Rücktritt

KPN-Finanzchef Eric Hagemann wirft hin

Rücktritt angeblich aus "persönlichen Gründen"
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Eric HagemannEric Hagemann Der Finanzvorstand der niederländischen KPN, der Muttergesellschaft von E-Plus, Eric Hagemann, ist "aus persönlichen Gründen" von seinem Amt als Finanzvorstand (CFO) zurückgetreten. Dies meldet das zum Nachrichtenkonzern Informa gehörende Portal www.telecoms.com.

Sein Rücktritt könnte mit dem Versuch der von Carlos Slim kontrollieren Unternehmensgruppe América Móvil, KPN voll zu übernehmen, zusammenhängen. Zwar wiegelt KPN ab und betont, dass der Weggang Hagemans, der im Vorstand von KPN saß, nicht mit seinem Arbeitsumfeld bei KPN zu tun habe, aber Hageman hat die Firma sofort verlassen. Die Nachricht vom Rücktritt erfolgte unmittelbar, nachdem KPN einen neuen Technik-Vorstand (CTO) bekannt gegeben hatte: Erik Hoving, bisher für Strategie, Innovation und Technik bei den Niederländern zuständig.

Überblick über Gezerre um KPN

Der Wechsel im KPN-Management trifft mit dem Angebot von América Móvil zusammen, die alle verbleibenden Aktien kaufen wollten, wovon sie bereits einen Anteil von 30 Prozent hielten. Doch diese Übernahme wurde erst einmal von der unabhängigen "KPN Stiftung" gestoppt, die eine gesetzlich gesicherte Option ausübte, Aktien zu kaufen, womit sie mehr als 50 Prozent der Stimmrechte im Unternehmen erzielen konnten. Die Stiftung erklärte allerdings in einer Presseerklärung, dass sie diese Anteile nur vorübergehend halten wollten, um die Interessen einer Reihe von KPN-Anteilseignern im Hinblick auf die "feindliche Übernahme" durch den mexikanischen Netzbetreiber América Móvil zu wahren. Ihr Ziel sei es, mit América Móvil zu verhandeln, um einen Kauf "in Übereinstimmung mit den geltenden Regeln und den üblichen Gepflogenheiten der Niederlande" zu errreichen. Die Mexikaner hatten bereits signalisiert, dass sie den großen Deal auch komplett absagen könnten.

Hageman war nur kurz in seinem neuen Amt gewesen, kommissarisch seit Januar 2012, mit Sitz und Stimme im Vorstand seit September 2012. Ein Nachfolger soll so schnell wie möglich bekannt gegeben werden.

Kommt die Übernahme durch Slim nach der Fusion?

Branchenkenner vermuten, dass Carlos Slim weiter an einem kompletten Kauf der KPN (einschließlich E-Plus) interessiert sein könnte. Die mangelnde Aktienmehrheit und der Widerstand der KPN-Stiftung machten ihm jedoch zunächst einen Strich durch die Rechnung, weswegen er auch dem Verkauf der E-Plus-Gruppe an Telefónica-o2 zustimmte, nachdem die Spanier ihr Angebot verbessert hatten. Ein Einstieg bei KPN in Europa würde für Slim, der bereits rund 28 Prozent der Telekom Austria besitzt, eigentlich nur mit E-Plus einen Sinn machen, die im als lukrativ geltenden deutschen Markt aktiv sind. Vielleicht wartet Slim auch ab, ob die fusionierte "o-Plus" (o2 und E-Plus) ein Erfolg wird oder später "günstig" zu haben sein könnte.

An einer Fusion der beiden in Deutschland tätigen Mobilfunkanbieter E-Plus und o2, so die einstimmige Meinung von führenden Personen der Branche am Rande der Berliner IFA führe kein Weg vorbei, da die notwendigen Investitionen in das Netz alleine kaum zu stemmen und zu refinanzieren seien. Vodafone-Deutschland-CEO Jens Schulte Bockum sagte in Berlin beispielsweise zur Eröffnung der Messe, dass Vodafone in Deutschland mehr in Technik investiert habe, als E-Plus und o2 zusammen. Verbraucher befürchten, dass künftig die Preise nicht mehr sinken und innovative Angebote verschwinden oder langfristig die Preise sogar steigen könnten. Ob das deutsche Kartellamt über die Fusion befinden darf oder ob die EU-Kommission den Fall bei sich behält, gilt noch nicht als sicher.

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