The Other Half

Jollas Sailfish OS bald für Android-Geräte – nativ oder als Launcher

Jolla startete mit seinem Sailfish OS spät. Bald soll es das System aber auch für Android-Geräte geben. Die junge Firma wird dabei gleich zwei verschiedene Alternativen anbieten. Wir zeigen Ihnen die beiden Optionen.

Jolla-Smartphone mit Sailfish OS. Jolla-Smartphone mit Sailfish OS
Bild: Jolla
Das noch junge mobile Betriebssystem Sailfish OS der finnischen Firma Jolla, das Ende des vergangenen Jahres offiziell an den Start ging, erreicht rechtzeitig zum Mobile World Congress einen wichtigen Meilenstein. Die Entwickler kündigten heute das Erreichen der Version 1.0 an. Damit verlässt das Betriebssystem, das aus den kläglichen Überresten der einstigen Nokia-Hoffnung MeeGo hervorging, offiziell die Beta-Phase. Der Jolla-Mitgründer Marc Dillon bedankt sich in einer Pressemitteilung bei der Unterstützung durch die Fan-Gemeinde. Die besteht unter anderem noch aus Besitzern des Nokia N9 und des noch älteren Nokia N900.

Jolla-Smartphone mit Sailfish OS. Jolla-Smartphone mit Sailfish OS
Bild: Jolla
Ähnlich wie bei Blackberrys Betriebssystem, können beim Sailfish OS verschiedene Android-Appstores installiert werden, die den Zugriff auf viele Apps aus Googles Ökosystem ermöglichen. Auch die Fan-Gemeinde entwickelt fleißig Anwendungen, beispielsweise für Facebook, Twitter oder auch WhatsApp. Letztere App wurde jedoch nicht nur vor Kurzem an Facebook verkauft, sondern geht auch höchst aggressiv gegen alternative Apps vor, die das Protokoll nutzen.

Sailfish OS für Android-Geräte & Launcher für Googles Betriebssystem

Das erklärte Ziel von Jolla war es von vornherein, Entwickler aktiv zu unterstützen. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass das Betriebssystem mittlerweile auf eine Vielzahl Android-Smartphones, wie das Google Nexus 4, portiert wurde. Einmal auf die neue Hardware angepasst, ist die Installation recht einfach.

Glaubt man der Pressemitteilung der Firma, wird im Laufe des Jahres eine offizielle Alternative für viele Android-Geräte veröffentlicht werden. Diese können sich Nutzer dann herunterladen und vermutlich anstelle oder parallel zu Android installieren. Für welche Geräte das Betriebssystem bereitstehen wird, ist derzeit noch nicht klar. Antti Saarnio, Vorsitzender des Board of Jolla, beschreibt die Motivation dahinter frei übersetzt so: "Alleine in China wurden dieses Jahr rund 100 Millionen Geräte nach dem Kauf mit einem neuen Betriebssystem ausgerüstet. Dieser Ansatz erlaubt es Jolla, ein hohes Volumen ohne Grenzen zu erreichen."

Für Nutzer, die an dem neuen System interessiert sind, sich die Installation aber nicht zutrauen oder sich erst einmal einen Eindruck verschaffen wollen, wird Jolla einen alternativen Launcher für Android veröffentlichen. Dieser soll noch vor der Betriebssystem-Installation erscheinen. Auch Mozilla bietet mit dem Firefox Launcher solch eine Alternative.

Aus Nutzersicht ist das Engagement vieler Firmen durchaus erfreulich; gerade für Geräte wie das Nexus 4 gibt es mittlerweile viele alternative Betriebssysteme, wie beispielsweise Jollas Sailfish OS, Ubuntu Touch oder auch Firefox OS. Wie sinnvoll der Einsatz einzelner Systeme auf so potenter Hardware ist, sei einmal dahingestellt - der Experimentierfreudigkeit sind jedenfalls immer weniger Grenzen gesetzt.