Ratgeber

Aussterbend & begehrt: Hier gibt es noch ISDN-Anschlüsse

ISDN-Anschlüsse kennt jeder, doch noch einen zu bekommen wird schwierig. Wir haben einige Möglichkeiten, einen ISDN-Anschluss zu bekommen, zusammengestellt. Denn nicht nur einige Regionalanbieter, sondern auch die Deutsche Telekom haben noch ISDN-Anschlüsse im Angebot.
Von Thorsten Neuhetzki

Der einfachste Weg, einen ISDN-Anschluss zu bekommen, ist derzeit noch die Deutsche Telekom. Das steht zwar scheinbar im Widerspruch dazu, dass das Unter­nehmen derzeit schon Kunden mit Änderungs­kündigungen konfrontiert und bis 2018 die Anschlüsse verschwinden sollen, doch reine ISDN-Anschlüsse ohne DSL gibt es bis heute bundesweit. Diese kosten je nach Tarifart zwischen 25,95 Euro und 37,95 Euro monatlich und haben eine Mindestlaufzeit von einem Jahr. Noch kürzer geht es mit dem Tarif Call Plus, der ohne Mindestlaufzeit auskommt und bei ISDN monatlich 26,95 Euro kostet. Im Telekom-Jargon wird der Anschluss übrigens als Universal-Anschluss bezeichnet. Künftig plant die Telekom wohl, den Kunden den reinen ISDN-Anschluss scheinbar zu lassen und die Umwandlung auf IP in den Kabelverzweigern vorzunehmen. Ob dann alle Dienste weiter funktionieren, bleibt abzuwarten.

Breitband & ISDN: DSL nein, Funk ja

Sobald DSL aber heute schon ins Spiel kommt, haben die Kunden in den allermeisten Fällen dann aber keine Wahl: Vermarktet wird nur noch All-IP/NGN. Doch es gibt einige wenige Ausnahmen. So gibt es einige wenige Gebiete, in denen die Deutsche Telekom noch keine NGN-Anschlüsse anbieten kann. Hier gibt es folglich auch die Magenta-Zuhause-Tarife nicht, sondern nur den Tarif Call & Surf Comfort. Dieser hat eine Laufzeit von drei Monaten, kann also von der Telekom, sobald der All-IP-Anschluss beim Kunden möglich ist, recht schnell gekündigt werden. In Regionen, in denen IP-Anschlüsse möglich sind, gibt es ISDN zusammen mit DSL nur noch, wenn der die Bonner Zentrale der Schaltung zustimmt - also in begründeten Ausnahmefällen, wie es von der Telekom heißt.

Zusammen mit einem Breitband-Anschluss ist ISDN bei der Telekom durch die Hintertür noch erhältlich: Call&Surf via Funk heißt die Tarifschiene, bei der ein echter Festnetzanschluss geschaltet wird und das Datensignal per UMTS oder LTE ins Haus kommt. Die Preise liegen hier zwischen 43,95 Euro und 73,95 Euro je nach Tarifausstattung. Nicht verwechselt werden sollte der Anschluss mit dem neuen Magenta Zuhause Hybrid. Während bei Hybrid eine DSL-Leitung geschaltet wird und nur bei hoher Last die Daten auch unlimitiert per LTE fließen, wird bei Call& Surf via Funk keine DSL-Leitung geschaltet und die Datenleitung wird nach einem im Tarif enthaltenen Datenvolumen gedrosselt. Und: Hybrid-Anschlüsse gibt es nur mit einem IP-Anschluss.

Überregionale Alternative: Versatel

Überregional agiert auch Versatel. Das Unternehmen setzt bis heute im eigenen Ausbaugebiet ISDN ein. Für knapp 30 Euro monatlich bietet Versatel mit der Doppelflat Basic einen ISDN-Anschluss mit ISDN-Internetflatrate und Festnetz-Flatrate an. Auch Anschlüsse mit DSL werden laut Leistungsbeschreibung offenbar weiterhin mit ISDN geschaltet. Nach Leserberichten greift Versatel aber in einigen Regionen auch auf Partnernetze zurück, um Anschlüsse zu schalten. Hier ist dann kein ISDN möglich. Versatel hat auf unsere mehrfache schriftliche Anfrage zu ISDN-Anschlüssen leider nicht reagiert, so dass wir den Sachverhalt nicht abschließend klären konnten. Im aktiven Vermarktungsfokus stehen die Anschlüsse für Privatkunden aber ohnehin nicht, Versatel - mittlerweile ein Unternehmen von United Internet - setzt vor allem auf Firmenkunden.

Ob der lokale Stadt-Carrier auf Nachfrage möglicherweise noch ISDN schaltet, lässt sich am besten direkt beim Anbieter abklären. Auch unser Tarifrechner kann als Orientierung dienen, welche Anbieter in welchen Orten noch ISDN anbieten. Allerdings stellen uns die Anbieter nicht immer alle Lizenz- und Ausbaugebiete zur Verfügung, so dass wir nicht alle Anbieter in allen Städten komplett darstellen können.

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