Smartphone-App

München bekommt Katwarn-Ka­ta­stro­phen­warn­system fürs Handy

Früher ertönten im Notfall die Sirenen, jetzt piept das Handy. Das Katwarn-System für das Smartphone soll nun auch den Münchnern künftig sagen, was sie im Fall der Fälle zu tun haben.
Von dpa /
AAA
Teilen

Nach zahlreichen anderen deutschen Städten und Land­kreisen hat nun auch München ein Ka­ta­stro­phen­warn­system für das Handy. Heute fiel der Startschuss für Katwarn, ein System, das im Fall der Fälle per SMS, E-Mail oder Smartphone-App Nachrichten an registrierte Bürger schickt.

"Seit 9/11 wurde das Bedürfnis der Bevölkerung nach Warnsystemen höher", sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) heute, bevor er symbolisch den roten Knopf drückte und das System damit offiziell für die bayerische Landeshauptstadt in Betrieb nahm. Vor allem der Fund der 250 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe unter der Kultkneipe Schwabinger Sieben vor zwei Jahren habe gezeigt, dass München ein solches Warnsystem brauche.

Warnungen auf Basis der eigenen PLZ

Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter präsentiert KatwarnMünchner Oberbürgermeister Dieter Reiter präsentiert Katwarn Das System, das vom Fraunhofer-Institut Fokus entwickelt [Link entfernt] und zu einem Großteil von der Versicherungskammer Bayern finanziert wurde, soll betroffene Anwohner künftig in solchen Fällen warnen sowie bei Großbränden, Umweltkatastrophen oder Pandemien. Es orientiert sich dabei an den Postleitzahlbereichen. Der Nutzer kann seine eigene Postleitzahl eingeben und bekommt dann entsprechende Warnungen. Außerdem ertönt ein Alarmsignal mit Warn-Nachricht, wenn er sich in einen gefährdeten Bereich begibt.

Ein großer Vorteil ist nach Einschätzung der Feuerwehr, dass das System nicht nur warnt, sondern dass gleichzeitig Handlungsempfehlungen abgegeben werden können. Das System gibt es als Smartphone-App. Wer kein Smartphone hat, kann sich für den SMS- oder E-Mail-Versand registrieren. Die Stadt muss nach Angaben Reiters nur 15 000 Euro für "Katwarn" bezahlen - plus 3 000 Euro jährlich für den Betrieb.

Bislang haben rund 30 Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland "Katwarn" eingeführt. Darunter sind neben Berlin und Hamburg auch Nürnberg sowie die bayerischen Landkreise Altötting, Deggendorf und Aschaffenburg.

Auch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn arbeitet an einer Warn-App. Das habe mit "Katwarn" allerdings nichts zu tun, sagte ein Sprecher von Fraunhofer Fokus. Dabei handele es sich um eine bundesweite App und nicht um eine kommunale.

Teilen