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Editorial: Apple hat mein iPad kaputtgemacht

Apple sorgt mit Software-Updates dafür, dass ältere iPhones und iPads nur noch sehr langsam laufen. Kunden, die für ihre Geräte schon seit geraumer Zeit keine Updates mehr erhalten, sind aber auch nicht zufrieden.
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Ein Hobbyfreund hat sich vor fünf Jahren ein iPad der ersten Generation zugelegt. Für diese Variante des Tablets hat Apple schon lange den Support eingestellt. iOS 5.1.1 ist das aktuellste - aber aus heutiger Sicht völlig veraltete - Betriebssystem, das für dieses Gerät verfügbar ist. Die Folge ist, dass er viele Apps gar nicht mehr installieren und nutzen kann, da diese längst neuere Firmware-Versionen voraussetzen.

Verständlicherweise ist der Besitzer des Original iPad von diesem Umstand wenig begeistert. Mit jeder App, die auf dem Handheld nicht mehr lauffähig ist, verliert das Gerät, das immerhin einmal so viel wie ein Notebook gekostet hat, an Wert. Und nicht jeder Nutzer ist bereit, nach wenigen Jahren erneut in ein so kostspieliges Tablet zu investieren. Das sorgt für Frust und dazu, dass der Hobbykollege wie Besitzer vieler Android-Smartphones über die Update-Politik des Herstellers schimpft und die Tatsache verurteilt, dass die Installation neuerer Betriebssystem-Varianten nicht möglich ist.

iPad 3: Aktuelle Firmware, ja aber...

iOS 9 läuft auf älteren Geräten sehr langsamiOS 9 läuft auf älteren Geräten sehr langsam Ich selbst besitze wiederum ein iPad 3. Dieses ist inzwischen dreieinhalb Jahre alt und wird von Apple nach wie vor mit aktuellen Versionen des iOS-Betriebssystems versorgt. Selbst das noch ein Jahr ältere iPad 2 kann auf iOS 9.1 aktualisiert werden. Wer eines dieser Tablets oder auch ein iPhone 4S besitzt, wird Apple möglicherweise für seine Updates loben.

"Seht her, Ihr Android-Handy-Besitzer, Ihr bekommt schon nach einem oder maximal zwei Jahren keine neue Software mehr. Mein Apple-Gerät ist vier Jahre alt, aber wird vom Hersteller noch immer gepflegt." Solche und ähnliche Kommentare sieht man nicht selten in Online-Foren. In der Tat ist das iPad 1 aus Apple-Sicht eher ein "Ausrutscher". Andere iPhones und iPads werden in der Regel deutlich länger mit aktueller Firmware versorgt.

iOS 8 zerstörte das zunächst positive Nutzererlebnis

Es gibt aber auch eine Schattenseite: Das iPad 2 und auch das iPad 3 arbeitet bereits seit der Installation von iOS 8 sehr langsam. Vor der Veröffentlichung von iOS 9 gab es zwar Hinweise darauf, dass sich Apple mit dem diesjährigen größeren Betriebssystem-Update vor allem auch um die Performance bei älteren Geräten kümmern will, doch ernsthaft nutzbar ist mein iPad 3 kaum noch.

E-Mails lesen und beantworten oder das Surfen im Internet mit dem Safari-Browser - ja, das geht noch, wenn man damit leben kann, dass sich auch die zum Betriebssystem gehörenden Apps sehr langsam und gemächlich öffnen. Auch meinen Hauptzweck für den Tablet-Oldie, TV-live oder Video-on-Demand mit Zattoo, Sky Go und YouTube, erfüllt das iPad 3 noch. Wenn ich aber die Downcast-App öffne, die ich für die Podcast-Wiedergabe der zum Betriebssystem zählenden Anwendung vorziehe, kommt es vor, dass das Programm einfriert. Auch nach mehrminütiger Wartezeit tut sich nichts.

Einzige Lösung ist es dann, die App zu schließen, aus dem ebenfalls recht langsamen Multitasking-Menü ebenfalls zu löschen, das Programm neu zu starten und zu hoffen, dass es dann besser läuft. Manchmal ist das tatsächlich so, oft wiederholt sich das Spiel aber mehrfach und Downcast ist hier nur ein Beispiel für Programme, die auf dem iPad 3, das so alt ja nun auch noch nicht ist, nicht vernünftig nutzbar sind, wenn das Tablet unter der aktuellen Betriebssystem-Version laufen.

Auf Seite 2 lesen Sie unter anderem, welche Möglichkeiten die Hersteller den Kunden anbieten könnten und welche Kritik sich Apple hinsichtlich neuer Geräte gefallen lassen muss.

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