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Editorial: Apple hat mein iPad kaputtgemacht

Apple sorgt mit Software-Updates dafür, dass ältere iPhones und iPads nur noch sehr langsam laufen. Kunden, die für ihre Geräte schon seit geraumer Zeit keine Updates mehr erhalten, sind aber auch nicht zufrieden.

Aus Hersteller-Sicht könnte man sagen, dass es kaum möglich ist, es allen Kunden recht zu machen. Die einen Nutzer beklagen sich darüber, dass sie schon lange keine Updates mehr für ihre Geräte bekommen. Die anderen freuen sich zwar über ein aktuelles Betriebssystem, können ihr Smartphone oder Tablet aber kaum noch sinnvoll verwenden, da die nicht mehr aktuelle Hardware den Anforderungen der Firmware nicht gewachsen ist.

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Es gäbe allerdings doch einige Lösungsansätze. Zum einen könnte Apple - und das gleiche gilt prinzipiell auch für andere Hersteller - ältere Smartphones und Tablets weiter mit Sicherheits-Updates versorgen, während es keine neuen "Hauptversionen" der Betriebssystem mehr gibt, die das Nutzererlebnis auch stark beeinträchtigen können. Zum anderen könnte es Apple den Kunden auch ermöglichen, bei Nichtgefallen eines Updates auch wieder ein Downgrade auf frühere Betriebssystem-Versionen durchzuführen. Auf iPad 3 und iPhone 4S ist iOS 9 nur eingeschränkt nutzbar Auf iPad 3 und iPhone 4S ist iOS 9 nur eingeschränkt nutzbar
Foto: Apple, Montage: teltarif.de

Neue Apple-Geräte mit knapp kalkulierter Hard

Apple muss sich darüber hinaus die Kritik gefallen lassen, dass das Unternehmen die technischen Leistungsdaten neuer Geräte oft recht knapp bemisst. Während Android-Smartphones im vergangenen Jahr bereits mit 2 oder 3 GB Arbeitsspeicher ausgestattet waren, kamen iPhone 6 und iPhone 6 Plus noch mit 1 GB RAM auf den Markt. Die Folge ist, dass es bei intensivem Multitasking durchaus "knirscht".

Wer Spotify oder Webradio im Hintergrund laufen lässt und nebenbei zwischen verschiedenen anderen speicherbelastenden Apps wechselt, weiß, wovon ich rede: Es kommt immer wieder zu kurzen Aussetzern bei der Audio-Wiedergabe. iPhone 6S und iPhone 6S Plus haben dieses Problem nicht. Der aktuellen iPhone-Generation hat Apple aber auch 2 GB RAM mit auf den Weg gegeben.

Hersteller könnten einst zufriedene Kunden verlieren

Positiv dargestellt könnte man Herstellern mit dieser Strategie zugute halten, dass sie den Akku des Smartphones oder Tablets schonen wollen. Man könnte es aber auch so auslegen, dass die Hardware bewusst so gewählt wurde, dass der Handheld spätestens beim übernächsten großen Firmware-Update so in die Knie geht, wie es jetzt bei iPad 2 und iPad 3 zu beobachten ist.

Kunden, die es sich leisten können, werden nach einer gewissen "Leidenszeit" zu einem neuen Gerät greifen. So kann der Hersteller neue Einnahmen generieren. Das ist allerdings etwas kurzsichtig gedacht, denn nicht zwingend bleibt ein Kunde bei den Produkten des gleichen Herstellers. Der eingangs erwähnte Hobbyfreund, der neben dem Original iPad auch ein iPhone besaß und einen Mac Mini besitzt, ist mittlerweile jedenfalls zufriedener Nutzer eines Windows Phones und eines Tablets mit Windows 10.

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