Discount-iPhone

iPhone 4 mit Prepaid-Karte häufig günstiger als mit Laufzeitvertrag

Nicht nur günstiger, auch flexibler
Von Marie-Anne Winter

Für die Komplett-Rechnung der Gesamtkosten über 24 Monate haben wir die regulären Preise für die Starterpacks mit SIM-Karte mit dem normalerweise enthaltenen Startguthaben verwendet. Dazu kommen die 629 Euro, die das iPhone 4 16 GB im Apple-Shop kostet. Berücksichtigt wurden jeweils die für das jeweilige Nutzungsprofil günstigsten Optionen. So gehen wir davon aus, dass ein Nutzer bei einem Verbrauch von 200 MB bei simyo oder blau lieber ein 1 GB-Paket für 9,90 Euro bucht, als den Preis pro MB zu bezahlen, der sich bei 200 MB rein rechnerisch 48 Euro summiert und durch Rundungen beim Abrechnungstakt in der Praxis noch deutlich höher liegen dürfte. Etwas anders verhält es sich bei Fonic und BILDmobil. Diese Discounter bieten Datenflatrates, bei denen nach Verbrauch des Inklusiv-Volumens von 500 bzw. 250 MB keine weiteren Kosten anfallen, aber die Zugangsgeschwindigkeit für den mobilen Internetzugang auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt wird. Hier muss der Vielnutzer nach unserem Profil natürlich überlegen, ob er mit dieser Komforteinbuße leben kann oder ein anderes Angebot wählen wird.

Berücksichtigung der Zusatzoptionen

Datenblätter

Genauso verfahren wir bei den Telefonie-Optionen. Sobald eine Zusatzoption günstiger ist, als das Vertelefonieren der Einzelminuten, gehen wir davon aus, dass der Nutzer die entsprechende Option bucht. Hier spielt dann die Verteilung der Telefonminuten auf die jeweiligen Zielnetze dann doch wieder eine Rolle. Beim Wenignutzer gehen wir davon aus, dass er 30 Minuten ins Festnetz und 60 Minuten zu Mobilfunknetzen telefoniert, beim Normaltelefonierer nehmen wir 70 Festnetzminuten und 110 Mobilfunkminuten an. Beim Vieltelefonierer ist die Verteilung 150 Festnetzminuten und 300 Mobilfunkminuten. Beim Vielnutzer greift dann auch der Kostenairbag von 39 Euro, den simyo und blau anbieten. Der Kostenairbag wird im Prinzip auf alles, also Gespräche, SMS und Datenverbindungen angerechnet.

Nachteil dieser Lösung ist, dass die Geschwindigkeit für den Internetzugang nach Erreichen der 39 Euro auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt wird. Das kann bei Vieltelefonieren also recht bald der Fall sein. Deshalb gehen wir aus, dass ein Vielnutzer zusätzlich die 1-GB-Option buchen wird, weil dann die Geschwindigkeit erst gedrosselt wird, wenn das zusätzlich bezahlte Datenvolumen ausgeschöpft ist.

Gesamtkosten der Discounter im Vergleich

Wenig-Nutzer blau simyo discoPLUS Fonic bildmobil
Einheitstarif Einheitstarif 7,5 Cent Prepaid Prepaid
Einrichtung 4,90 -0,05 -0,05 4,95
Gesprächskosten 194,40 162,00 194,40 194,40
SMS-Kosten 43,20 36,00 43,20 43,20
Datenkosten 237,60 180,00 238,80 237,60
Gesamtkosten 1109,10 1006,95 1105,35 1109,15
Normal-Nutzer  
Einrichtung 4,90 -0,05 -0,05 4,95
Gesprächskosten 388,80 324,00 388,80 388,80
SMS-Kosten 108,00 90,00 108,00 108,00
Datenkosten 237,60 310,80 238,80 237,60
Gesamtkosten 1368,30 1353,75 1364,55 1368,35
Viel-Nutzer  
Einrichtung 4,90 -0,05 -0,05 4,95
Gesprächskosten (885,60) 1) 778,80 972,00 972,00
SMS-Kosten (432,00) 1) 360,00 432,00 432,00
Datenkosten 237,60 1) 310,80 238,80 2) 237,60 3)
Gesamtkosten 1807,50 2077,35 2271,75 2275,55
Stand: 28.10.2010, Preise in Euro, Gesamtkosten inkl. iPhone 4 16GB für 629 Euro über 24 Monate.
Datenpaket wird wegen Drosselung gebucht.
1) Kosten liegen über Kostenairbag von 39 Euro, mit diesem wird weitergerechnet.
2) Achtung: Drosselung der Datenübertragungsgeschwindigkeit ab 500 MB pro Monat.
3) Achtung: Drosselung der Datenübertragungsgeschwindigkeit ab 250 MB pro Monat.

