Drahtlos

MagSafe: Apple zeigt den Weg in die iPhone-Zukunft

Apple hat im Rahmen seiner Keynote ausführ­lich die MagSafe-Technik für das iPhone vorge­stellt. Schon im kommenden Jahr könnte das Lade­kabel ausge­dient haben.

MagSafe als neuer Auflade-Standard? MagSafe als neuer Auflade-Standard?
Fotos: Apple, Montage: teltarif.de
Apple hat am Diens­tag­abend nicht nur seine neuen iPhones, sondern auch passendes Zubehör gezeigt. Dazu gehören MagSafe-Lade­geräte. Apple-Fans kennen diese Technik von älteren MacBooks, bei denen die Lade­kabel magne­tisch an der dafür vorge­sehenen Buchse des Rech­ners fest­gehalten wurden. Genauso soll das nun beim iPhone funk­tio­nieren: Magne­tisch sollen die Smart­phones so auf dem Lade­gerät fest­gehalten werden, dass der Akku optimal und schnellst­mög­lich aufge­laden wird.

Das erste MagSafe-Lade­gerät für die neue iPhone-Gene­ration wird von Apple selbst für 43,85 Euro verkauft. Es ist auch mit Schutz­hüllen, die der Hersteller für seine neuen Smart­phones verkauft, kompa­tibel. Weitere MagSafe-Lade­geräte, die etwa zum Einsatz im Auto gedacht sind oder neben dem Smart­phone parallel auch die Apple Watch aufladen, sollen folgen. Zudem hat Apple ange­kün­digt, dass auch die Zubehör-Indus­trie MagSafe-Produkte anbieten wird.

Der Hersteller sorgt also dafür, dass man das Lade- und Daten­kabel für das iPhone immer weniger benö­tigt. Daten­siche­rungen lassen sich bereits seit Jahren in der iCloud anlegen. Für iOS-Updates braucht man eben­falls keinen Rechner mehr. Wer den Daten­abgleich mit dem Computer benö­tigt, kann das über das heimi­sche WLAN-Netz erle­digen. Eine physi­sche Verbin­dung zwischen Smart­phone und Rechner ist nicht mehr erfor­der­lich. Das hört sich fort­schritt­lich und cool an - ist es auf den ersten Blick auch.

iPhone ab 2021 komplett kabellos?

MagSafe als neuer Auflade-Standard? MagSafe als neuer Auflade-Standard?
Fotos: Apple, Montage: teltarif.de
Mit der MagSafe-Technik bietet Apple aller­dings nicht nur eine neue Option zum Aufladen des iPhone-Akkus an. Unwei­ger­lich erin­nert man sich an Gerüchte, nach denen Apple ab 2021 zumin­dest bei einigen iPhone-Modellen auf den Light­ning-Anschluss verzichtet, diesen aber auch nicht durch USB-C ersetzt. Das iPhone soll kabellos werden und die Apple-Keynote bzw. die dort gezeigte MagSafe-Technik zeigt, dass das nicht nur ein Gerücht ist, sondern ein Plan, an dem Apple längst arbeitet.

Das iPhone ohne Anschlüsse mag auf den ersten Blick toll sein. Es bringt aber auch jede Menge Probleme mit sich. Profi­tieren würde zual­ler­erst die Zubehör-Indus­trie. Schließ­lich würden Millionen von iPhone-Nutzern von heute auf morgen zuhause, im Büro und an anderen denk­baren Orten passende Lade­geräte anstelle der vorhan­denen Light­ning-Kabel benö­tigen.

Auf Reisen ist das kabel­lose Aufladen des iPhone-Akkus extrem unprak­tisch. Ein kleines Netz­teil und ein schlichtes Kabel passen besser ins Gepäck als eine Qi-Lade­matte. Wie man den iPhone-Akku im Zug oder im Flug­zeug aufladen soll, bleibt eben­falls noch offen. Vermut­lich bietet Apple für teures Geld ein Spezial-Case an, das dann aber nicht nur separat gekauft werden, sondern zusätz­lich im Reise­gepäck verstaut werden muss.

CarPlay nur noch mit Adapter?

In den vergan­genen Jahren haben Apple und Google intensiv daran gear­beitet, CarPlay und Android Auto zu etablieren. So können Smart­phone-Nutzer Multi­media- oder Navi­gations-Apps über das Auto-Display bedienen und über das Car-HiFi-System nutzen. Das funk­tio­niert aller­dings nur bei ganz aktu­ellen Fahr­zeugen drahtlos. In den aller­meisten Fällen wird eine Kabel­ver­bin­dung zwischen iPhone und Bord­com­puter benö­tigt.

Braucht man also auch gleich ein neues Auto, wenn man auf ein iPhone 12 oder iPhone 13 umsteigt, auf Apple CarPlay aber nicht verzichten möchte? Nein! Schon jetzt gibt es passende Adapter - viel­leicht ja künftig auch von Apple selbst. Schließ­lich lässt sich damit Geld verdienen. Ob solche Adapter so zuver­lässig wie die Kabel­ver­bin­dung arbeiten, bleibt aber abzu­warten - ganz davon abge­sehen, dass sich ein solches zusätz­liches Gerät im Auto viel­leicht optisch nicht so gut macht.

Ob man den Adapter auch mit ins Reise­gepäck nimmt? Wohl kaum. Das würde aber bedeuten, dass man im Miet­wagen im Urlaub oder während der Geschäfts­reise auf CarPlay - und damit auf die gewohnten Apps auch für die Navi­gation verzichten muss. Unter dem Strich mag ein Smart­phone ohne Anschlüsse zwar cool erscheinen. Prak­tisch ist das aller­dings nicht.

In einer weiteren Meldung lesen Sie mehr zur 5G-Unter­stüt­zung der vier iPhone-12-Modelle.

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