Geheime Geschichte

Microsoft ist schuld am iPhone

Eines der bekanntesten Smartphones unserer Zeit ist das iPhone von Apple. Was jedoch die wenigsten bisher wussten: Ohne einen Manager von Microsoft hätte es das ikonische Gerät von Apple wohl nie gegeben.
Von Stefan Kirchner
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Während der Vorstellung des ersten iPhone Anfang 2007 zeigte sich Steve Jobs als vehementer Gegner des Stylus als Eingabegerät für Smartphones. Damals war Microsoft mit seiner Windows-Mobile-Plattform einer der bekannteren Anbieter von Smartphones, bei denen genau diese Styli zum Einsatz kamen.

Nun hat Scott Forstall, bis 2012 hochrangiger Manager bei Apple, unbekannte Einblicke in die Entwicklung des ersten iPhone gegeben. Während einer Gesprächsrunde im Computer History Museum in Mountain View, Kalifornien, plauderte der damals Verantwortliche für die erste iOS-Version und Apple Maps über spannende Details der Entwicklung rund um das bekannte Apple-Smartphone.

Was Microsoft mit dem iPhone zu tun hat

Scott Forstall über das iPhoneSeltene Einblicke: Scott Forstall plaudert über die Entstehung des iPhone So erzählte Forstall unter anderem, dass Steve Jobs regelmäßig mit einem nicht näher genannten Manager bei Microsoft zu tun hatte, den er regelrecht hasste. Bei den diversen Treffen und Geschäftsessen sprach besagter Microsoft-Manager immer wieder über Tablets und wie man sie mit einem Stylus bedienen würde. Eines Abends war Jobs schließlich so genervt davon, dass er selbst ein Tablet entwickeln wollte um zu zeigen, wie man es richtig macht.

Das war gewissermaßen die Geburtsstunde des iPad, einem der erfolgreichsten Tablets der Welt. Trotzdem dauerte die Vorstellung des ersten iPad noch bis zum Jahre 2010, obwohl dessen Entwicklung noch vor dem ersten iPhone begann.

Aus dem iPad wird das iPhone

Der eigentliche Auslöser für das iPhone war letzten Endes ein Gespräch zwischen Jobs und Forstall. Im Laufe des besagten Gesprächs kristallisierte sich heraus, dass Smartphones zunehmend zum Musikhören verwendet werden und ein solches Gerät den iPod schwer zu schaffen machen würde. Nachdem Jobs dann eine interne Demo der ersten iPad-Software gesehen hatte, soll er gefragt haben, ob man das nicht auf die Größe eines Mobiltelefons schrumpfen könnte.

Scott Forstall als damaliger Apple-Verantwortlicher der Software-Sparte und sein Team kamen dem Wunsch nach. Als Steve Jobs das Ergebnis zu Gesicht bekam, soll er augenblicklich die Entwicklung des iPad gestoppt und das iPhone zur obersten Priorität erklärt haben. Der Rest ist Smartphone-Geschichte.

Nicht umsonst ist das iPhone das erfolgreichste Smartphone der Welt und heute für gut zwei Drittel der gesamten Umsätze von Apple verantwortlich. Dabei hatte Apple als Hersteller von Computern begonnen und war lange Zeit mit diesen erfolgreich.

Stolperstein Apple Maps

Bemerkenswert an dem Interview ist, dass Forstall das erste Mal seit seinem Rauswurf Ende 2012 über Apple an sich spricht. Damals war er der Verantwortliche für Apple Maps, was bekanntlich unfertig und mit teils eklatanten Fehlern veröffentlicht wurde. Mittlerweile hat Apple zwar die Fehler beseitigen und die Software perfektionieren können, aber für Scott Forstall bedeutete dieses Missgeschick das Aus bei Apple.

Ausgerechnet die Weigerung von Scott Forstall, eine öffentliche Entschuldigung für das Apple-Maps-Desaster zu verfassen, war der Grund, warum er gefeuert wurde.

Wie sich das iPhone seit dem ersten Modell verändert hat, zeigen wir Ihnen in unserer Übersicht der iPhone-Generationen.

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