Ersteindruck

iPhone XS im ersten Hands-On: Evolution statt Revolution

Das iPhone XS ist ab sofort verfügbar. Wir hatten bereits die Möglichkeit, uns das neue Smartphone von Apple einmal anzusehen und berichten über unsere ersten Eindrücke vom neuen iOS-Flaggschiff.
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Ab heute sind die vor eineinhalb Wochen vorgestellten neuen iPhone-Modelle von Apple im Handel erhältlich. Wir hatten bereits die Möglichkeit, uns das iPhone XS, den direkten Nachfolger des iPhone X aus dem vergangenen Jahr, einmal anzusehen und erste Eindrücke vom neuen Apple-Smartphone zu sammeln.

An der Verpackung hat Apple nichts geändert. Diese kommt im typischen Design wie auch von den iPhones aus den vergangenen Jahren bekannt. Beim Inhalt zeigt sich dann doch ein Unterschied. In diesem Jahr legt Apple keinen Adapter mehr bei, um kabelgebundene Headsets mit 3,5-Millimeter-Klinkenstecker mit dem Lightning-Port des Smartphones zu verbinden. Das komplette Unboxing des iPhone XS Max lesen Sie in einer weiteren News.

Apple mag keine kabelgebundenen Kopfhörer

iPhone XS Max im Unboxing
iPhone XS Max im Unboxing
Die weggefallene Klinkenbuchse ist auch gleich einer der Kritikpunkte. Während HTC - nach eigenen Angaben auf vielfachen Kundenwunsch - den physischen Kopfhöreranschluss wieder verbaut, müssen iPhone-Käufer weiterhin auf dieses Feature verzichten. Samsung als wichtigster Konkurrent hat die Buchse bislang beibehalten, während Huawei auf den Klinkenanschluss mittlerweile ebenfalls verzichtet.

Das iPhone XS ist gut verarbeitet. Es gibt keine Spaltmaße und kein Klackern, wenn man das Handy leicht schüttelt. Das Smartphone verfügt wieder über die Glas-Rückseite, die seit dem vergangenen Jahr bei den Apple-Handys zum Einsatz kommt, um Kunden die kabellose Aufladung des integrierten Akkus zu ermöglichen.

Das Metallband am Rand ist mehrfach durch eine Kunststoff-Komponente unterbrochen. Das dürfte erforderlich sein, um die Funktechnik für Mobilfunk und WLAN, Bluetooth, NFC und GPS so im Gehäuse unterzubringen, dass die zur Nutzung des Handhelds erforderlichen Funkstrahlen auch nach außen gelangen.

Kamera-Linse als Sollbruchstelle

iPhone XS jetzt verfügbar
iPhone XS jetzt verfügbar
Ein Kritikpunkt aus den Vorjahren bleibt: Die Linsen der Dual-Kamera auf der Rückseite stehen deutlich aus dem Gehäuse heraus. Das könnte auf Dauer eine Sollbruchstelle sein, wenn man das iPhone XS ohne Schutzhülle betreibt und öfter hinlegt. Im Laufe der Zeit könnten sich Kratzer auf den Linsen ergeben, sodass die Kamera nur noch eingeschränkt zu gebrauchen ist. Bei den Kollegen von Wired trat schon während des Tests ein kleiner Kratzer auf.

An der Unterseite des iPhone XS befindet sich mittig der Lightning-Anschluss, daneben die Öffnungen für Mikrofon und Lautsprecher. Wie beim iPhone X ist auch die Hörmuschel oberhalb des 5,8 Zoll großen OLED-Touchscreens als zusätzlicher Lautsprecher ausgelegt. Hält man das Gerät im Querformat, so bekommt man auch einen Stereo-Effekt.

Die Klangqualität hat sich gegenüber dem iPhone X aus dem vergangenen Jahr verbessert. An den Sound eines HTC U12+ kommt das aktuelle Smartphone von Apple dennoch nicht ganz heran. Der Klang ist aber in jedem Fall geeignet, um mit dem Handy nicht nur zu telefonieren, sondern auch einmal unabhängig von einem Headset oder einer verbundenen HiFi-Anlage Webradio, Musik oder Podcasts zu hören.

Display-Notch eher ein Design-Element

Mit dem iPhone X hat Apple im vergangenen Jahr eine Aussparung am oberen Display-Ende eingeführt. Das sorgt einerseits dafür, dass der Bildschirm so groß wie möglich ist, ohne aber auf Frontkamera, Hörmuschel und Sensoren oberhalb des Touchscreens verzichten zu müssen. Andererseits ist diese Notch beim iPhone sehr groß. Huawei zeigt beim P20 Pro, wie man das besser lösen kann, sodass sich weitere Informationen in den "Display-Ohren" darstellen lassen.

