Umstellung

IPv6: Telekom plant parallelen Betrieb

"Es gibt keine Pläne, IPv4 abzuschalten"
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Internetnutzer müssen sich nicht davor fürchten, bei der anstehenden Einführung des neuen Internet-Protokolls IPv6 nicht mehr ins Web zu gelangen. "Es wird nichts abgeschaltet. Wir starten vielmehr einen Parallelbetrieb", sagte Telekom-Sprecher Hans-Martin Lichtenthäler heute der Nachrichtenagentur dapd. Der größte deutsche Provider sieht Lichtenthäler zufolge "keinem Tag entgegen, an dem wir den Schalter umlegen und nur noch IPv6 bieten".

Die Deutsche Telekom plant parallelen Betrieb von IPv4 und IPv6.IPv4 und IPv6: Telekom plant parallelen Betrieb An diesem Mittwoch (8. Juni) testen weltweit Anbieter wie Google, Facebook und Yahoo, aber auch die Deutsche Telekom und die Deutsche Bank am "IPv6-Tag" den neuen Standard. Ein Internet-Protokoll (IP) ist die Grundlage aller Kommunikation im weltweiten Datennetz. Es sorgt dafür, dass Datenpakete wie Texte und Bilder zuverlässig ihre Empfänger erreichen. Die Zahl dieser Adressen, die jedem einzelnen Gerät zugewiesen werden, ist allerdings bereits weitgehend erschöpft.

Nur weil viele Geräte nicht ständig online sind und so einige IP-Adressen an Geräte "dynamisch" verteilt werden können, kommt noch immer jeder Computer und jedes Handy ins Web. Wenn der neue Standard in den nächsten Jahren den alten Standard IPv4 ablöst, sind nahezu unendlich viele Adressen verfügbar, pro Haushalt theoretisch mehrere Millionen. Die Adressen sind dafür bei IPv6 um ein Vielfaches länger.

Telekom-Sprecher Lichtenthäler betonte, dass von dieser "stillen Umstellung" kein Nutzer etwas merken werde: "Bestandskunden müssen gar nichts tun, weil sie auch in den nächsten Jahren weiterhin mit ihren IPv4-Protokollen online sein können." Provider wie die Telekom bauten dafür derzeit einen Parallelbetrieb auf. Die Telekom will die einzelnen Datenpakete von Anfang 2012 an durchgehend sowohl via IPv4 als auch via IPv6 durch ihre Leitungen jagen können. "Es gibt keine Pläne, IPv4 abzuschalten", betonte Lichtenthäler.

Noch völlig offen ist Lichtenthäler zufolge die Frage, ob künftig alle Geräte dauerhaft identifiziert werden könnten. Technisch sei es zwar möglich, eine von zwei Bestandteilen der IPv6-Adressen bei der Einwahl der Geräte ins Netz stets per Zufallsgenerator zu erneuern und so für eine Anonymisierung zu sorgen. "Dabei gilt es aber, die Bequemlichkeit der Nutzer mit der Privatsphäre abzuwägen", sagte der Telekom-Sprecher. "Diese Diskussion ist unter Experten noch nicht ausdiskutiert. Anonymisierung ist aber möglich."

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