Kabel

Kabel-Internet: Häufig günstiger als vergleichbares DSL

Anbieter liefern ein Vielfaches an Bandbreite
Von Anja Zimmermann / Björn Brodersen
AAA
Teilen

Inzwischen hat es sich herumgesprochen: Die TV-Kabel-Anbieter haben sich in den vergangenen Jahren zu echten Konkurrenten der DSL-Anbieter gemausert. Sie haben ihre Netze modernisiert, so dass auch Telefon und Internet über das Fernsehkabel angeboten werden können und gehen mit Rabattaktionen auf Kundenfang. Preislich können einige Angebote im Kabelnetz wesentlich günstiger sein als ein vergleichbares DSL-Angebot. Wir bieten Ihnen einen Einblick in die aktuellen Flatrate-Angebote der Kabelnetzanbieter und zeigen Ihnen, bei welchem Anbieter Sie gegenüber verfügbaren DSL-Angeboten sparen können.

Die Verfügbarkeit von Breitband-Internet über das TV-Kabel

Kabel-Internet in Deutschland in Zahlen:
  • Von 39,5 Millionen Haushalten in Deutschland
    können rund 27 Millionen Kabel-Internet erhalten
  • Kabel Deutschland erreicht 15 Millionen Haushalte
    in 13 Bundesländern (12 Millionen per Kabel-Internet)
  • Unitymedia erreicht 8,6 Millionen Haushalte in
    Nordrhein-Westfalen und Hessen (7,14 Millionen per
    Kabel-Internet)
  • Kabel BW erreicht 3,54 Millionen Haushalte in
    Baden-Württemberg (3,5 Millionen per Kabel-Internet)
So wie nicht in jedem Haushalt, der über einen Festnetz-Telefonanschluss verfügt, DSL geschaltet werden kann, ist auch nicht für jeden Haushalt, der sein Fernsehprogramm über den Kabelanschluss empfängt, Kabel-Internet verfügbar. Nur ein hinreichend modernisiertes Kabelnetz mit einen Rückkanal für entsprechende digitale Dienste ist internetfähig. Insgesamt ist für sehr viel weniger Haushalte Kabel-Internet als DSL verfügbar. Deutschlands größte Kabelnetz-Betreiber Kabel Deutschland, Kabel BW und Unitymedia könnten nach eigenen Angaben mittlerweile zusammen rund 27 Millionen Haushalte in Deutschland ans Kabelnetz anschließen, davon können 22,6 Millionen Breitband-Internet über das TV-Kabel erhalten.

Zum Vergleich: Nach Angaben der Deutschen Telekom wäre zurzeit für 96 Prozent der 39,5 Millionen Haushalte in Deutschland ein DSL-Anschluss verfügbar, wobei diese Statistik noch nichts über die am Anschluss des Kunden realisierte Datenübertragungsrate aussagt. Anders als beim Breitband-Kabel der Kabel-Internet-Anbieter nimmt mit zunehmender Entfernung des Anschlusses vom Hauptverteiler die DSL-Geschwindigkeit ab.

Bandbreite von bis zu 300 MBit/s im Kabelnetz möglich

Die Kabel-Anbieter rüsten ihre Netze auf Ein weiterer Unterschied von Kabel-Internet gegenüber Breitband betrifft die in der Praxis realisierte Bandbreite am Anschluss des Kunden. Nicht nur bietet das Koaxialkabel konstante Bandbreiten über lange Distanzen, es ermöglicht auch insgesamt deutlich höhere Bandbreiten als DSL. Noch haben die Kabel-Internet-Anbieter die maximale Datenübertragungsrate auf bis zu 32 MBit/s im Downstream begrenzt, doch theoretisch sind bis zu 300 MBit/s möglich. Noch in diesem Jahr - damit darf man rechnen - werden die Kabel-Internet-Provider wieder einen Gang höher schalten und eventuell zumindest zu den 50 MBit/s des VDSL-Netzes der Telekom aufschließen. Hier lassen sich die Netzbetreiber nicht von dem technisch Machbaren leiten, sondern handeln nach wirtschaftlichen Kriterien.

Die Kunden benötigen für das Kabel-Internet ein spezielles Modem, hinter das sie auch einen herkömmlichen Router für den kabelgebundenen oder drahtlosen (WLAN) Anschluss mehrerer PCs schalten können. In der Regel braucht sich der Neukunde für die Standard-Installationen des Anschlusses und der Hardware um nichts kümmern, und ein Techniker des Kabel-Internet-Anbieters übernimmt diese Arbeiten ohne zusätzliche Kosten vor Ort.

Kaum Konkurrenz zwischen den Kabel-Internet-Anbietern

Im Unterschied zu DSL hat der Kunde bei Kabel-Internet keine freie Anbieterwahl, da das ausgelegte Kabelnetz vor Ort immer nur einem Anbieter gehört. So kommen sich beispielsweise die drei großen Netzbetreiber Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW nicht gegenseitig ins Gehege und operieren in getrennten Regionen. Die Kabel-Netzbetreiber agieren auf den Netzebenen 3 und 4. Mit der Netzebene 3 sind die Kabelbereiche gemeint, die von den sogenannten Kopfstationen aus bis in die Wohngebiete verlegt worden sind. Erst die vierte Netzebene erreicht die Kabel-Kunden. Hier legt der Anbieter den Anschluss vom zentralen Punkt an der Grundstücksgrenze oder an der Straße bis beispielsweise in den Keller eines Hauses. Somit können die Netzebenen 3 und 4 vom selben Anbieter betrieben werden, müssen es aber nicht. Auf der Netzebene 4 tummeln sich noch viele andere Kabelfirmen, selbst Wohnungsbaugesellschaften können ihre eigenen Kabelnetze aufbauen und eigene Entgelte für den TV-Kabelanschluss erheben. Mehr über den Aufbau des Kabelnetzes erfahren Sie auf unserer entsprechenden Infoseite.

Apropos TV-Kabelanschluss: Inzwischen gibt es etliche Kabelnetzbetreiber, die Breitband-Internet und einen Telefonanschluss (Voice over Cable) anbieten, ohne dass der Kunde zusätzlich zu den monatlichen Grundkosten für Internet und Telefon noch weitere Grundentgelte für den Basis-Kabel-TV-Anschluss zahlen muss. Von den drei großen Netzbetreibern beharrt nur Kabel BW auf diesen Beträgen, Einzelhaushalte zahlen damit in einigen Fällen zu den Internet- und/oder Telefon-Grundkosten noch zusätzlich 16,95 Euro pro Monat. Mieter begleichen diese Beträge oftmals auch schon über die Nebenkostenabrechnung oder die Beträge sind bei Mehrfamilienhäusern oder Wohnanlagen geringer. Bei Kabel Deutschland und Unitymedia wird den Breitband-Kunden zwar auch ein TV-Kabelanschluss gelegt, das TV-Signal kann jedoch auf Wunsch des Kunden gesperrt werden.

Wie teuer die Flatrate-Pakete der großen Kabel-Internet-Anbieter sind, erfahren Sie auf der folgenden Seite.

1 2 letzte Seite
Teilen