Überall erreichbar

Iridium stellt Satelliten-Hotspot Go! vor: Twittern und Telefonieren in der Wüste

Der Iridium-Go!-Hotspot ermöglicht gleich mehreren Geräten den Zugang zum Satelliten-Netz des Betreibers. Zwei Apps erhöhen den Nutzwert. Sie erlauben es, den Hotspot zu konfigurieren und sollen das verbrauchte Datenvolumen beim Zugriff auf das Internet gering halten.
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Es gibt Situationen, in denen man überall in der Welt erreichbar sein will - oder muss. Satelliten-Telefone an sich sind nichts neues, in der Vergangenheit setzen Hersteller wie Thuraya aber immer mehr darauf, statt nur Telefone auch Hotspots zur Verfügung zu stellen. Sie ermöglichen es, Smart­phones und Tablets mit den Satelliten zu verbinden. Das SatSleeve von Thuraya kann beispielsweise ein iPhone oder auch einige Geräte von Samsung mit einem Satelliten verbinden, was wir in diesem Artikel getestet haben. Iridium geht mit dem Go!-Hotspot einen etwas anderen Weg. Statt nur einem mobilen Begleiter den Zugang zum Netzwerk zu ermöglichen, können sich hier bis zu fünf Nutzer mit dem weltumspannenden Netz verbinden.

Irdium-Go!-Hotspot mit klappbarer Antenne.Irdium-Go!-Hotspot mit klappbarer Antenne Der nach dem IP65-Standard zertifizierte Hotspot, misst rund 11,4 mal 8,3 mal 3,18 Zentimeter und kann, laut Herstellerangaben, einen circa 30 Meter großen Radius mit einem WLAN-Signal versorgen. So können dann beispielsweise Telefonate geführt, oder aber auch SMS versandt werden. Das hat gegenüber dem von uns getesteten SatSleeve den Vorteil, dass das Handy während eines Telefonates nicht in einer bestimmten Position gehalten werden muss, um eine gute Verbindung zum Satelliten aufrecht zu erhalten. Im Iridium-Go!-Hospot ist außerdem ein kleines Display eingebaut, das Status-Informationen anzeigt und auch den Zugriff auf das Menü ermöglicht. Ganz billig dürfte das Gerät, das im zweiten Quartal dieses Jahres auf den Markt kommen soll, aber nicht werden.

Apps für die Konfiguration und den Inter­net­zu­gang

Für Geräte mit Googles Android oder dem mobilen Betriebssystem iOS von Apple bietet der Hersteller zwei Apps an. Die erste App, die nach dem Hotspot selbst benannt ist, zeigt dem Nutzer Status-Informationen, wie beispielsweise den Ladestand des Akkus an. Wem das integrierte Display zu klein ist, der kann mit Hilfe der Anwendung ebenfalls auf die Einstellungen zugreifen. Zudem lassen sich die erwähnten Telefonate entweder per WLAN oder Mobilfunk aufbauen. Wer den Daheimgebliebenen oder seinem Chef mitteilen will wo er sich gerade aufhält, kann dies ebenfalls über die App tun. Sie ermöglicht es, Check-In-Nachrichten oder auch GPS-Standortdaten zu versenden. Fans der sozialen Medien können ihre Follower über eine Twitter-Nachricht wissen lassen, dass ihnen gerade der Kaffee ausgegangen ist. Aber auch für ernsthafte Notfällte bietet die App eine sinnvolle Funktion: Mit ihrer Hilfe kann ein Notfall-SOS-Signal aktiviert werden.

Die zweite App im Bunde, Irdium Mail & Web, die ebenfalls für Android und iOS zur Verfügung steht, ermöglicht eine kostensparendere Nutzung des Internets. Mit ihrer Hilfe können E-Mail-Nachrichten ohne Verbindung zum Satelliten verfasst werden. Sobald der Hotspot dann wieder Kontakt zum Netz aufnimmt, werden die vorgefertigten E-Mails versandt. Laut den Angaben des Herstellers optimiert die App deren Größe vorab, so dass die Verbindungszeit gering gehalten werden kann. Auch der Empfang von E-Mails aus externen Accounts ist möglich. Wird mit dem in der App integrierten Browser eine Internet-Seite aufgerufen, blockiert die Anwendung Pop-Ups, Werbung und Hintergrundbilder. Um zusätzliches Daten­volumen zu sparen und eine zügige Übertragung zu gewährleisten, werden die Webseiten vorab komprimiert. Wirkliche Surf-Freude dürfte dabei aber nicht aufkommen. Glaubt man Branchenkennern, so wird das Gerät gerade einmal etwas mehr als 2 kBit/s übertragen können. Allerdings ist es auch nicht dazu gedacht, sich die neusten Videos auf YouTube anzuschauen.

Iridium-Netz mit 66 Satelliten

Anders als bei anderen Dienstleistern, ist das Netz von Iridium weltumspannend, deckt also alle wichtigend Regionen der Erde ab. Das System besteht aus 66 Satelliten, die sich mit circa 27 000 km/h bewegen. Jeder Satellit des Systems ist so zwar nur rund 10 Minuten in Sicht, ein Gerät wie der Hotspot nimmt dann jedoch Kontakt zum nächsten erreichbaren Satelliten auf. Das Signal selbst wird dann von Satellit zu Satellit übertragen, bis es letztlich einen erreicht, der Kontakt zur Bodenstation aufnehmen kann. Die Hauptstation befindet sich im US-Bundesstaat Arizona. Von dort aus werden sie schließlich weitervermittelt. Seinen Namen hat das System der ursprünglichen Planung zu verdanken. Es sollte mit 77 Satelliten betrieben werden, wobei die 77 die Ordnungszahl für das chemische Element Iridium ist.

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