teuer

Telefonieren und mobiles Internet: Kostenfallen im Ausland

Wir zeigen, worauf Sie trotz EU-Roaming-Regulierung achten müssen
Von Ralf Trautmann
Kommentare (2485)
AAA
Teilen

Die EU hat sich vor einigen Jahren der Problematik der hohen Roaming-Entgelte angenommen und seither in mehreren Stufen manche Kostenfalle entschärft - weitere Schritte werden folgen. Dabei greift die Staatengemeinschaft immer weiter in die Preisgestaltung ein: Nach Telefonaten und SMS sind mittlerweile auch die Daten-Entgelte für Endkunden reguliert - allerdings bisher nicht die direkten MB-Preise. Hier gilt eine Obergrenze für den Gesamtbetrag für das Datenroaming, ab dem das mobile Surfen automatisch unterbunden wird. Doch trotz EU-Verordnung drohen bei Aufenthalt im Ausland in puncto Handynutzung weiterhin Kostenfallen - wir zeigen, was es zu beachten gilt.

Reisen außerhalb der EU: Telefonieren teuer wie eh und je

Telefonie und mobiles Internet: Kostenfallen im Ausland Eines der naheliegendsten Probleme: Die von der EU gedeckelten Roaming-Entgelte gelten - wenig überraschend - (fast) nur in der EU. Wer sich außerhalb der EU aufhält - und hierzu gehören auch beliebte Urlaubsziele wie Tunesien, Türkei oder Ägypten und natürlich Länder wie die Dominikanische Republik, hat entsprechend nach wie vor mit dem Problem möglicher Horror-Rechnungen zu kämpfen. Die Anbieter sind hier in der Preisgestaltung nicht annähernd moderater geworden, im Gegenteil. Bei der Telefonie werden in der teuersten Zone gerne Entgelte von zum Beispiel 2,99 Euro pro Minute für ein abgehendes Gespräch berechnet. Wer nur 2 bis 3 Minuten zu Hause anruft, um die problemlose Ankunft zu vermelden, ist schon 6 bis 9 Euro los. Gabs auf dem Weg doch Probleme und das Gespräch dauert zum Beispiel eine Viertelstunde, sind schon fast 45 Euro verbraucht. Auch ankommende Gespräche lassen sich die Anbieter fürstlich bezahlen: Preise über 1 Euro pro Minute sind die Regel. Auch SMS sind teurer als in Deutschland, wenngleich noch bezahlbar.

Gerade im Nicht-EU-Ausland gilt weiterhin der Tipp, im Zweifel auf eine lokale Prepaid-Karte oder eine spezielle Reise-SIM zu setzen. Abgehende Gespräche nach Deutschland sind dann zwar auch meistens nicht besonders günstig, der Nutzer kann sich aber von Deutschland aus zurückrufen lassen - dank Call-by-Call oftmals zu vergleichsweise günstigen Preisen. Anrufe zu ausländischen Handynummern sind nämlich unter Umständen erheblich günstiger als zu deutschen. Anrufe in die Dominikanische Republik zum Beispiel für rund 6 Cent pro Minute, zu türkischen Handynummern minütlich 2 bis 3 Cent.

Datenübertragung

Richtig schwierig wirds bei der Datenübertragung: Vor allem außerhalb der EU fallen in der Regel tatsächlich exorbitante Preise an, zum Beispiel 1 Euro pro 50 kB - wer also mit dem Handy 50 MB versurft, ist 1000 Euro los. Wer sich dessen bewusst ist, hat mit klassischen Handys kein Problem: Wer sich nicht ins Internet einwählt, hat auch keine Kosten. Moderne Smartphones sind aber immer stärker mit dem Internet verknüpft - hier werden im Zweifel und je nach Konfiguration ohne das Zutun des Nutzers Daten übertragen, sei es direkt vom System, sei es von Apps. Diese klassische Kostenfalle lässt sich umgehen, indem der Nutzer die Datenübertragung über den Mobilfunk im Ausland komplett deaktiviert - eine entsprechende Option bieten die meisten Smartphones in den Einstellungen.

In der EU indes gilt die erwähnte Obergrenze (sogenannter Cut-off-Mechanismus) bei 59,50 Euro - hier muss im Ausland Schluss sein, bis sich der Nutzer aktiv die weitere Nutzung freischalten lässt. Dies schützt vor hohen Rechnungen, sagt aber noch nichts über den Preis des einzelnen MB aus - entsprechend schnell kann diese Grenze erreicht sein.

Wer auf das Surfen via Handy nicht verzichten will, hat natürlich auch in diesem Fall die Möglichkeit, sich eine SIM-Karte des jeweiligen Landes mit günstigerem Tarif zu besorgen. Zudem gibt es auch die Möglichkeit, sich ganz klassisch ins Internet-Café zu setzen. Hier ist dann allerdings Vorsicht bei privaten Daten geboten, da mancher Rechner schlecht gewartet wird und entsprechend Schadsoftware enthalten kann.

Auf der folgenden Seite zeigen wir Ihnen weitere potenzielle Kostenfallen - und wie Sie diese umgehen können.

1 2 letzte Seite
Teilen

Weitere Artikel aus dem Themenspecial Reise & Navigation