Betriebssystem

Eine Woche iOS 11 auf iPhone und iPad

Seit einer Woche ist iOS 11 für iPhone, iPad und iPod touch verfügbar. Wir fassen unsere Erfahrungen auf drei Geräten zusammen. Vor allem die Akkulaufzeit leidet deutlich nach dem Firmware-Update.

Vor einer Woche hat Apple das Update auf iOS 11 für iPhone, iPad und iPod touch veröffentlicht. Zuvor gab es seit Juni bereits Tests mit Beta-Versionen, die von registrierten Entwicklern und interessierten Endverbrauchern ausprobiert werden konnten. Wir haben iOS 11 auf dem iPhone 7 Plus, dem iPhone SE und dem iPad Pro 9.7 installiert.

Datenblätter

Der Umstieg auf die neue Betriebssystem-Version verlief reibungslos. Wenige Stunden nach Freigabe der Software am Dienstagabend vergangener Woche waren die Apple-Server zwar sichtlich ausgelastet, so dass die Downloads auch über einen VDSL-25-Anschluss einige Zeit in Anspruch nahmen. Die Installation der neuen Firmware klappte aber stets im ersten Anlauf. Alle Daten und Einstellungen blieben erhalten.

Kaum Geschwindigkeits-Einbußen

Die erste Woche mit iOS 11 Die erste Woche mit iOS 11
Foto: Apple/teltarif.de, Grafik/Montage: teltarif.de
iOS 11 läuft auf iPhone 7 Plus, iPhone SE und iPad Pro 9.7 zumindest "gefühlt" genauso schnell wie iOS 10.3.3. Direkt nach dem Neustart eines iPhone ist eine leichte Verzögerung aber reproduzierbar. Ruft man sofort nach dem Reboot die Telefonschnittstelle auf, so dauert es einige Sekunden, bis sich die Bedienelemente auf dem Display aufbauen und die Telefonie in der Praxis nutzbar ist.

Ansonsten laufen die Apps auf den Smartphones ähnlich flüssig wie bisher. Beim iPad Pro 9.7 gibt es eine Einschränkung. Hier reagiert iBooks teilweise etwas langsam auf Eingaben. Zumindest PDF-Dokumente öffnen sich zum Teil mit kurzer Verzögerung. Dieses Problem trat unter iOS 10.3.3 nicht auf.

Schlechtere Akkulaufzeit als unter iOS 10.3.3

Spürbar schlechter als unter iOS 10.3.3 ist die Akkulaufzeit nach dem Umstieg auf die neue Betriebssystem-Version. Das ist vor allem bei iPhone 7 Plus und iPhone SE festzustellen, beim iPad, das aber ohnehin über einen größeren und leistungsfähigeren Akku als die Smartphones verfügt, tritt der Effekt weniger deutlich auf.

Zudem gibt es Unterschiede beim Akkuverhalten von iPhone 7 Plus und iPhone SE. Während der Akku des Phablets vor allem bei intensiver aktiver Nutzung schneller leer wird als unter iOS 10.3.3, der Unterschied im reinen Standby-Betrieb aber eher klein ist, nimmt die Akkukapazität beim iPhone SE auch im Standby-Modus schneller ab als vor dem Firmware-Update.

Langsame App-Updates unter iOS 11

Unabhängig vom Gerät ist der AppStore sehr langsam geworden. Vor allem der Download von Apps dauert bei vergleichbarer Internet-Verbindung deutlich länger als früher. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein Update oder die Installation einer für das jeweilige Smartphone oder Tablet neuen Anwendung handelt.

Unverständlich ist zudem die neue Regelung für die Aktivierung und Deaktivierung der Schnittstellen für WLAN und Bluetooth. Im Kontrollzentrum wird jeweils nur die aktuelle Verbindung getrennt, nicht aber die Schnittstelle abgeschaltet. Dadurch sollen unbedarfte Kunden davor "geschützt" werden, unbeabsichtigt beispielsweise auch die Verbindung zwischen iPhone und Apple Watch zu trennen oder auf die WLAN-Unterstützung bei der Nutzung von Ortungsdiensten zu verzichten.

Neues Dateiformat für Fotos und Videos Neues Dateiformat für Fotos und Videos
Foto: Apple, Grafik/Montage: teltarif.de
Die Argumente von Apple mögen nachvollziehbar sein. Wünschenswert wäre es dennoch, wenn die Besitzer eines iPhone oder iPad zumindest die Wahl hätten, ob sie WLAN bzw. Bluetooth im Kontrollzentrum ganz abschalten oder eben nur die gerade laufende Verbindung trennen möchten. Immerhin lässt sich über Siri oder über das Menü "Einstellung" die WLAN- oder Bluetooth-Schnittstelle weiterhin komplett deaktivieren.

Dieses WLAN-Feature ist eine Verbesserung

Der Hersteller hat in Bezug auf die WLAN-Nutzung aber auch eine Verbesserung vorgenommen. So kann der Kunde nun das automatische Verbinden für gespeicherte Netzwerke abschalten - ein Feature, das Besitzer von Android-Smartphones bereits seit geraumer Zeit kennen. Der iPhone- oder iPad-Besitzer kann dank der neuen Funktion verhindern, dass sich der Handheld beispielsweise automatisch in ein Netz einbucht, das den Internet-Zugang erst nach dem Ausfüllen einer Landing Page freigibt. Wer gleich zwei Heimnetzwerke betreibt, hat die Möglichkeit, die automatische Verbindung auf den bevorzugten Hotspot zu begrenzen.

Wie bereits berichtet hat Apple mit iOS 11 auch neue Formate für Foto- und Videodateien eingeführt. Das iPhone SE ist nicht betroffen, am iPhone 7 Plus wurde die Umstellung dagegen automatisch und ohne Vorwarnung vorgenommen. Das kann je nach verwendeter Software am Windows-PC oder Mac oder auch bei manchen Online-Speicherdiensten zu Kompatibilitätsproblemen führen.

Eine Verbesserung gibt es indes für AirPlay. So bleiben die Verbindungen nach dem Update auf iOS 11 auch bei längerer Inaktivität erhalten - etwa wenn man mit dem iPhone zwischendurch telefoniert und das Musik-Streaming zur HiFi-Anlage daher unterbrochen hatte. Früher musste die Verbindung oft neu aufgebaut werden.

In einer weiteren Meldung zeigen wir Ihnen iOS 11 auf dem iPhone 7 Plus in Bildern.

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