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Editorial: Internet bald "wegen Überfüllung geschlossen"?

Langsames Upgrade auf IPv6 bringt Probleme
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Als das Internet vor mehreren Jahrzehnten entwickelt wurde, waren Computer teuer und Netzwerkkapazitäten kostbar. Und so sah man im Internet-Protokoll (kurz IP) lediglich 32 Bit für die Adresse von Absender und Empfänger vor. Dass man damit die Zahl der an das Internet angeschlossenen Computer auf etwas über vier Milliarden limitierte, störte niemanden. Obwohl damit von Anfang an klar war, dass nie alle Menschen der Welt gleichzeitig online sein können würden. IPv6 Grafik 

Zwar sind auch heute noch viele Menschen nicht in der Lage, sich einen Internetzugang zu leisten. Doch gerade in den sich entwickelnden asiatischen Ländern sind heute mehr Menschen online, als man diesen vor einigen Jahren noch zugetraut hätte. Und in den Industrieländern geht der Trend zum Zweit- und Drittgerät: Großer Laptop oder Desktop-PC für zu Hause, kleines und leichtes Netbook zum Mitnehmen bei Bedarf und das Smartphone zum immer dabei haben. "Always online" ist dabei eher Selbstverständlichkeit als Ausnahme.

Die Folge des Booms: In voraussichtlich weniger als 500 Tagen wird die zentrale Nummernverwaltung des Internets, die IANA, die letzten Blöcke mit IP-Adressen an die fünf großen Internet-Registrare (wie die RIPE für Europa) herausgeben. Wenige Monate später werden diesen Registraren jeweils die IP-Adressen ausgehen. Ab dann gilt: "Wegen Überfüllung geschlossen". Wer dann neue IP-Adressen braucht, muss darauf hoffen, dass jemand anders welche zurückgibt.

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