Warnung

Kaspersky: "Internetbasierte Katastrophe kommt bestimmt"

Der von Internet-Kriminellen verursachte Schaden sei enorm
Von ddp /
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Der international anerkannte IT-Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky warnt vor künftigen regionalen oder gar globalen "internetbasierten Katastrophen". Die Frage sei längst nicht mehr, ob, sondern nur noch wann es passieren werde, sagte Kaspersky in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp auf der Computermesse CeBIT in Hannover. Es gebe genügend "böse Jungs", die sich im Internet tummelten.

Der jährlich weltweit von Internetkriminellen verursachte Schaden sei enorm, sagte Kaspersky. Nach Schätzungen seiner auf die Herstellung von Antiviren-Software spezialisierten Firma Kaspersky Lab beläuft sich dieser auf rund 100 Milliarden Dollar (79 Milliarden Euro). Am meisten betroffen seien Banken. Es gebe aber auch zunehmend politisch motivierte Internetattacken. So hätten russische Spammer vor einiger Zeit mit einem Cyberangriff das Internet in Estland teilweise lahmgelegt.

Jüngstes Beispiel für die Gefahren im Netz sei der jetzt grassierende Computerwurm Kido, auch unter dem Namen Conficker bekannt, der ein immenses Botnet aufziehe. Noch wisse niemand, wer dahinter stecke, sagte Kaspersky. Tatsache sei, dass es sich aber um wirkliche Profis handele, die wüssten wie man eine Epidemie in Gang bringe.

Der Kampf gegen Kido werde noch die nächsten fünf Jahre, wenn nicht sogar für immer andauern. Die Bekämpfung des Computerwurms scheitere einfach an den verbleibenden Computern, die noch nicht mit entsprechender Schutzsoftware aktualisiert wurden.

Notwendig sei eine intensivere internationale Zusammenarbeit auch auf staatlicher Ebene, um die Internetkriminalität einzudämmen, sagte Kaspersky. Er befürchte aber, dass die Regierungen angesichts der Finanzmarktkrise derzeit eher an andere Dinge denken.

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