Statistik

Online-Erpressung: Straftaten im Internet nehmen zu

Neben Phisihing und Cyberattacken sind vermehrt Meldungen über Online-Erpressungen bei der Polizei eingegangen. Diese ist dennoch weitgehend machtlos. Woran dies liegt, lesen Sie in unserer Meldung.
Von Jennifer Buchholz mit Material von dpa
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Die Internet­kriminalität in Deutschland ist nach einem Zeitungs­bericht so hoch wie nie. Insgesamt registrierte die Polizei im vergangenen Jahr einen leichten Anstieg (0,7 Prozent) auf nunmehr 64 426 Fälle von Kriminalität mit "Informations- und Kommunikationstechnik", schreibt die Welt unter Berufung auf die Kriminalstatistik für das Jahr 2013. Das sei ein Rekordwert. Innenminister Thomas de Maizière (CDU) stellt die Statistik offiziell an diesem Mittwoch vor.

Nach Angaben der Zeitung werden nur 25 Prozent der Fälle im Bereich Internetkriminalität aufgeklärt. Besonders enorm sei der Anstieg der Straftaten bei der Computersabotage um 17,6 Prozent auf 12 766 Fälle. Beim Ausspähen und Abfangen von Daten ging die Zahl hingegen um 5,3 Prozent auf 15 909 Fälle zurück. Experten gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass nur etwa zehn Prozent der Internet­straftaten bekannt werden.

Kriminalität verlagert sich

Straftaten im Internet nehmen zuStraftaten im Internet nehmen zu Auch neue Arten des Verbrechens soll es laut dem Zeitungsbericht geben. So wird sogar die Schutzgelderpressung bereits via Internet betrieben. Ein erster Prozess gegen die Online-Erpressung im großen Stil findet derzeit vor dem Landgericht in Gießen statt. Dieser Erfolg gegen die Cyberkriminalität ist allerdings eher ein Einzelfall. Zwar erfolgen immer häufiger Meldungen von Straftaten, die Fahndungserfolge bleiben jedoch eher aus. Auch dies spiegelt sich in der Kriminalstatistik des Innenministers wieder.

Experten gehen allerdings davon aus, dass die aktuelle Statistik nicht die Realität abbildet. Viele Straftaten werden von den Bürgern nicht angezeigt sondern verschwiegen, da sich diese schämen würden, so der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt. Zudem sitzen die Täter oftmals im Ausland und können nur schwer von der Polizei gefasst werden. Auch fehle es der Polizei an Spezialisten, die sich um die Cyberkriminalität kümmern können, fügt André Schulz, Vorsitzender vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK), hinzu.

Was Sie beachten sollten damit Sie nicht Opfer von Phishing-Attacken werden, haben wir in unserem Ratgeber für Sie zusammengefasst.

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