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Telekom: nuSIM verkleinert IoT

Die Deutsche Telekom stellt in Barcelona ihre nuSIM vor, eine Art eSIM für IoT-Module. Das weltweit angedachte Projekt soll verschiedene Netzbetreiber und Hersteller von Chipsätzen und Hardware an Bord holen.
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Das Internet der Dinge (IoT) ist eine der spannenden Anwendungen im Mobilfunk, weil dort unglaubliche Zuwachsraten erwartet werden. Dabei gibt es Maschinen-Kommunikation (M2M) schon seit den frühen Anfängen des Mobilfunks. Zunächst mussten SIM-Karten eingelegt werden, bald gab es spezielle aufgelötete SIM-Karten, die aber keinen Wechsel des Anbieters erlaubten.

Was die eSIM bei Telefonie- und Datenkunden ist, könnte die "nuSIM" bei IoT werden. Dafür hat die Deutsche Telekom eine integrierte SIM für IoT entwickelt und arbeitet mit einem internationalen Partnernetzwerk zusammen. Losgehen könnte es im zweiten Halbjahr des Jahres.

Gemeinsame Entwicklung: nuSIM

Mit LTE-M können Daten stromsparend übermittelt werdenMit LTE-M können Daten von Messgeräten, Sensoren, intelligenter Kleidung oder Trackern von Waren, Geräten oder Gütern stromsparend übermittelt werden. Die Telekom baut dazu ihr Serviceangebot für IoT (Internet of Things) in Europa und den USA weiter aus. Das Unternehmen entwickelt gemeinsam mit bekannten Partnern "nuSIM", eine integrierte SIM für IoT.

Das Kernstück: Die Funktionen der klassischen SIM werden direkt auf den Chipsatz des Gerätes übertragen, eine separate physische SIM Karte entfällt. Ein großer Vorteil vor allem für kostengünstige IoT-Geräte mit langer Lebensdauer, wie z.B. "Smarte" Sensoren zur Überwachung von Temperaturen, Bewegungen oder Wertgegenständen. nuSIM soll im zweiten Halbjahr 2019 für Kunden verfügbar sein.

„Die Telekom hat die Innovation im Bereich IoT in den letzten Jahren beträchtlich vorangebracht, so Ingo Hofacker, verantwortlich für das IoT-Geschäft bei der Telekom. „nuSIM, unsere SIM-Lösung für den kostensensiblen IoT-Markt, ist ein wesentlicher Baustein für unser zukünftiges Serviceangebot.“

Weil einfach besser ist

Der Verzicht auf eine physische SIM-Karte vereinfacht den Aufbau eines IoT-Geräts erheblich, denn es entfällt ein wesentliches Bauelement samt zugehörigem Logistik- und Handhabungsaufwand. nuSIM ist direkt im Modem-Chip integriert. Ein sicherer Prozess sorgt für die Programmierung der SIM-Daten bereits bei der Herstellung des Moduls oder des IoT Endgerätes. Weitere Vorteile: Gerätehersteller können mit kleineren Modulen und längerer Batterielebensdauer arbeiten. Endanwender profitieren von geringeren Gerätekosten und müssen sich nicht mehr mit einzelnen SIM-Karten auseinandersetzen. Damit soll der Einstieg ins IoT-Projekt vereinfacht werden.

Entwicklung mit Partnern

nuSIM wird von der Telekom gemeinsam mit Partnern aus den Bereichen IoT-Chips, -Module und digitale Sicherheit entwickelt. Eine gemeinsame Spezifikation soll Interoperabilität für die sichere Bereitstellung der SIM-Daten bei der Modul- oder Geräteherstellung gewährleisten. Auf der Liste der Partner lesen wir Altair Semiconductor, Commsolid/Goodix, HiSilicon, Nordic Semiconductor, Qualcomm Technologies, Samsung Electronics und Sequans Communications für die Chipsätze. Bei den eigentlichen IoT Modulen sind Quectel Wireless Solutions, Sierra Wireless, Telit und u-blox mit dabei. Für die digitale Sicherheit sorgt Giesecke+Devrient, unter anderem Hersteller von SIM-Karten, Reisepässen, Sicherheitssystemen und mit der (legalen) Lizenz zum Drucken von (amtlichen) Geldscheinen.

Die Deutsche Telekom möchte diese Technologie mit weiteren Partnern aus dem IoT-Segment und gerne auch mit anderen Netzbetreibern teilen, um ein offenes und tragfähiges Ökosystem aufzubauen. Interessierte Unternehmen sind zur Teilnahme eingeladen.

Innovationstreiber im Bereich des mobilen IoT

nuSIM ist nur eine der Initiativen, mit der die Telekom die Innovation im mobilen IoT-Ökosystem vorantreiben möchte: Das Unternehmen führte kürzlich gemeinsam mit dem Energiedienstleister ista (Energiezähler an Heizkörpern) den weltweit größten auf NB-IoT basierenden Feldtest in Gebäuden durch. Dabei erwies sich NB-IoT im Hinblick auf die Abdeckung in Gebäuden weitaus geeigneter als bestehende Technologien wie GSM, UMTS und LTE. Neben NB-IoT treibt die Telekom auch mit dem Hubraum LTE-M Prototyping-Programm die Entwicklung branchenübergreifender Innovationen, für Smart City, Wearables, E-Health und Smart Tracking mit dem LTE-M Standard voran.

Die Telekom hat den Schmalband-Netzstandard NB-IoT bisher ihren neun europäischen Präsenzmärkten und in den USA das Maschinen- und Sensorennetz NB-IoT eingeführt. Der Rollout von LTE-M (mehr Daten, mehr Bandbreite) ist für Mitte 2019 geplant.

Das Produkt nuSIM wird die Telekom auf dem MWC Barcelona vom 25. bis 28. Februar 2019 vorstellen (Stand 3M31 in Halle 3).

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