Adressknappheit

IPv6: Der Ausbruch aus dem Henne-Ei-Problem

Sieger eines IPv6-Ideenwettbewerbs ist eine VPN-Software
Von Lars Hessling
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Die schleppende Einführung des Internetprotokolls der nächsten Generation IPv6 beschäftigt weiterhin Provider und Hoster. Das Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam hat deshalb einen IPv6-Ideenwettbewerb veranstaltet, dessen Sieger jetzt bekannt gegeben wurden. Das Preisgeld für den ersten Platz in Höhe von 10 000 Euro geht an Gert Döring vom Provider Spacenet, der ein Konzept für die Verwaltung von virtuellen, privaten Netzwerken (VPN) mit der Software OpenVPN und IPv6 entwickelte. VPNs verbinden nicht nur zwei verschiedene Standorte eines Unternehmens über eine Internetverbindung, sondern sorgen auch an Hotspots für mehr Sicheheit.

EU-Komissarin appeliert an Anbieter

Die Ankündigung zum IPv6-Summit.Im Rahmen des dritten deutschen IPv6-Gipfels in Potsdam wurden die Sieger des IPv6-Ideenwettbewerbs bekannt gegeben. Der Preis für den zweiten Platz in einer Höhe von 5 000 Euro für eine Idee aus dem Bereich der automatisierten Gebäudesteuerung ging an ein Team aus Dresden. Weitere Geldpreise in Höhe von 1 000 Euro gehen nach Italien, Taiwain und Berlin. Die Mittel stammen von den Stiftern Strato, den Verbänden BITKOM und eco sowie dem Hasso-Plattner-Institut. Letzteres veranstaltet zurzeit den dritten nationalen IPv6-Gipfel [Link entfernt] . Die Eröffnung erfolgte gestern mit einer Videobotschaft der EU-Kommissarin Neelie Kroes, in der sie vor allem die Dienste- und Inhalteanbieter bei der Einführung von IPv6 in die Pflicht nimmt.

Technische Kniffe verzögern IPv6-Einführung

Veranstaltungen wie der IPv6-Gipfel und der Ideenwettbewerb versuchen zumindest einen Teil des Henne-Ei-Problems anzugehen, unter dem IPv6 derzeit noch leidet. Ohne sinnvolle Anwendungen mit IPv6-Unterstützung werden Unternehmen keine schnelle Einführung des modernen Internetprotokolls voran treiben. Denn das Hauptproblem der Adressknappheit, welches IPv6 löst, lässt sich bisher in vielen Bereichen durch technische Kniffe wie Network Address Translation (NAT) umgehen. Vor allem in Privathaushalten wird es deshalb aller Voraussicht nach noch eine ganze Zeit dauern, bis natives IPv6 zum Einsatz kommen wird.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf unserer IPv6-Ratgeberseite.

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