Es zeigt sich also, dass unser Wenigtelefonierer mit dem günstigsten Discountangebot discoPLUS über zwei Jahre auf Gesamtkosten von 1006,95 Euro kommt. Das ist deutlich weniger als beim günstigsten Netzbetreiberangebot mit Gerätesubvention: Mit der Vodafone SuperFlat Wochenende kommt man mit dem gleichen Wenignutzerprofil auf insgesamt 1174,93 Euro über die zwei Jahre Mindestlaufzeit.

Übrigens liegen alle Discounter in unserem Vergleich deutlich unter diesem Preis. Denn auch die in diesem Beispiel "teureren" Discounter blau, simyo und BILDmobil kommen alle drei auf Gesamtkosten von 1109,10 Euro. Bemerkenswert ist, dass der Unterschied zwischen den Discountangeboten mit einer Differenz gut 102 Euro größer ist, als der Abstand vom teuersten Discounter zum günstigsten Netzbetreiber, der nur bei gut 65 Euro liegt.

Auch bei den Normaltelefonieren ist discoPLUS mit 1353,75 Euro Gesamtkosten das günstigste Angebot. In unserem Netzbetreibervergleich gewann die Telekom mit dem günstigsten Tarif für Normaltelefonierer, bei dem sich die Kosten über 24 Monate auf 1443,30 Euro summieren. Hier beträgt der Abstand zwischen dem günstigsten Discountangebot ohne Handy-Subvention und dem günstigstem Netzbetreibertarif auf knapp 90 Euro.

Beim Vielnutzer verschiebt sich das Verhältnis deutlich zugunsten der E-Plus-Discounter blau und simyo, weil sich hier der Kostenairbag von 39 Euro stärker auswirkt. Deshalb laufen bei diesen Anbietern über zwei Jahre Gesamtkosten von 1807,50 Euro auf. Die günstigsten Netzbetreiber-Tarife dagegen kommen auf Mindestkosten von insgesamt 2424,75 Euro! Das macht eine Differenz von 617,25 Euro zwischen dem günstigsten Discountangebot und dem günstigsten Netzbetreiber-Tarif. Wer als Vieltelefonierer zum Discounter geht, bekommt also quasi noch ein iPhone 4 geschenkt.

Fazit: iPhone 4 kaufen und Prepaid-SIM häufig günstiger

Das Rennen um den günstigsten Tarif für das iPhone 4 können die Mobilfunk-Discounter also souverän für sich entscheiden. Wie dargestellt ist in allen drei Nutzungsprofilen der Kauf das Apple-Handys und der separate Kauf der passenden Prepaid-SIM-Karte günstiger als der Erwerb eines subventionierten iPhones mit einem der "offiziellen" Tarife von Telekom, Vodafone oder o2.

Weitere Vorteile der "Prepaid-und-Kauf"-Lösung sind zudem die fehlende Vertragsbindung über 24 Monate - der Kunde kann also jederzeit flexibel auf Änderungen im eigenen Nutzungsverhalten und auf neue Angebote am Markt reagieren - und die Möglichkeit, im Ausland eine Prepaid-Karte aus dem Zielland ins offene iPhone zu stecken. Speziell beim Surfen lassen sich so die häufig noch sehr hohen Roaminggebühren vermeiden.

Natürlich kann man einwenden, dass gerade das E-Plus-Netz in Sachen Datennutzung gerade nicht der Renner ist - allerdings hat der Anbieter hier ja Besserung in Aussicht gestellt. Auf der anderen Seite hat unser Vergleich auch im Netz von o2 und Vodafone attraktive Sparoptionen gezeigt.

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