Zeitenwende

"The Daily": iPad bekommt erste digitale Zeitung (Update)

Vorerst nicht in Deutschland - andere Tablet-OS ab 2013
Von Steffen Herget /
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Eine Revolution in der Presselandschaft - nicht weniger als das - verspricht sich der amerikanische Medienmogul Rupert Murdoch von seiner neuen iPad-Zeitung "The Daily". Heute gab Murdoch an der US-Ostküste in New York den Startschuss für seine neue App. Die digitale Zeitung soll in der Hauptsache Nachrichten, Analysen und Geschichten liefern, allerdings natürlich optisch hübsch, technisch aufwendig und vor allem multimedial aufbereitet. Die Inhalte der App von "The Daily" werden eigens und zu Beginn exklusiv für das Apple iPad produziert. Damit beugt sich Rupert Murdoch in seinen Augen dem aktuellen Zeitgeist. "Neue Zeiten brauchen neuen Journalismus", so der 79-Jährige, der sein Medienimperium als Zeitungsverleger geschmiedet hat.

iPad-Zeitung "The Daily" gestartet Der Aufwand, den Murdoch für die neue App betreibt, ist durchaus hoch. Eine rund 120 Köpfe zählende Redaktion liefert rund um die Uhr Inhalte für diese erste, speziell für das iPad entwickelte Zeitung. Die Zusammenarbeit mit Apple ist dabei durchaus eng, auch auf der finanziellen Seite. Die App von "The Daily" bricht mit bisherigen Gepflogenheiten in der Medienbranche, alleine schon deshalb, weil der iPad-Hersteller Apple kräftig mitmischt und einen Anteil vom Kuchen haben will. Dafür fallen selbstverständlich andere Kosten weg, die bei einer Printzeitung entstehen, so etwa für den Druck, das Material und den Vertrieb. Die App ist bislang exklusiv im US-Appstore ab sofort verfügbar und kostet entweder 0,99 US-Dollar pro Woche oder jährlich 39,99 US-Dollar. Aktuell sind die ersten zwei Wochen nach dem Download kostenlos. Regulär, also über den deutschen App-Store, ist "The Daily" demnach in Deutschland nicht erhältlich, ebenso soll es laut Murdoch keine weiteren Ausgaben für Länder außerhalb der USA geben.

Apples Strategie liegt noch im Nebel

Die Medienbranche wartete weiterhin gespannt auf Details zur künftigen Geschäftspolitik von Apple gegenüber Abos von Zeitungen und Magazinen auf dem iPad. Zwar waren bei der Vorstellung von "The Daily" in New York auch Vertreter von Apple zugegen, doch schiegen sie beharrlich auf Rückfragen zu Abos und den sogenannten In-App-Käufen. In den vergangenen Wochen hatten Berichte die Runde gemacht, der US-Konzern wolle die Verlage zwingen, alle Abonnements ausschließlich über die iTunes-Plattform anzubieten. Das löste Unruhe bei den Verlagen aus: Denn zum einen behält Apple bei jedem iTunes-Verkauf 30 Prozent ein, zum anderen hätten sie keinen Zugriff auf Kundendaten und könnten iPad-Zugänge nicht mehr an Print-Abos knüpfen. Apple-Manager Eddy Cue betonte lediglich, dass Apple sich in Kürze dazu äußern wird. Inhalte müsse der Kunde sowohl über iTunes als auch auf anderen Wegen erwerben können. "Wir haben ein ausgezeichnetes Verhältnis zu den Verlegern", sagte er.

Update 2. Februar, 22.30 Uhr: "The Daily" in ferner Zukunft auch auf anderen Tablets

Angesprochen auf das enge Verhältnis zwischen Murdoch und Apple verteilten heute morgen in New York beide Parteien artig Komplimente für die Leistungen der jeweils anderen Partei. Wie tief die Kooperation aber geht, ließ Rupert Murdoch in der abschließenden Fragenrunde kurz erahnen. Angesprochen auf "The Daily" auf anderen Tablets und Versionen für andere Betriebssysteme, allen voran Googles Android sagte er deutlich, dass in diesem und nächsten Jahr "The Daily" exklusiv auf dem Apple Tablet zu lesen sein wird. Mit anderen Worten: "The Daily" kommt frühestens 2013 auf andere Tablets.

Update 3. Februar, 11.20 Uhr: "The Daily" im Test

Mittlerweile konnten wir die App von The Daily auch selbst begutachten und unter die Lupe nehmen. Alles Detils finden Sie in unserer entsprechenden Meldung zum Test von "The Daily".

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