Zero Rating

Vodafone Pass laut Landes­medien­anstalten unbedenklich

Die Landesmedienanstalten halten den Vodafone Pass für unbedenklich, wollen das Angebot aber weiter im Auge behalten. Aktuell verstoße die Option nicht gegen die Netzneutralität.
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Die Zero-Rating-Optionen Telekom StreamOn und Vodafone Pass werden weiterhin diskutiert. Während die Bundesnetzagentur das Telekom-Angebot in Teilen für rechtswidrig erklärt und den Anbieter zu Nachbesserungen aufgefordert hat, steht eine Aussage des Regulierers zu Vodafone Pass noch bevor.

Die Landesmedienanstalten haben sich Ende Januar ebenfalls mit dem Vodafone Pass beschäftigt. Dabei sind die Medienwächter zum Ergebnis gekommen, dass die Optionen aus "bislang keinen Verstoß gegen die Verordnung 2015/2120 sowie Leitlinien der Netzneutralität" darstellen.

Es stünde jedem interessierten Anbieter frei, seine Dienste über den Vodafone Pass anzubieten, ohne dass hierfür Kosten anfallen. Unproblematisch haben die Landesmedienanstalten auch die Tatsache angesehen, dass die Inhalteanbieter hierzu einen Vertrag mit Vodafone abschließen müssen. Schließlich würden für alle Interessenten die gleichen Bedingungen gelten.

Drosselung von Videostreams bislang nicht umgesetzt

Medienanstalten winken Vodafone Pass durchMedienanstalten winken Vodafone Pass durch Anders als die Bundesnetzagentur sehen die Landesmedienanstalten bislang auch die vorgesehene Drosselung von Videostreams als unproblematisch an. Allerdings gibt es einen feinen Unterschied. Bei Telekom StreamOn, das vom Regulierer entsprechend kritisiert wurde, wird die Reduzierung der Qualität auf 480p bereits praktiziert. Für den Vodafone Pass, der von den Medienanstalten untersucht wurde, hat der Netzbetreiber diese Maßnahme bislang zwar angekündigt, aber nicht umgesetzt.

Kritisiert haben die Medienwächter hingegen die Beschränkung der Nutzung auf Apps. Dadurch seien kleinere Rundfunkanbieter benachteiligt, die ihre Streamingdienste möglicherweise zwar über ihre Webseite, nicht aber über eine eigene App für Smartphones und Tablets anbieten.

Vodafone Pass soll weiter beobachtet werden

Nicht zuletzt betonen die Landesmedienanstalten, dass es sich bei ihrer Beurteilung um eine Momentaufnahme handelt und Vodafone Pass weiterhin fortlaufend untersucht werden müsse. Ganz offiziell ist eine neue Beurteilung vorgesehen, sofern sich die Bedingungen des Angebots ändern.

Vodafone Pass ist Ende Oktober gestartet. Anders als die Deutsche Telekom hat der Anbieter seit dem Start seiner Zero-Rating-Dienste noch keine neuen Partner aufgenommen. Das war nach Aussage der Vodafone-Pressestelle eigentlich für Januar geplant, ist aber bislang nicht umgesetzt worden. Der Hintergrund ist nicht bekannt. Anders als die Landesmedienanstalten hatten die Verbraucherschützer vergangene Woche ein Verbot von Vodafone Pass gefordert.

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