Kritik

iPhone 5: Netzbetreiber drohen mit Apple-Handy-Boykott

Anbieter wehren sich gegen fest im Gerät integrierte SIM-Karte
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Vor einigen Wochen gab es erste Berichte, denen zufolge Apple erneut sein SIM-Karten-Konzept für das iPhone ändert. Setzt der amerikanische Hersteller bei der aktuellen Geräte-Generation auf die bislang kaum gebräuchliche Micro-SIM, die von Netzbetreibern und Discountern eigens für die Apple-Geräte auf den Markt gebracht wurde, so soll das für den Sommer nächsten Jahres erwartete Apple iPhone 5 eine fest ins Gerät verbaute Betreiberkarte bekommen.

iPhone 5Kommt das iPhone 5 mit fest verbauter SIM-Karte? Eine solche SIM-Karte ist an keinen Anbieter gebunden. Stattdessen können die Kunden einen beliebigen Netzbetreiber oder Provider wählen. Auf das gewählte Netz soll die Karte dann programmiert werden. Dabei stellt sich die Frage, ob auch Anbieter unterstützt werden, die keine offiziellen Apple-Partner sind. So verkaufen in Deutschland beispielsweise die Telekom, Vodafone und o2 offiziell das Apple iPhone 3G S und das Apple iPhone 4. Wer ein Apple-Handy ohne SIM-Lock kauft, kann es aber auch mit einer Base-Karte oder einer Discounter-SIM betreiben.

Wie schnell kann die eingebaute SIM umprogrammiert werden?

Fraglich ist zudem, wie schnell und unkompliziert sich eine solche interne SIM-Karte bei Bedarf auf einen anderen Provider umprogrammieren lässt. Derzeit kann ein freies iPhone problemlos im Ausland mit einer lokalen Prepaidkarte betrieben werden. Dazu muss lediglich die SIM getauscht werden. Sobald man sich wieder in Deutschland aufhält, wird wieder die angestammte Betreiberkarte eingesteckt.

Wie die Financial Times Deutschland berichtet, üben nun auch die Mobilfunk-Netzbetreiber Kritik an den Plänen des iPhone-Herstellers. Sie werfen dem Zeitungsbericht zufolge Apple vor, über die fest im Smartphone verankerte SIM-Karte Kontrolle über die Endkunden-Beziehung der Netzbetreiber anzustreben. Anbieter wie Vodafone, France Telecom oder die spanische Telefonica, zu der auch o2 gehört, drohen nun damit, das iPhone nicht mehr zu subventionieren bzw. mit Vertrag zu günstigen Einstiegspreisen abzugeben.

GSMA startet Initiative für "embedded SIM"

Der Weltverband der Mobilfunk-Netzbetreiber, GSMA [Link entfernt] , hat dagegen eine Initiative für die "embedded SIM" gestartet. Das teilte der Verband auf seiner Homepage mit. Damit würde die GSMA den Apple-Plänen die Tür öffnen. Allerdings erscheint es fraglich, inwieweit ein derartiger Standard bis zur Markteinführung der nächsten iPhone-Generation offiziell verabschiedet werden kann.

Apple hat in den letzten Jahren jeweils im Juni ein neues iPhone-Modell vorgestellt und das Gerät wenige Wochen später auf den Markt gebracht. Aufgrund der großen Nachfrage kam es vor allem in diesem Jahr zu langen Wartezeiten auf das begehrte Multimedia-Smartphone. Seit Ende Oktober ist in Deutschland offiziell das bisherige Monopol der Telekom für den iPhone-Verkauf mit Vertrag gefallen. Apple selbst und auch o2 verkaufen das iPhone ohne Vertrag und ohne SIM-Lock. Eine fest eingebaute SIM-Karte im iPhone 5 könnte die Wahlmöglichkeit des Providers für die Kunden jedoch in Zukunft erneut einschränken.

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