärte Lavabit. Die Änderung der Passwörter solle in Verbindung mit einem neuen SSL-Schlüssel geschehen. Ab Freitagabend könnten Nutzer sich dann auf der Lavabit-Webseite einloggen und ihre Daten sichern.

Lavabit-Gründer sollte Generalschlüssel für die Kundendaten herausgeben

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Screenshot: teltarif.de
Die Behörden hatten von Lavabit-Gründer Ladar Levison mutmaßlich verlangt, dass er einen den Generalschlüssel für die Kundendaten herausgibt. Er schloss stattdessen seinen Dienst. Levison selbst machte unter Hinweis auf einen Geheimhaltungs-Zwang bisher keine konkreten Angaben zu dem Fall. Es wurden aber Gerichtsunterlagen mit geschwärzten Namen veröffentlicht, in denen es um Lavabit gehen dürfte. Zu Hochzeiten hatte Lavabit demnach rund 400 000 Nutzer.

Nach der Schließung von Lavabit hatte ein weiterer Anbieter verschlüsselter E-Mail-Dienste, Silent Circle, kurzerhand ohne Vorankündigung alle Daten gelöscht. Das habe zwar einige Kunden verägert, sagte Mitgründer Phil Zimmermann. Silent Circle habe aber einer möglichen Anfrage von US-Behörden wie im Fall Lavabit zuvorkommen wollen, nach der man kaum noch Handlungsspielraum gehabt hätte.

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