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iOS 12 auf iPhone X und iPhone SE: So liefen die ersten Tage

Evolution statt Revolution bringt das Update auf iOS 12 für iPhone- und iPad-Besitzer mit sich. Wir haben einige Tage mit dem neuen Betriebssystem gearbeitet.

Am vergangenen Montagabend hat Apple die neue Betriebssystem-Version iOS 12 für iPhone, iPad und iPod touch veröffentlicht. Wir haben die neue Firmware unter anderem auf dem iPhone X und dem iPhone SE installiert und konnten so in den vergangenen Tagen bereits erste Erfahrungen sammeln.

Das Update selbst war wenige Minuten nach 19 Uhr möglich. Wir haben die Aktualisierung über den WLAN-Hotspot eines VDSL-25-Anschlusses direkt an den beiden Smartphones vorgenommen. Dabei wurden zum Teil Download-Zeiten von bis zu zwei Stunden angezeigt, da verständlicherweise viele weitere Apple-Kunden parallel die gleiche Idee hatten.

Updates waren schnell erledigt

iOS 12 in der Praxis iOS 12 in der Praxis
Logo: Apple, Fotos/Montage: teltarif.de
Unter dem Strich waren die Aktualisierungen auf beiden Smartphones dann doch innerhalb von etwa einer Stunde erledigt. Alle Daten und Einstellungen blieben erhalten. Neu tauchte auf dem Startbildschirm die Maßband-App auf, die bereits in den ersten Beta-Versionen von iOS 12 zu finden war.

Abseits dessen halten sich die offensichtlichen Neuerungen auf den ersten Blick in Grenzen. Bei längerer Verwendung zeigten sich dann bislang nicht verfügbare Features, etwa die gruppierten Push-Benachrichtigungen im Sperrbildschirm oder auch die Tatsache, dass hier nun auch auf die aktivierte Nicht-stören-Funktion hingewiesen wird.

Neuer Hinweis im Sperrbildschirm

Neues Feature im Sperrbildschirm Neues Feature im Sperrbildschirm
Foto: teltarif.de
Vor allem der Hinweis auf "nicht stören" ist praktisch, denn bei iPhones mit Notch im Display ist das entsprechende Symbol nur noch im Kontrollzentrum, nicht aber im Sperr- oder Startbildschirm zu sehen, was durchaus dazu führen kann, dass man als Nutzer die Aktivierung wieder vergisst und so Anrufe verpasst. Tipp an Apple für eines der nächsten Updates: Bitte das gleiche Feature auch für Rufumleitungen einführen. Dann hätte man auch diese sofort im Blick, wenn man das iPhone zur Hand nimmt. Zugegeben: Anders als bei "nicht stören" werden nicht allzu viele Kunden mit Rufumleitungen arbeiten.

"Bildschirmzeit" für alle Geräte

Interessant ist auch die neue Funktion "Bildschirmzeit", die Aufschluss darüber gibt, wie oft man das iPhone eingeschaltet hat, wie lange das Smartphone genutzt wurde und wie viel Zeit bestimmten Apps eingeräumt wurde. Auf Wunsch lässt sich auch eine Gesamtübersicht für alle mit dem gleichen iTunes-Account genutzten Geräte erstellen.

Details zur Bildschirmzeit Details zur Bildschirmzeit
Foto: teltarif.de
Mit iOS 12 kam zudem eine Funktion zurück, die in iOS 11.x schon einmal enthalten war, später aber von Apple wieder entfernt wurde. Wer Anwendungen aus ausländischen AppStores installiert hat, bekommt Updates für diese Programme nun auch ohne das Wechseln des iTunes-Kontos angezeigt. Nach Eingabe des Passworts für den jeweiligen Account können die betroffenen Apps auch gleich auf den neuesten Stand gebracht werden.

System läuft schnell und stabil

Datenblätter

Das Betriebssystem selbst läuft sehr stabil und wie erwartet flüssiger als iOS 11.x. Das wird besonders beim nicht mehr ganz aktuellen iPhone SE deutlich, wo Apps spürbar schneller starten als beim Einsatz der bisherigen Firmware. Beim iPhone X ist der Unterschied nicht ganz so deutlich, aber dennoch spürbar, wie sich in den ersten Tagen der Nutzung gezeigt hat.

Apple hat das Update auch genutzt, um Fehler in System-Anwendungen zu beheben. So hatten wir unter iOS 11.x teilweise den Effekt, dass die Mail-App nach dem Löschen einer Nachricht nicht direkt zur nächsten Mitteilung, sondern zurück in den Posteingang sprang. Dieser Fehler tritt unter iOS 12 nicht mehr auf. Bei Apple CarPlay wurde die individuell vorgenommene App-Anordnung zum Teil wie von "Geisterhand" wieder geändert - vor allem nach der Installation weiterer Anwendungen oder nach App-Updates. Auch dieser Fehler wurde bereinigt.

Manche Apps zeigen noch Schwächen

Am Montagabend war das Update verfügbar Am Montagabend war das Update verfügbar
Foto: teltarif.de
Die meisten Apps laufen unter iOS 12 einwandfrei, obwohl viele Entwickler noch gar keine Updates veröffentlicht haben, um die Kompatibilität mit der neuen Betriebssystem-Version herzustellen. Es gibt aber auch Ausnahmen. So stürzte die Podcast-App Pocket Casts mehrfach während der Wiedergabe einer Sendung ab und auch VyprVPN läuft nicht ganz stabil, obwohl der Entwickler bereits ein erstes Update veröffentlicht hat.

Insgesamt betrachtet läuft iOS 12 aber schon wirklich rund, was man von iOS 11 kurz nach der Veröffentlichung im vergangenen Jahr überhaupt nicht sagen konnte. Seinerzeit war innerhalb weniger Tage das erste Bugfix-Update unterwegs. Das dürfte in diesem Jahr nicht erforderlich sein. Dafür steht bereits die erste Beta-Version von iOS 12.1 für Entwickler bereit.

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