WLAN

Kabel Deutschland Homespot: Vor- und Nachteile im Überblick

Kabel Deutschland schreibt Kunden an, WLAN-Freischaltung ab Februar
Von Thorsten Neuhetzki
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Es geht los bei Kabel Deutschland mit der Umsetzung der Homespots, dem kostenlosen WLAN-Community-Netz des Kabelanbieters. Hier sollen bestehende Kunden ihr WLAN-Netz zur Verfügung stellen und andere mitsurfen lassen, im Gegenzug können sie auch bei anderen Kabel-Deutschland-Kunden surfen. Doch wie praktikabel ist das und wo sind die Vor- und Nachteile des neuen Netzes, das nach Kabel-Deutschland-Angaben ab Anfang Februar freigeschaltet wird? Wir informieren Sie über die Bedingungen und die Einschränkungen.

"Highspeed-Internet jetzt ohne Zusatzkosten auch unterwegs!" - Mit dieser Überschrift bekommen derzeit Kunden des Kabelnetzbetreibers Schreiben nach Hause. Geschickt werden sie an Kunden, die die WLAN-Option gebucht haben und WLAN-Router der Hersteller Hitron oder Compal zu Hause stehen haben. In dem Brief - eine vollgeschrieben DIN-A4-Seite - wird der Nutzer darüber informiert, dass auch er Teilnehmer des Homespot-Service ist, wenn er nicht binnen der kommenden sechs Wochen widerspricht. Zudem liegt dem Schreiben ein Flyer bei, mit dem Kabel Deutschland den Nutzern den Homespot-Service schmackhaft machen will.

WLAN-Kennung kommt im Februar per Fernzugriff

Der Flyer für den Homespot-ServiceDer Flyer für den Homespot-Service Wer dem neuen Dienst nicht widerspricht, dem installiert Kabel Deutschland ab Februar per Fernwartung ein zweites WLAN-Netz. Das Netz mit dem Namen KD WLAN Hotspot+ lässt sich fortan von anderen Kabel-Deutschland-Nutzer mitnutzen, die einen entsprechenden Zugang haben. Für den eigentlichen Eigentümer sollen dadurch keine Nachteile entstehen, verspricht Kabel Deutschland. Der Kunde soll zum einen zusätzliche Bandbreite für seinen Internetanschluss geschaltet bekommen, die dann dem öffentlichen Hotspot zur Verfügung steht und zum anderen mit den rechtlichen Folgen bei möglicherweise illegaler Nutzung des WLAN nicht behelligt werden. Das offene WLAN, so verspricht Kabel Deutschland, sei komplett getrennt vom WLAN-Netz und -Zugang des Kunden.

Die neuen Homespots, so bezeichnet Kabel Deutschland die öffentlichen WLAN-Hotspots aus privaten Wohnungen, werden dann auch in den Hotspotfinder von Kabel Deutschland eingetragen. Im Internet ist also indirekt einsehbar, wo es Kabel-Deutschland-Anschlüsse gibt. Das mag nicht jedem recht sein, wenngleich man bei Häusern mit zehn oder mehr Wohnungen dann eben auch nur weiß, dass einer der Kunden bei Kabel Deutschland seinen Anschluss hat.

Reichweite der privaten Homespots unklar

Unklar ist aktuell, wie groß die Reichweite der Homespots sein wird und welchen Nutzen diese haben. Schließlich werden sich viele der WLAN-Sender in Wohngebieten befinden, wo der Reiz für Dritte, sich längere Zeit aufzuhalten, überschaubar ist. Lediglich in den Fällen, wo in der Wohnung oder Nachbarwohnung des Homespot Besuch anwesend ist, könnte dieser ohne Mehraufwand von den Homespots profitieren. Möglich auch, dass in Mischgebieten mit Ladenzeilen in den Erdgeschossen der Wohnhäuser Restaurants oder Cafés sind, WLAN-Signale bis in die Gastronomie kommen. Befindet sich der Homespot aber beispielsweise im fünften Stock eines Wohnhauses, ist es fraglich, ob die Reichweite groß genug ist, dass man von der Straße aus damit surfen kann.

Der Vorteil für den Nutzer ist, dass er seinen Freunden - so diese ebenfalls am Homespot-Service teilnehmen - ein kostenloses WLAN anbieten kann, ohne ihnen erst das eigene Passwort zu geben. Auch kann er im Umkehrschluss das Glück haben, irgendwo einen Homespot eines anderen Nutzers zu finden. Denn durch die Freigabe seines eigenen Internetzgangs bekommt er Zugriff auf die anderen Homespots. Ob und wie intensiv der eigene Homespot genutzt wird, wird der Nutzer nicht erfahren können.

So können Sie widersprechen

Kabel Deutschland räumt jedem Kunden ein Widerrufsrecht ein. Auch wenn der Homespot-Service gestartet ist, sollen die Kunden kurzfristig aus dem Dienst ausscheiden können. Dann steht umgekehrt auch der Zugriff auf die Homespots anderer Nutzer nicht mehr zur Verfügung. Widersprochen werden kann einfach per Webseite über kabeldeutschland.de/homespot-start. Hier sehen die Nutzer auch, wenn sie für den Dienst derzeit gar nicht in Frage kommen, also beispielsweise einen nicht unterstützten Router haben. Alternativ steht auch die Hotline unter 0800-2784000 zur Verfügung.

Fazit: Nutzen fraglich, möglicher Schaden aber gering

Eine wirkliche Gefahr ist im Homespot-Service von Kabel Deutschland nicht zu erkennen, wenn die Umsetzung so erfolgt, wie Kabel Deutschland es verspricht. Insbesondere die strikte Trennung zwischen dem öffentlichen und dem privaten Netzwerk ist notwendig, da sonst auch Zugriffe von Fremden auf das Heimnetzwerk zu befürchten wären.

Ob der Nutzer am Ende einen wirklichen Nutzwert von anderen Homespots hat, gilt es abzuwarten. Die öffentlichen Hotspots, die Kabel Deutschland selbst anbietet, haben vermutlich eine deutlich größere Relevanz. Möglich aber, das Kabel Deutschland die Nutzung dieser Hotspots für Kabel-Deutschland-Kunden auf Dauer einschränkt und eine unbegrenzte Nutzung nur noch mit Homespots-Zugang ermöglicht. Fairerweise sollte das erst geschehen, wenn alle Kunden bei Homespots mitmachen können.

Welche kostenlosen WLAN-Angebote es in Deutschland im Allgemeinen gibt, haben wir übrigens in einem aktuellen Ratgeber für Sie zusammengestellt.

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