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Spielebranche kritisiert Giffeys Pläne für Jugendschutzreform

Fami­lien­minis­terin Fran­ziska Giffey (SPD) spricht sich für mehr Jugend­schutz im Netz aus und hat einen entspre­chenden Reform­vorschlag vorge­legt. Der Verband der deut­schen Games Branche (game) ist nicht begeis­tert.
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Der Verband der deut­schen Games Branche (game) hat den Gesetz­entwurf von Fami­lien­minis­terin Fran­ziska Giffey (SPD) für mehr Jugend- und Kinder­schutz im Netz kriti­siert. Game-Geschäfts­führer Felix Falk nannte ihn enttäu­schend. "Der Jugend­schutz in Deutsch­land steckt seit vielen Jahren in der prädi­gitalen Phase fest und muss drin­gend refor­miert werden. Der aktu­elle Entwurf ist kein Schritt nach vorn, sondern zwei zurück", sagte er.

Forde­rung: Deut­liche Alters­kenn­zeich­nung

Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und JugendFranziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Die Spie­lebranche kriti­siert unter anderem die Pläne zur Alters­kenn­zeich­nung. Giffey will das Jugend­schutz­gesetz so ändern, dass Spiele- und auch Film­platt­formen mit mehr als einer Million Nutzern ihre Inhalte künftig mit einer "deut­lichen" Alters­kenn­zeich­nung versehen müssen. Dabei soll nicht nur der Inhalt der Clips oder Spiele berück­sich­tigt werden - also zum Beispiel, ob Gewalt darin vorkommt - sondern auch, ob bestimmte Inter­akti­onsri­siken bestehen und ob die "Medien eine exzes­sive Nutzungs­weise fördern", wie es in der Begrün­dung zum Gesetz­entwurf heißt.

Gemeint sind etwa unein­geschränkte Chats in Spielen, über die Fremde Kontakt zu Kindern aufnehmen könnten, In-Game-Käufe oder "Loot­boxen" - virtu­elle Kisten mit Beloh­nungen oder Gegen­ständen, wie Waffen oder Fähig­keiten, die vom Spieler zum Teil nur gegen Bezah­lung geöffnet werden können.

Giffey: Konzerne müssen mehr Verant­wortung über­nehmen

Die gelernten Alters­kenn­zeichen würden so über­laden und drohten an Aussa­gekraft für Eltern zu verlieren, kriti­sierte game. Der Verband forderte außerdem eine größere Vermitt­lung von Medi­enkom­petenz. Nur dadurch "können Kinder und Jugend­liche eine Medi­ensou­verä­nität erlangen, die den besten Jugend­schutz ermög­licht".

Die Fami­lien­minis­terin hatte zuvor anläss­lich des Safer Internet Days zu den Zielen ihres Gesetzes erklärt: Es gehe dabei um Lösungen für sichere, alters­gerechte Vorein­stel­lungen, die Kinder und Jugend­liche syste­matisch vor Beläs­tigung, Über­griffen, Daten­klau oder finan­zieller Abzocke schützten.

"Die Konzerne müssen hier mehr Verant­wortung über­nehmen und Sicher­heits­netze einbauen - so wie es auch eine Pflicht für Sicher­heits­gurte in jedem Auto gibt."

Grund­sätz­liche Tipps zum Thema Sicher­heit im Internet finden Sie in einem ausführ­lichen Ratgeber.

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