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Klatro: Nächster Schmalband-Internet-Anbieter hört auf

Dem Internetzugang per Modem/ISDN-Einwahl geht es an den Kragen: Nach Tele2 und 1&1 verkündet nun auch Klatro das Aus. Wir erläutern die Hintergründe und zeigen, welche Schmalband-Anbieter es noch gibt.
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Das Sterben der Internet-Zugangsmöglichkeit per Modem- oder ISDN-Einwahl geht weiter. Die Klatro GmbH gibt bekannt, dass das Internet-Zugangsangebot über Internet-by-Call-Einwahlnummern zum 31. März aus technischen Gründen eingestellt wird.

Nach der Einstellung der Internet-by-Call-Tarife bei Tele2 und dem Aus für Schmalband-Internet bei 1&1 ist dies nun der dritte Anbieter innerhalb kurzer Zeit, der seine Dienste einstellt. Wir haben den Anbieter zu den Hintergründen befragt.

Zuletzt noch 300 000 Minuten IbC pro Monat

Aus Für Internet by Call bei den Klatro-MarkenAus Für Internet by Call bei den Klatro-Marken Die "Klatro Online Dienste" betrieben Schmalband-Internetzugänge unter den Markennamen 24Internet, Callavista, und Empornet. Verwendet wurden für die Internet-Einwahl Rufnummern, die mit 01916 begannen. Je nach Marke Tarif schloss sich daran eine vierstellige Nummer an, die Tarife trugen meist die Namen von Tieren.

Auf Nachfrage erläuterte uns Klatro, was der Grund für die Einstellung des Angebots ist. Es ist nämlich genau derselbe, wie bei einigen Nummern von 1&1: Der Vorleister Telefónica schaltet die technische Plattform für Internet-Schmalbandzugänge Ende März endgültig ab. Offenbar hatte Telefónica ursprünglich geplant, die Plattform schon Ende 2016 abzuschalten, sich aber dazu entschlossen, sie noch drei Monate weiterlaufen zu lassen. Für die Zeit der Verlängerung hat Telefónica Klatro offenbar keine Kosten berechnet. Klatro konnte diesen "Preisvorteil" dann direkt an die wenigen noch verbleibenden Kunden weiterreichen. Viele der Klatro-Tarife verfügten zudem noch über eine Preisgarantie. Das IbC-Geschäft betrug bei Klatro zuletzt nach Angaben des Unternehmens noch 300 000 Minuten pro Monat über alle Marken hinweg.

Weiterhin von Klatro angeboten werden die Telefonie-Dienste für Callthrough, VoIP und Callback.

Im Abschiedsschreiben bedankt sich Klatro für die "vertrauensvolle Zusammenarbeit" und die "Treue über 10 Jahre". In der Tat ist teltarif.de eines der letzten Online-Portale, das für Schmalband-Kunden noch tagesaktuell die gültigen Internet-by-Call-Tarife ohne Anmeldung bereitstellt. Unsere Redaktion betreibt dazu zwei Übersichten in Tabellen-Form, die jeweils beim Aufruf dieser beiden Seiten neu berechnet werden:

Nur noch wenige Internet-by-Call-Anbieter aktiv

Ab dem 1. April werden unsere tabellarischen Übersichten zu Schmalband-Tarifen dann also erneut schrumpfen. Ohnehin setzen heutzutage die meisten Internet-Kunden auf einen Breitband-Zugang oder mobiles Internet.

Von den IbC-Anbietern, die die mit 01928 beginnenden Einwahlnummern nutzen, ist bislang keine Einstellung des Dienstes gemeldet worden. Dabei handelt es sich beispielsweise um freenetphone, meOme und altnetsurf. Der Anbieter Ventelo betreibt noch Einwahlnummern, die mit 01921, 01930 und 01926 beginnen. Dafür ist QSC der technische Dienstleister.

Das Geschäft mit dem Schmalband-Tarifen spiele eine "äußerst untergeordnete Rolle", war von den Anbietern zu hören. Dennoch seien keine Abschaltungspläne bekannt. Über kurz oder lang sollten sich Nutzer jedoch Gedanken über Alternativen machen.

Wichtige Hintergrund-Informationen zu Internet by Call und zu den teils kurzfristigen und drastischen Preisänderungen bei den verbliebenen Anbietern erhalten Sie auf unserer Ratgeberseite zu IbC.

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