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Dropbox & Co.: Kostenlose Online-Speicher-Dienste im Vergleich

Auf die eigenen Daten von überall zugreifen zu können ist ein Komfort, den viele Internet­nutzer nicht missen möchten. Zahlreiche Dienste konkurrieren mit kostenlosem Online-Speicher­platz um die Gunst der Nutzer.
Von Niklas Golitschek
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Ob Dropbox, Google Drive oder OneDrive – kaum ein Weg führt heutzutage an der Cloud vorbei: Vor allem Dokumente und Bilder lassen sich bequem hochladen und mit Freunden teilen. Ein weiterer Vorteil ist, dass Nutzer von jedem Endgerät auf die Dateien zugreifen können. Inzwischen gibt es zahlreiche Anbieter für Online-Speicher, die sich erst auf den zweiten Blick unterscheiden.

Die Qual der Wahl

VernetzungAuf eigene Daten im Online-Speicher von überall zugreifen Den besten Anbieter gibt es pauschal nicht. Viel mehr hängt es davon ab, welche Wünsche der Nutzer hat. Wer nach eigenen Kriterien misst, findet auch am ehesten den passenden Dienst. Die wesentlichen Faktoren lassen sich dabei in fünf Bereiche einteilen: kostenloser Speicherplatz, Kosten für die Aufstockung, Desktop-Anwendungen und Apps, Bedien­barkeit und Datenschutz. Hier offenbaren sich die Unterschiede der einzelnen Anbieter.

Die Mehrheit der Dienste ermöglicht den Zugriff auf den Online-Speicher sowohl über den Web-Browser als auch über eigene Apps und Programme für verschiedene Betriebs­systeme. Die Software macht die Bedienung in der Regel komfortabler, da der Online-Speicher als virtuelles Laufwerk dargestellt wird - und Dateien so einfach per Verschieben in einen Ordner hoch- und runtergeladen werden können.

Wer ein Betriebs­system nutzt, für das kein Software-Client verfügbar ist, der sollte nach einem Anbieter Ausschau halten, der auch den Zugang per WebDAV-Schnittstelle anbietet. Mit dieser lässt sich der Online-Speicher ebenfalls als virtuelles Laufwerk einbinden. Komfortablere Funktionen der Apps wie etwa das Erzeugen von Sharing-URLs per Kontextmenü sind auf diese Weise aber nicht verfügbar.

Dropbox

Dropbox punktet vor allem mit einer hohen Benutzer­freundlichkeit. Sowohl über die Browser-Version als auch über die Desktop-Anwendung lässt sich der Dienst leicht bedienen. Hinzu kommen Apps für die Betriebs­systeme der gängigen Smartphones und Tablets. Durch die Programmier­schnitt­stelle (API) ist es Entwicklern zudem möglich, Ihre Dienste mit der Cloud zu verknüpfen. Dadurch haben Nutzer die Möglichkeit, den Funktionsumfang zu erweitern. Vor allem die Auto­mati­sierung von wieder­kehrenden Arbeits­prozessen ist dadurch sehr leicht. Mit zwei Gigabyte zum Start ist der kostenlose Speicher­platz allerdings recht gering. Nutzer haben aber die Möglichkeit, den Speicher­platz kostenlos auf­zustocken, indem sie Freunde werben, das Tutorial abschließen oder Fotos vom Smartphone auto­matisch synchro­nisieren. Für 9,99 Euro im Monat gibt es 1 TB Speicherplatz. Wer gleich 12 Monate bucht, zahlt 99 Euro pro Jahr.

Google Drive

In diesem Punkt zeigen andere Dienste wie Google Drive oder Mega ihre Stärken: Google bietet seinen Nutzern 15 GB, worunter auch Google Mail zählt. Wer 100 GB Speicher­platz möchte, muss lediglich 1,99 US-Dollar im Monat hinlegen. Besitzer eines Android-Geräts haben in der Regel auch einen GMail-Account, da das Betriebs­system zu Google gehört, und haben dementsprechend schon einen Zugang zu Drive. Die Regis­trierung ist für viele Nutzer dadurch bereits erledigt. Besonders für die Kolla­boration eignet sich der Dienst, da mehrere Nutzer gleichzeitig an einer Datei arbeiten können. Die Synchro­nisation findet in Echtzeit statt.

Mega

Kim Schmitz, alias Kim Dotcom, stellt den Kunden seines Dienste Mega 50 GB Speicherplatz kostenlos zur Verfügung. Zu einem Preis von 9,99 Euro im Monat gibt es 500 Gigabyte – bezahlen können Kunden allerdings nur über Paypal. Bei Vertragsabschluss über 12 Monate sind die 500 GB für 90 Euro zu haben. Positiv anzumerken ist die Ende-zu-Ende-Verschlüs­selung, wodurch der Schutz der Dateien gewährleistet ist. Störend empfinden Kritiker dafür, dass die All­gemeinen Geschäfts­bedingungen und die Daten­schutz­bestimmungen nur auf Englisch verfügbar sind. Zudem sind die Server-Standorte unbekannt. Für die Anwendung selbst gibt es eine deutsche Sprach­fassung.

Wuala

Großen Wert auf den Datenschutz legt nach eigenem Bekunden auch das französische Unter­nehmen LaCie, das den Cloud-Dienst Wuala [Link entfernt] betreibt. Wie bei Mega verschlüsselt die Software alle Dateien schon vor dem Upload, sodass die Mitarbeiter die Dateien nicht einsehen können. Da die Server ausschließlich in der Schweiz, in Deutschland und in Frankreich stehen, werden die hohen Datenschutz­standards eingehalten. Umweltbewusste Nutzer freuen sich zusätzlich: Der Anbieter versichert, dass alle Server zu 100 Prozent mit Ökostrom betrieben werden. Diesen Komfort lassen sich die Schweizer aber bezahlen. Das kosten­freie Angebot ist inzwischen eingestellt, für fünf Gigabyte sind 99 Cent im Monat fällig. 50 Gigabyte kosten 5,99 Euro im Monat, das Kontingent ist auf bis zu zwei Terabyte erweiterbar.

Microsoft OneDrive

Microsoft hat die Cloud ebenfalls als Einnahmequelle entdeckt und zunächst Skydrive ins Leben gerufen. Wegen Marken­rechts­problemen mit der British Sky Broadcasting Group heißt der Dienst inzwischen OneDrive. Office 365 ist bereits mit der Cloud verknüpft, Kunden erhalten kostenlos 1 Terabyte Speicherplatz für jeden der fünf möglichen Office-Nutzer. Neue OneDrive-Nutzer müssen sich zunächst mit 15 Gigabyte begnügen, bekommen dafür aber auch eine abgespeckte Office-Version in der Cloud zur Verfügung gestellt. Eine kostenlose Erweiterung auf bis zu 23 Gigabyte ist möglich, indem Freunde geworben und Fotos automatisch gespeichert werden. 100 Gigabyte bietet Microsoft für 23,88 Euro pro Jahr an. Beim Thema Datenschutz kann die Cloud von Microsoft allerdings nicht punkten: Die Daten sind nicht verschlüsselt auf den Servern hinterlegt, wodurch Microsoft prinzipiell darauf zugreifen könnte. Hinzu kommt das amerikanische Datenschutz­recht, das deutlich lascher als das europäische ist.

Auf der zweiten Seite finden Sie drei Online-Speicherdienste mit Sitz und Standort in Deutschland sowie den Preis-/Leistungssieger in diesem Vergleich.

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