Unter dem Strich ist die Notch eher ein Design-Element. Der praktische Sinn hält sich in Grenzen. Ein Vertreter von HTC brachte es während der IFA Ende August in Berlin auf den Punkt: "Es gibt doch überhaupt keine Inhalte für diese Display-Form." Das ist bei Apple etwas besser als im Android-Lager, da der iPhone-Hersteller erst gar keine Apps mehr für den Store zulässt, die diese Display-Form nicht unterstützen. Die meisten Anwendungen füllen den Extra-Platz im Display aber eher mit Hintergrund und nicht mit sinnvollem Content auf.

Abseits der Dual-Kamera (zweimal 12 Megapixel) ist auf der Rückseite ein Apple-Logo zu finden. Weiter unten befinden sich Hinweise zum Gerät inklusive CE-Kennzeichen. An den Außenseiten gibt es wie gewohnt den Ein/Aus-Schalter und den Schacht für die Nano-SIM-Karte (rechts) sowie den Stumm-Schalter und die Lautstärke-Knöpfe (links). Hier gibt es demnach keine Änderungen gegenüber dem iPhone X aus dem vergangenen Jahr.

Die Verarbeitung des Boliden ist tadellos
Die Verarbeitung des Boliden ist tadellos

Starker Prozessor und viel Speicherplatz

Der neue A12-Bionic-Prozessor sorgt zusammen mit 4 GB Arbeitsspeicher dafür, dass das iPhone XS sehr flüssig läuft. Apps starten ohne jede Verzögerung. Nach Hersteller-Angaben lassen sich bis zu fünf Billionen Rechenoperationen pro Sekunde ausführen. Da kann kaum ein anderes aktuelles Smartphone mithalten, wobei diese starke Rechenleistung bislang auch kaum gebraucht wird. Immerhin sorgt Apple so aber dafür, dass Käufer auch in den kommenden Jahren noch ein Smartphone nutzen können, das alle Alltags-Aufgaben meistern sollte.

Zudem steht das iPhone XS mit bis zu 512 GB Speicherplatz zur Verfügung. So können Nutzer schon mal ihre komplette Foto-Sammlung oder zahlreiche Videos im Smartphone mitnehmen. Nachteil: Gegenüber der Version mit 256 GB Speicher verlangt Apple einen Aufpreis von 230 Euro. Das ist kein Pappenstil und Kosten von 1549 Euro für das iPhone XS bzw. 1649 Euro für das iPhone XS Max in der größten Speicher-Ausstattung dürfte für die meisten Interessenten dann doch abschreckend sein.

Das wichtigste Feature kommt erst noch

Lightning-Anschluss auf der Unterseite
Lightning-Anschluss auf der Unterseite
Das iPhone XS ist eine sinnvolle Weiterentwicklung des iPhone X aus dem vergangenen Jahr. Es ist eine typische "S-Version" ohne bahnbrechende neue Features. Und doch wartet die neue iPhone-Generation mit einer Funktion auf, die es bei Smartphones von Apple bislang nicht gab: Dual-SIM. Testen konnten wir die parallele Nutzung zweier SIM-Karten (in dem Fall eine Kombination aus Nano-SIM und eSIM) aber noch nicht. Apple rüstet das Leistungsmerkmal erst später mit einem Software-Update nach.

Aus Sicht des Verfassers dieses Kurz-Tests ist genau das das "Killer-Feature", das viele Kollegen in ihren ersten Testberichten vermissen. Mit Dual-SIM lassen sich die private und geschäftliche SIM-Karte im gleichen Handy nutzen, man kann eine günstige Datenkarte vom Discounter mit einem Prepaidanschluss für Telefonate kombinieren und auf Auslandsreisen kann die lokale Wertkarte aus dem Urlaubsland parallel zur angestammten deutschen SIM genutzt werden.

Fazit: Sinnvolle Weiterentwicklung des iPhone X

iPhone XS Max im Unboxing
iPhone XS Max im Unboxing
Im vergangenen Jahr hatte Apple mit dem iPhone X nach vielen Jahren ein neues Design für seine Smartphones eingeführt. Es war klar, dass es in diesem Jahr ein deutlich kleineres Update geben würde. Das iPhone XS bietet mehr Rechenleistung und kleinere Kamera-Verbesserungen, die für Besitzer des iPhone X aber nicht den Neukauf rechtfertigen dürften. Interessant ist das neue Modell vor allem für Kunden, die von einem älteren Gerät kommen und bei denen ohnehin eine Neuanschaffung ansteht. Aufgrund der hohen Verkaufspreise kann es sich aber lohnen, auf das iPhone XR zu warten. Dieses Modell kommt erst Ende Oktober auf den Markt.

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