Feldtest

Kabel Deutschland testet 1-GBit/s-Verbindung für Kabel-Kunden

Feldversuch in Hamburg zusammen mit Technikausrüster Cisco
Von Thorsten Neuhetzki
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1,17 GBit/s über ein Fernsehkabel - diese Downloadgeschwindigkeit hat Kabel Deutschland als nach eigenen Angaben weltweit erster Kabelnetzbetreiber bei einem Test erreicht. Bei einem Feldversuch in Hamburg wurden zusammen mit der Firma Cisco die Leistungsfähigkeit und der aktuelle technologische Vorsprung des Kabelnetzes dokumentiert.

Blick in eine Kabel-Deutschland-VermittlungsstelleBlick in eine Kabel-Deutschland-Vermittlungsstelle Aktuell bietet Kabel Deutschland in einigen Teilen seines Netzes für die Endkunden bereits eine Geschwindigkeit von bis zu 100 MBit/s an. Damit befindet sich der Anbieter schon heute am oberen Ende dessen, was Endkunden zum Surfen bereit gestellt wird. Möglich macht dieses der in den entsprechenden Ausbaugebieten eingeführte DOCSIS-3.0-Standard.

"Es wird noch einige Jahre dauern, bis im Internet Anwendungen und Inhalte abrufbar sind, durch deren Nutzung unsere Kunden das Leistungsspektrum von 1 GBit/s auch tatsächlich ausschöpfen können", sagt Lorenz Glatz, Chief Technology Officer (CTO) von Kabel Deutschland. Allerdings sollte man bedenken, dass sich der durchschnittliche Bandbreitenbedarf eines Haushalts von 2006 bis 2010 um Faktor fünf erhöht hat. "Das Kabelnetz sei schon heute technisch für diese hohen Bandbreiten bereit. "Getrieben wird dieser Bandbreitenanstieg einerseits durch die laufend zunehmende Zahl von Endgeräten mit Internetanschluss in den Kundenhaushalten. Andererseits aber auch durch die stetig wachsenden Videoangebote im Internet, die sowohl in Zahl als auch in der Bildqualität, wie zum Beispiel bei hochauflösenden HD-Videos, kontinuierlich zulegen", so Glatz weiter.

1 GBit/s erfordert auch Aufrüstungen im Netz des Anbieters

Um den Endkunden dann auch wirklich eine Bandbreite von 1 GBit/s bieten zu können, muss der Kabelnetzbetreiber auch sein Netz aufrüsten, um den entstehenden Traffic von den Kabelverteilstationen über die Kabelkopfstation ins Internet abführen zu können. Gerade bei Internet per Kabelnetz kommt es hier immer wieder zu Beschwerden seitens der Kunden über zu langsame Leitungen und schwankende Bandbreiten.

Im Rahmen des Tests hat Kabel Deutschland handelsübliche CMTSen (Cable Modem Termination System, das Gegenstück des Kabelanbieters zum Kabelmodem im Kundenhaushalt) eingesetzt. Die CMTS von Cisco ermögliche es Kabel Deutschland, flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren. Cisco stellt zudem den breitbandigen Testaufbau auf Basis des EuroDOCSIS-3.0-Standards auf der Kundenseite für den Feldversuch zur Verfügung.

Der Feldversuch wurde an Testanschlüssen in einem Mehrfamilienhaus im Hamburger Kabelnetz von Kabel Deutschland durchgeführt. Die Bandbreiten wurden sowohl auf einem einzelnen Computer als auch im Zuge einer Multiroom-Lösung auf mehreren Rechnern realisiert, die eher der tatsächlichen Nutzung in einem Mehrpersonenhaushalt entspricht. Heruntergeladen wurden im Test große Dateien von deutschen Hochschulservern und DVDs.

Wie ein Kabelnetz technisch funktioniert, lesen Sie im Rahmen eines ausführlichen Hintergrund-Textes.

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