Softwarefehler

Mobile Daten am iPhone abschalten: Manche Apps verursachen dennoch Traffic

Am iPhone lässt sich für jede einzelne App der mobile Internet-Zugang abschalten. Manche Anwendungen verursachen dann dennoch Datenverkehr. Wir berichten darüber, wie der Fehler aufgefallen ist und inwieweit sich dadurch eine Kostenfalle ergibt.
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Apple ermöglicht es den Nutzern von iPhone und iPad, bei Bedarf für jede installierte App einzeln zu entscheiden, ob neben WLAN auch das mobile Datennetz verwendet werden darf oder nicht. Das entsprechende Menü ist unter Einstellungen - Mobiles Netz zu finden. Hier kann der Datenverkehr über GPRS, UMTS und LTE generell ein- und ausgeschaltet werden. Zudem lassen sich UMTS oder LTE manuell abschalten und die Nutzer können festlegen, ob Daten-Roaming verwendet werden soll oder nicht.

Weiter unten sind im gleichen Menü alle auf dem iPhone bzw. iPad installierten Anwendungen zu finden. Hier kann der mobile Internet-Zugang einzeln ein- und ausgeschaltet werden. Das ist ein durchaus sinnvolles Feature - beispielsweise für den Fall, dass iPhone-Besitzer unterwegs zwar über WhatsApp oder iMessage chatten möchten, auf der anderen Seite aber verhindern wollen, dass eine Podcast-App im Hintergrund neue Episoden herunterlädt.

Apps ignorieren Datensperre

Administrationsmenü für den mobilen DatenzugangAdministrationsmenü für den mobilen Datenzugang So sinnvoll diese Konfigurationsmöglichkeit auch ist: Sie funktioniert nicht in allen Fällen reibungslos, wie das Onlinemagazin iPhone-Ticker berichtet. Einige Apps ignorieren dem Bericht zufolge die hier vom Nutzer vorgenommen Einstellungen und greifen auch dann auf den mobilen Internet-Zugang zu, wenn dieser eigentlich deaktiviert wurden. Als Beispiele für Anwendungen, bei denen die Einstellungen für den mobilen Datenzugriff nicht greifen, werden im Bericht Komoot, pwSafe und FireChat genannt.

iPhone-Ticker beschreibt auch genau, wie sich der Fehler nachvollziehen lässt. Demnach wurde die Fahrrad-Navigationssoftware Komoot gestartet und kurz genutzt. Dabei wurden 14,4 kB Daten übertragen, was im Menü des iPhone auch entsprechend angezeigt wurde. Anschließend wurde die App geschlossen und die mobile Datenverbindung für Komoot deaktiviert.

Nach Abschalten der WLAN-Schnittstelle sollte die App demnach keinen Internet-Zugang mehr zur Verfügung haben. Dennoch war es problemlos möglich, eine neue Route zu planen. Dabei wurden laut Anzeige 561 kB Daten übertragen. Komoot hat die eingerichtete Datensperre missachtet und griff dennoch auf den Mobilfunk-basierten Internet-Zugang zurück.

Firmware-Update ungewiss

Unklar ist, welche und wie viele Apps von dem Fehler betroffen sind und wann Apple mit einem Firmware-Update auf den Missstand reagieren wird. Vor allem für Nutzer ohne Daten-Flatrate besteht durch das nicht funktionierende Feature eine Kostenfalle, zumal es Anwendungen geben könnte, die über GPRS, UMTS und LTE Datentraffic verursachen, obwohl ihnen der iPhone-Besitzer nur einen WLAN-Zugang eingeräumt hat. Flatrate-Kunden haben hingegen das Nachsehen, wenn das im Tarif enthaltene Highspeed-Inklusivvolumen früher als eingeplant verbraucht wird.

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