Verbraucher

IP-Umstellung: Alte Geräte reichen auch

Für einen neuen Anschluss braucht man auch neue Geräte. Klingt logisch. Die Realität sieht aber anders aus: Wer gerade einen neuen IP-Anschluss fürs Telefon bekommt, muss seinen Apparat nicht in den Ruhestand schicken - auch wenn Verkäufer oft anderes behaupten.
Von mit Material von dpa
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Für digitale Telefonanschlüsse reichen die alten GeräteFür digitale Telefonanschlüsse reichen die alten Geräte Die aktuell laufende Umstellung von analogen auf digitale Telefonanschlüsse bei vielen Netzbetreibern lockt auch windige Geschäftemacher an. Sie versuchen, zum neuen Anschluss gleich neue Telefone und Telefonanlagen zu verkaufen, berichtet das "c't"-Magazin in seinem Sonderheft "Netzwerke". Dabei können die alten Geräte auch an den neuen IP-Anschlüssen weitergenutzt werden. Entscheidend für den Weiterbetrieb sind die Schnittstellen des Routers, den man für den neuen Anschluss erhält oder schon besitzt.

Fast alle VoIP-Router bieten den Angaben nach einen oder mehrere Anschlüsse, an denen sich analoge Schnurtelefone oder die Basisstationen von Schnurlostelefonen einstecken lassen. Auch eine bestehende Analog- oder ISDN-Telefonanlage kann man so ohne Änderungen weiter betreiben. Das sei etwa für Nutzer wichtig, die beispielsweise für eine in die Anlage integrierte Türsprechanlage nur sehr schwer Ersatz finden würden oder deren ISDN-Anlage einfach problemlos funktioniert und keine Wünsche offen lässt.

ISDN-Angebote bei regionalen Netzbetreibern

Wer tatsächlich einen Router ohne Telefon-Schnittstelle besitzt und nun aber Telefone anschließen möchte oder muss, findet auf dem Markt auch sogenannte VoIP-Adapter (ab rund 35 Euro). Die kleinen Kästchen bieten eine oder mehrere der benötigten Telefonbuchsen (meist RJ-11) und werden selbst per Netzwerkkabel an den Router angeschlossen.

Sollte jemand seinen ISDN-Anschluss trotz allem erst einmal partout nicht missen und die Umstellung auf das IP-Netz noch hinauszögern wollen, findet er aktuell immer noch Angebote für ISDN-Anschlüsse, meist bei regionalen Netzbetreibern.

Die Telekom etwa will bis 2018 alle analogen Telefonanschlüsse auf die IP-Technik umgestellt haben. Derzeit werden bis zu 70 000 Telekom-Anschlüsse pro Woche umgestellt. Die All-IP-Umstellung der Kunden läuft dabei nicht immer reibungslos ab. So monieren einige Betroffene zum Beispiel, dass es tagelange Ausfälle, zu hohe Kosten für neue Hardware und eine schlechte Kommunikation seitens der Telekom gebe. Lesen Sie mehr dazu in dieser Meldung.

Dass der Umstieg auf den All-IP-Anschluss aber auch problemlos ablaufen kann, zeigt einer unserer Erfahrungsberichte: So war die Telekom-Umstellung samt Anschluss der FRITZ!Box 7490. In dem Artikel wird erläutert, welche Erfahrungen wir mit dem Telekom-Service von der Beantragung bis zwei Wochen nach der All-IP-Umstellung gemacht haben.

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